Hallo ihr Lieben!

Ich habe beschlossen,
hier eine Freakshow über mein Pony und mich zu eröffnen.
Ich hoffe, es ist einigermaßen interessant

Vor fast 16 Jahren - damals war ich 7 - stieg ich das erste Mal bewusst auf einen Pferderücken.
Wir machten Urlaub auf einem Ferienhof und ich durfte auf Islandponies meine ersten Reitversuche machen.
Im Einzel- / Longenunterricht lernte ich, mich auf den Ponies auszubalancieren und was es hieß, leichtzutraben.
Nach einigen Reitstunden und mehreren Ferienaufenthalten waren meine große Schwester und ich dann soweit,
unseren ersten betreuten Ausritt auf ihnen zu wagen. Von da an war klar - die Pferde hatten mein Herz erobert.
Knapp 4 Jahre später war ich dann auf der weiterführenden Schule und begleitete meine damalige beste Freundin
zu ihren Reitstunden im nahe gelegenen Reitstall. Schon bald bettelte ich meine Mutter an,
ich wolle auch so gerne zu Hause reiten gehen. Mit viel Überzeugungskunst willigte sie schließlich ein.
So verbrachte ich drei Jahre in einem Schulbetrieb und merkte schnell, dass das Abteilungsreiten in der Halle
doch etwas ganz anderes war, als die flotten, töltreichen Ausritte auf den braven Islandponies.
Nicht selten saß ich auf meinem Schulpony, das mich einfach nicht verstehen wollte, und war den Tränen nahe.
Doch mit der Zeit kam auch die Erkenntnis, wie man sich mit den vermeintlich sturen Ponies arrangieren musste,
sodass auch diese "heimische" Art der Reiterei Spaß machte!
Den krönenden Abschluss meiner Schulbetriebszeit machte ein kleines Hausturnier,
bei dem ich im Einfachen
Reiterwettbewerb und in einer E-Dressur mit Schulponies an den Start ging.
Im Frühjahr 2002 - ich war nun bereits 13 Jahre alt - wechselte ich vom nahe gelegenen Schulstall zu einem ländlichen,
etwas weiter abgelegenen Hof und bekam meine 1. Reitbeteiligung an einem Tinker.
Wir hatten zunächst Mühe, vernünftig miteinander arbeiten zu können und er haute mir auch regelmäßig ab,
trotzdem war es eine sehr schöne Zeit mit uns. Nach einem Jahr verließ der Tinker den Stall.
Ich begann mich um einen 4-jährigen Welshponywallach zu kümmern, der irgendwann im Schulbetrieb
mitlaufen sollte. Nicht selten hat er mich in den Dreck befördert, dennoch liebte ich ihn wie als wäre er mein eigener.
Ich wagte mich mit ihm zum 1. Mal ins Gelände und sogar über ein paar kleine Sprünge. Sehr bald war er brav genug,
um von Reitschülern geritten zu werden und es war für mich kaum noch möglich, ihn zu reiten, da er immer mitlief.
So kam ich zu meiner "letzten" Reitbeteiligung, einem schwarzen Isländerwallach,
den ich vorwiegend ohne Sattel im Gelände ritt. Um ihn kümmerte ich mich 2 Jahre lang, von 2004 - 2006.
In diesem Jahr bekam er leider seinen ersten Reheschub und wurde vom Reitpferd-Sein "erlöst". Er steht mittlerweile in der Eifel.
Seit dem Frühjahr war ich also pferdelos. In den Schulbetrieb wollte ich nicht mehr, da ich "meinen" Welshwallach
eh nicht mehr reiten konnte, er war immer ausgebucht.

