Ansich bin ich kein Gegner von Zirkuslektionen. Trotzdem bin ich immer etwas skeptisch, weil ich oft merke, dass damit relativ leichtfertig umgegangen wird. Irgendwie denkt jeder, diese Dinge sind leicht zu machen und man macht es eben mal so zur Bespaßung des Pferdes. Nur sind gerade diese Übungen eben keine Bespaßung, sondern ernsthaftes Training, das gut vorbereitet und durchdacht sein muss. Viele dieser Lektionen setzen ein sehr gut gymnastiziertes, gesundes, gelenkiges und gut aufgewärmtes Pferd voraus, da es bei vielen Lektionen zu extremen Dehnungen der Sehnen und Bänder kommt.
Abgesehen davon, dass man dafür bei jedem Pferd eine gute Vorarbeit leisten muss, sind derartige Übungen für ein schon in die Jahre gekommenes Pferd noch weitaus schwieriger zu bewerkstelligen. Das ist nicht anders wie bei einem älteren Menschen ( reicht schon ab Mitte 40), auch der wird Probleme bei Betätigungen haben, die eine starke Beweglichkeit voraussetzen. Merkwürdigerweise wird dies aber bei Pferden nicht bedacht und vorausgesetzt, dass das eben mal so geht.

Fazit: Ich würde sie damit in Ruhe lassen und mich eher auf kleine Tricks, wie oben schon beschrieben beschränken vielleicht in Verbindung mit Clickertraining. Eine schöne Sache ist auch die Langzügelarbeit. Auch Übungen aus dem Bereich der GHP bieten Abwechslung.
Was das Weglaufen auf der Koppel angeht: Vielleicht holst du sie nicht jedesmal zur Arbeit wenn du erscheinst. Vielleicht gehst du auch ab und an nur mal mit einem Leckerchen hin, streichelst sie, gibst ihr dein Mitbringsel und gehst wieder.
I.d.R. lernt das Pferd recht schnell, dass es nicht immer arbeiten muss, wenn der Mensch kommt.