Am sinnvollsten ist wohl in so einem grundlegenden Fall, erst mal ein Verhalten zu üben, was für das Pferd hochbestärkt ist und so oft geübt wird, dass es das Pferd aus seinem Stressmodus herausholen kann.
Sinnvoll ist dafür zum einen Targetarbeit (Handtarget - die hat man immer dabei!) und Kopfsenken.
Targettraining ist erst mal ganz einfach: Hand zur Faust machen, seitlich ausstrecken, anstupsen lassen, C+B. Das zigmal üben, dann die Hand woanders hinbewegen. Später einen Schritt herkommen lassen zum anstubsen, dann Hand seitlich halten und folgen lassen, jeweils mit Anstubsen beenden. Hand hoch, Hand seitlich und Hand tief, so richtig tief.
Wenn Ihr soweit seid, beginnst Du, nach dem Click das Futter immer in tiefer Kopfhaltung zu geben. Möglichst ganz nah am Boden.
Dann kannst Du zu einem Targetstick wechseln (zb Bambusstab mit Tennisball) und übst weiterhin Kopf tief mit dem Targetstick, weiterhin unten füttern.
wenn für das Pferd dann ganz klar ist, das Kopfsenken immer die richtige Antwort ist, kannst du beginnen es frei zu formen - also mal abwarten und nix tun, und schauen ob er jetzt Kopfsenken anbietet - sobald das erste Anzeichen der Idee dazu kommt, C+B und das wiederum ausbauen (tief füttern) bis das Kopf senken für ihn wirklich eine tolle Sache ist.
Das geht nicht unbedingt in einem Tag, sondern kann - besonders bei einem nervösen Pferd - Wochen und Monate dauern, es ist auf jeden Fall ein Prozeß, der sich im besten Fall stetig verbessert.
Um jetzt im Ernstfall das Kopfsenken auch abrufen zu können, fügst Du dann ein Signal hinzu. Als sehr klar fürs Pferd und auch im Stressfall eher "vorhanden" als zb das Legen der Hand an den Widerrist o.ä. hat sich meiner Erfahrung nach ein Stricksignal erwiesen.
Dazu muss das Pferd schon im "Kopfsenkmodus" sein, also egal was du tust, es senkt den Kopf weil es weiß dass das die richtige Antwort ist.
Dann fügst Du das Stricksignal hinzu (beim CT kommt das Signal erst, wenn das Pferd genau weiß was es gerade tut).
Am Strick entlangstreichen als Vorbereitungssignal ("ich möchte etwas", sozusagen die "halbe Parade") und dann am Haken die Hand aufstellen und leicht nach oben denken mit der Hand. Der Strick soll den Kopf nicht nach unten ziehen wollen, sondern im Gegenteil eher nach oben wirken.
Das Pferd sagt: Kopf runter! und du gibts sofort nach und clickst und fütterst.
Wenn man das weiter ausbaut in kleinen Stufen, reicht zum Schluss ein leichtes Anheben des Stricks und das Pferd senkt den Kopf.
Der Vorteil an diesem Signal ist, dass man es eins zu eins auf den Zügel übertragen kann und man daher auch beim Reiten darauf zurückgreifen kann.
dh ab jetzt in den nächsten Monaten 1000000 Mal Kopfsenken üben - erst in stressfreien Momenten, bis es "sitzt", und dann sobald etwas bedrohlich ist - erst einfach Handtarget um die Aufmerksamkeit wieder zu bekommen, und dann Kopfsenken anfragen - im Stressfall jeden Millimeter Entspannung bestärken, auch wenn im Üben der Kopf schon regelmäßig ganz am Boden war.
Du brauchst einfach etwas, um das Pferd aus der Fluchtspirale rauszuholen. Das Clickern verschafft Dir diesen Schalter, der dem Pferd die Entscheidung geben kann: Ich fürchte mich - aber ich entscheide mich jetzt, das gewohnte und vertraute zu machen weil ich weiß dass es sich lohnt.
Und dann kannst Du natürlich auch alle furchteinflösenden Sachen gezielt üben, aber versuche vorher so oft wie möglich im stressfreien bereich zu arbeiten, bis das Pferd die Übung wirklich gut kennt und weiss, dass es sich immer lohnt.
Dafür solltest du natürlich in Zukunft immer wenigstens ein paar Krümel Futter irgendwo haben, damit Dir keine Gelegenheit zum Üben entgeht.

Viel Erfolg!