Meine alte Stute ist ein Norweger-Mix mit allen Stärken und Schwächen dieser Ponyrasse.
Aufgrund ihrer Größe brauchte sie im Gelände auch keine Galoppwechsel, notfalls hat sie sich etwas aufgenommen und ist im Außengalopp um jede Ecke gekommen. Sie war acht, als ich sie aus einem Ponyverleih kaufte. Wir brauchten fünf (!) Jahre bis zum korrekten und sicheren Angaloppieren. Und im Gelände hat sie die Hilfe trotzdem bis an das Ende ihres Reitlebens ignoriert und ist links galoppiert.

Angefangen habe ich mit Bodenarbeit mit Training von Biegung und Gehorsam sowie Gewöhnung an Stimmkommandos.
Zum Balancetraining bin ich die Bodenarbeitshindernisse dann auch geritten (z. B. Labyrinth, L, Stangen in allen Varianten) und habe die Übungseinheiten mit Schritt und Trab sowie den dazugehörigen Übergängen auf großen Linien geritten. Dann haben wir zunehmend die engeren Biegungen dazugenommen.
Galoppiert bin ich links immer, rechts nur, wenn ein Zuschauer mir sagen konnte, ob sie richtig anspringt. Das war auf ihr mit ihren runden Bewegungen nicht ganz einfach zu fühlen, zumal der Kreuzgalopp aufgrund der Steifheit bequemer als der Rechtsgalopp war. Im Unterricht hat mich der Lehrer auf den Rechtsgalopp mit folgenden Übungen, die ich auch alleine im Trab immer geübt habe, vorbereitet:
1. Zirkel verkleinern, vergrößern, dann angaloppieren
2. Rechte Hand, Länge der Bahn, nach rechts zur Bande schwenkelweichenartig rüberdrücken, angaloppieren
3. später, nach ganz viel Training, aus großen Volten angaloppieren
Beim Angaloppieren durfte sie anfangs auch ungestellt und sehr gerade im Hals bleiben, nur der äußere Zügel sollte sicher begrenzen.
Damit sind wir gut gefahren, und als ich dann in einem Stall mit Dressureitern einzog, haben mich alle für dieses rittige Pony bewundert.
Mit der Longe bin ich bei ihr aufgrund der starken Ganasche und des kurzen Halses nicht wirklich weiter gekommen. Zum Ausbinden war es mir eigentlich zu früh, ohne
Ausbinder hat sie den Unterhals reingestemmt und mich mitgenommen.

Round Pens waren damals nicht in Mode, also habe ich mir mit Hilfe von Cavaletti und Strohbunden immer eine Begrenzung bauen müssen. Schritt und Trab gingen dann sehr rasch, aber der Galopp blieb trotz zunehmend gehorsamerem und ausbalancierten Pony nicht gut (zu schnell, zu steif, zu viel Druck auf der Longe und somit auf dem Gebiss), so dass ich das Longieren weitgehend aus dem Programm genommen habe.
Hilft Dir das weiter?