Zitat:
Zitat von Seefahrer
@Gwennyfar: Unser Kleiner Fuchs ist ein Enkel von Hervar fra Saudakroki und zwar von beiden Elternteile. Die waren Halbgeschwister. Mir ist aufgefallen, dass so ein enger Verwandheitsgrad häufiger vorkommt. Was versprechen sich Züchter davon? Warum wird wissendlich Inzucht betrieben?
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@Seefahrer
Das hatte ich ja eben versucht zu erklären.

Das was als
Inzucht bezeichnet wird, ist die sogenannte Linienzucht. Man könnte auch sagen Blutlinienzucht. Diese gibt es moderat oder "extrem". Moderat ist, wenn über viele Generationen hinweg immer mal wieder "Blutanpaarungen" vorgenommen werden. Soll heißen Tiere mit den selben Großeltern werden angepaart. Extrem ist es wenn der Sohn mit der Mutter angepaart wird bzw. Vater mit Tochter.
Warum wir dies gemacht? Ganz einfach, das Pferd (bzw. jedes Lebewesen) bekommt 50% von Mutter und 50% von Vater. Um so weniger sich diese 50% unterscheiden um so eher ist der Erbgang gefestigt. Soll heißen, wenn Mutter und Vater je das gleiche Gen für zB. gerade Beine vererben, dann bekommst du ein Pferd, dass 2* das gleiche Gen für gerade Beine hat. Super, dann heißt es kann keine krummen Beine weitergeben. Du kannst mir folgen?
Bekommen sie nun beide das gleiche Gen für "schwierigen Charakter", dann hast du was für den Kochtopf. Das ist eben das Risiko bei solchen Anpaarungen. Die Chancen auf einen Kracher sind bei der richtigen
Kombi groß, hingegen kannst du auch etwas bekommen, was du lieber auf den Tisch tust oder an (Entschuldigung, aber da landen die zum Teil wirklich) dumme Freizeitreiter verkauft werden.
Als Beispiel für Linienzucht ist zB. Ofeigur fra F. zu sehen. Bruder * Schwester. Zusehen auch für einen Laien an seiner Farbe. Er hat von Mutter und Schwester das Falbgen bekommen und hatte daher nur Falbnachkommen. Ist ja in diesem Thread schonmal angesprochen worden. Genauso haben nahezu alle direkten Nackkommen von Ofeigur eine bescheidene Beinstellung. Ganz einfach, die hatte er halt auch von Mutter und Vater bekommen.
Im Gegensatz Hrafn, der ein "Zufallsprodukt" war. Da wurden zwei nicht bzw. kaum verwandte Tiere "gekreuzt" und das beste von beiden hat sich vererbt. Das ist dann Zufall. Und sich nur auf den Zufall zuverlassen ist in der Zucht etwas unpraktisch.

Du hast in der Zucht (Isländer, Warmblüter, Araber, Hunde etc.) immer wieder
Inzucht/ Linienzucht. Willst du zB. eine Farbe oder einen sich kringelnden Schwanz, kurze Beine etc. in einer Rasse festigen, so paarst du Tiere mit diesen Eigenschaften an. Und meist sind diese Eigenschaften halt von einem "Stammtier". Nur damit, dass du dann am Ende nur noch ein Gen von dieser Eigentschaft in deiner Rasse hast, hast du die vorhersehbarkeit. Schau mal Dackel an. Die haben immer kurze Beine. Ganz einfach weil Mutter und Vater zweimal das Gen haben für kurze Beine.