Ich möchte auch kurz von meinen Erfahrungen berichten:
Ich habe mein Pferd seit etwa 1,5 Jahren und habe mit dem Kauf auch sehr lange gewartet (bis das Studium beendet war, ich einen festen Job mit Zukunftsperspektive hatte und genug Geld auf der Seite). "Genug Geld" in meinem Fall heißt: Ich hatte schon lange ein "Pferdekonto", auf dem ich erst das Geld für den Pferdekauf gespart habe und jetzt immer noch Geld beiseite lege für den Notfall. Mein Pferd hat 5.000 € gekostet, nach Anschaffung von Zubehör wie Sattel usw. hatte ich noch gut 3.000 € auf dem Konto. Im ersten halben Jahr hatte ich aber schon Tierarztkosten von etwa 600 € (wg. einer Weideprügelei und Nachwirkungen), im letzten Jahr wg. der gleichen Sache noch mal rund 500 €
TA-Kosten. Stallmiete ist wg. der teuren Raufutterpreise gestiegen, ich zahle jetzt 270 € im Monat (Vollpension, täglicher Weidegang, Halle, Platz, Longierhalle, Ausreitgelände direkt am Hof). Wir haben nur eine
Haftpflichtversicherung, aber ich zahle jetzt auch noch fast monatlich auf mein Pferdekonto ein (und Weihnachts- und Urlaubsgeld fast komplett), so dass inzwischen wieder fast 8.000 € auf dem Konto sind. Ich habe ein enorm großes Sicherheitsbedürfnis und spare auch sonst wenn es irgendwie geht - aber mit Pferd bleibt natürlich am Ende des Monats sehr viel weniger übrig als man vorher hatte, das merke ich jetzt schon sehr deutlich.
Ich bin damit bei uns kein Sonderfall, die meisten legen regelmäßig etwas zur Seite, damit ein Puffer für "schlechte Zeiten" da ist, aber es gibt auch einzelne Besitzer, für die jeder
TA-Besuch ein großes Loch in die Kasse reißt und die sich drei Mal überlegen, ob sie ihn rufen oder erst mal abwarten.
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Ich muss noch was ergänzen: Ich gebe auch rundherum gerne Geld fürs Pferdchen aus - es ist mein einziges großes Hobby und ich kaufe sicherlich oft Kram, den man so eigentlich nicht braucht: noch ne
Schabracke, noch ne Abschwitzdecke, wieder eine neue Reithose. Aber solange ich mir das noch leisten kann, finde ich "Kaufrausch" auch in Ordnung.
Mein Mann ist zwar manchmal genervt, weil das Pferd (neben ihm) das große Thema in meinem Leben ist, aber wer 30 Jahre lang vom eigenen Pferd träumt, darf sich dann auch freuen, wenn der Wunsch erfüllt ist, finde ich