Immer wieder durchforstete ich das Internet nach Pferdeanzeigen. Es war mehr eine Träumerei von mir,
als dass ich mir ernsthaft hätte vorstellen können, ein Pferd zu haben. Meine Eltern hätten mir niemals eins gekauft,
waren die Unterhaltskosten doch viel zu groß und ich auch noch das mittlere Kind von dreien,
die dann womöglich auch noch etwas für mehrere Hundert Euro im Monat haben wollten.
Es schien also unmöglich.
Mittlerweile war ich 18 geworden, hatte einen Führerschein und ein eigenes, kleines Auto.
Ich hatte viele Internetanzeigen über Ponies gelesen. Am meisten beeindruckten mich die Schecken.
Oh ja, ein Schecke wäre mein Traum gewesen und dann auch noch ein Islandpony.
Die Zeit auf dem Ferienhof und meine letzte "isländische" Reitbeteiligung hatten mich sehr geprägt.
Jedoch war mir auch klar, dass ein Islandpony eher etwas fürs Gelände sein sollte und nicht für die Reithalle.
Nach einigen Anzeigen von gescheckten Ponies, deren Besitzern ich Emails schrieb, wie groß sie seien,
wieviel sie kosten sollten, usw. - einzig um meine Träume aufrecht zu erhalten - stieß ich auf eine Anzeige
von einem 4-jährigen Kohlfuchshengst namens Idefix, ein Pony.
Die Fotos brannten sich sofort in mein Gedächtnis ein...
Bild aus der Verkaufsanzeige gelöscht wegen Copyright
Gleichzeitig verwarf ich den Gedanken natürlich, hatte ich doch schon viele Anzeigen von Ponies gesehen,
die mir gefielen. Dieser stand jedoch nicht weit entfernt, circa 40 Kilometer mit dem Auto.
Hinzufahren und ihn anzuschauen kostete ja nichts, dachte ich mir. Und es wäre einfach eine schöne Tat.
Zuerst nahm ich Kontakt mit der Besitzerin per Email auf und fragte nach seiner Größe.
1,40 m groß sollte er sein, aber natürlich mit 4 Jahren noch wachsen. Ich solle einfach mal vorbeikommen!
Gesagt, getan. Ich packte meine Freundin ins Auto und fuhr am folgenden Wochenende hin.
Meinen Eltern erzählte ich natürlich nichts davon, sie hätten mich ohnehin nur für verrückt gehalten.
Als wir ankamen, begrüßte uns die Frau sehr freundlich und zeigte uns das Pony.
Mein erster Gedanke, als ich ihn sah, war: "Ohje, ist der klein..." Aber er war so schön...
Die Frau fragte mich, ob ich ihn Probe reiten wollte. Ich war zunächst total geschockt.
Zum einen, weil ich es für einen Traum hielt, auf ein solch traumhaftes Pony klettern zu dürfen,
zum anderen, weil ich nicht damit gerechnet hatte und nur eine Jeans anhatte
und zum dritten, weil sich dadurch ja ein reales Kaufinteresse zeigen würde und ich ja eigentlich gar kein Pony haben konnte!
Ihr könnt es euch denken, natürlich bin ich aufgestiegen. Die Tochter machte ihn zunächst fertig,
ritt ihn mir vor - ich war total verliebt - auch wenn er kaum etwas konnte.
Er verstand die Hilfen zum Trab und auch Galopp, wenn man ihn mit der Gerte trieb, aber sonst auch nichts.
Als ich aufstieg, fühlte es sich toll an. Er nahm auch beim Anreiten den Kopf nach unten und wirkte von oben nicht so klein,
wie ich es erwartet hatte. Ich erinnere mich daran, wie als wäre es gestern gewesen.
Ich trabte ihn und schaffte es sogar nach einiger Überzeugungsarbeit eine Runde zu galoppieren.
Er konnte es noch nicht halten. Trotzdem war ich begeistert. Umso trauriger natürlich, als ich abstieg
und wusste, dass er niemals mir gehören würde.
Wir brachten ihn zurück und die Mutter fragte, ob ich ihn kaufen wollte.
Ich druckste herum und sagte, dass ich nicht sicher wäre und sowas, wollte ich doch nicht verraten,
dass ich weder genug Geld hatte, noch eine Ahnung wie ich ihn monatlich unterhalten sollte.
Sie bat mir an, dass ich ihn kostenlos eine Woche zur Probe mit nach Hause nehmen dürfte.
In dieser Woche könne ich alles mit ihm machen, was ich wollte, einen Tierarzt dran holen und so weiter.
Wenn ich ihn nach der Woche nicht haben wollte, könne ich ihn unverbindlich wieder zurück bringen.
Natürlich stieg damit das Glänzen in meine Augen. Eine Woche ein eigenes Pferd! Und dazu auch noch dieses...
Ich versicherte ihr mich zu melden und fuhr nach Hause. Sofort mobilisierte ich eine Freundin,
die einen Pferdeanhänger besaß und fragte, ob sie mir das Pony abholen und nach der Woche auch wieder
zurück bringen würde. Sie willigte ein. Und so kam es, dass wir im September 2006 das Pony "Idefix" zu uns holten.
Natürlich wollte die Besitzerin ihn uns nicht ohne Absicherung mitgeben. Sie wollte den Kaufpreis haben,
den sie dann behalten würde, wenn wir das Pferd behalten würden. Klingt ja auch logisch.
Aber nun hatte ich natürlich ein Problem. Wie sollte ich an soviel Geld kommen?
In meinen mittlerweile 19 Lebensjahren hatte ich ein wenig angespart, aber es reichte nicht für den kompletten Kaufpreis.
Ich teilte ihr den Umstand mit und bat sie, nur eine Anzahlung leisten zu dürfen,
und ihr den Rest dann zu bezahlen, sollte ich ihn behalten.
Ich war ja ohnehin der Überzeugung, dass ich ihn nach der Woche zurückbringen musste,
da ich ihn finanziell nicht halten konnte.
Auch dazu willigte sie ein und wir holten ihn zu uns...
Einen 4-jährigen unausgebildeten Ponyhengst

Tag der Abholung - 07.09.2006

Die Probewoche verging wie im Fluge. Ich habe glaube ich alles mit "meinem" Pony gemacht,
was man so machen kann. Habe versucht ihn zu longieren, bin in der Halle geritten,
auf dem Außenplatz geritten und sogar einen Tag ins Gelände gegangen. Laut der Besitzerin
kannte er kein Gelände, aber ich wollte es ausprobieren. Ziemlich leichtsinnig mit dem Hengst,
aber er hat mein Vertrauen nicht missbraucht.
Nach der Woche wusste ich, dass ich ihn nie wieder hergeben würde.
http://www.youtube.com/watch?v=iHlBqs8Gydw

Ich war skeptisch wegen seiner Größe, war es doch mega grenzwertig und ohne Sattel recht unansehnlich...

Ich fragte meine Freunde und Bekannten, ob sie ihn bei diesem Größenverhältnis kaufen würden
und alle rieten mir davon ab. Doch was war das Resultat? Ich kaufte ihn.
Nun denkt aber bitte nicht, ich hätte es vollkommen leichtsinnig getan. Zunächst brachten wir
ihn erstmal wieder zurück, da ich zum einen eine Woche lang auf Klassenfahrt fuhr und das neue Pferd
nicht direkt in fremde Hände geben wollte und zum anderen, da sie ihn mir noch kastrieren lassen sollten.
So stand es im Angebot. Dass ich ihn zum gleichen Preis auch als Wallach haben könnte.
Ich hätte ihn liebend gern als Hengst behalten, aber ich fühlte mich zu jung un zu unerfahren
um einen Hengst zu haben. Dann auch noch als erstes Pferd überhaupt und einen, der 4 Jahre alt ist.
Ich wollte ihm einfach gerecht werden...
Außerdem kümmerte ich mich um einen (leider mäßig bezahlten) Job als Kellnerin, um seine Box zu bezahlen.
Nach dem Bewerbungsgespräch wurde ich zu meinem Glück sofort eingestellt.
Als ich meinen Eltern offenbarte, dass ich das Pony behalten möchte, hat meine Mutter erstmal geweint.
Sie dachte, ich würde mich damit in meinen Ruin stürzen und es auf kurz oder lang wieder verkaufen müssen,
weil ich es nicht finanzieren kann. Ich wollte sie eines Besseren belehren!
Den Rest des Kaufpreises leihte mir meine Großmutter (Danke dafür, Oma!). Ohne sie hätte
ich es niemals durchziehen können.
Nach der Kastration und Schonzeit und nach meiner Klassenfahrt war es dann endlich soweit!
Am 02.10.2006 kam mein Pferd "nach Hause"!

Über die bisherigen 4 Jahre berichte ich morgen weiter. Ich hau mich jetzt erstmal ins Bett