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25.01.2012, 10:21
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Der richtige Lösungsweg für das Problem mit meinem Pferd? Beitrag #1
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Oldie-Bespaßer
Registriert seit: 30.08.2005
Ort: Osnabrücker Land
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Ich habe mich im Oktober letzten Jahres entschieden, mich dem Problem mit meiner Islandstute jetzt entgültig mal zu stellen. Vor drei Jahren hab ich sie übernommen, hatte bis dato null Erfahrung mit Gangpferden. Ich bin gut 20 Jahre immer nur durchs Gelände getingelt und hatte nur sporadisch und Phasenweise RU.
Zum Pferd: Die Gute ist 20 Jahre ,hochsensibel und eine 5-Gang- Rennsemmel. Ostern 2011 hatte ich einen schweren Sturz (Beckenanriss). Seitdem hatte/habe ich richtig Schiss, mich darauf zu setzen.
Mittlerweile weiß ich, dass ich der Grund bin, warum sie immer wieder so haltlos durchkachelt. Die spürt meine Unsicherheit/Angst, meine Körperverspannung und reagiert entsprechend. Ich dachte bisher, das läge an ihrem Charakter bzw. der Ausbildung/Reitweise der Vorbesitzer. Das mag ja zum Teil auch so sein, aber der Hauptgrund scheine in dem Fall tatsächlich ich zu sein.
Also habe ich Ursachenforschung betrieben. Warum habe ich Angst, was macht das mit mir? Da bin ich hinter und versuche dem entgegen zu wirken. Die Gründe, warum das so ist, möcht ich nicht so erläutern, aber meine RL weiß sie, um darauf eingehen zu können.
Ich habe begonnen, das Gangpferdereiten von Grundauf neu in Einzelstunden zu erlernen. Da hab ich ein ruhiges Schulpferd und eine tolle RL.
Ich habe/ und bin dabei, etliche Kilos runter zu bekommen, um zum Einen mobiler und zum anderen leichter fürs Tier zu werden. 5 Kg sind weg und die 75 kommen immer näher...
Mit meiner Rennsemmel-Stute gehe ich reglmäßig stramm in die Berge spazieren, zum Abnehmen und zum Vertrauensaufbau. Alternativ wird sie auch longiert.
Vor zwei Wochen bin ich angefangen, sie im Gelände zu reiten. Das macht mir paradoxer Weise weniger Angst, als eine Bahn. Allerdings steige ich erst im Wald auf, wo mir kein Auto/Trecker entgegenkommen kann, falls sie wieder rennt.
Wenn sie rennt, versuche ich, nicht zu ziehen, nicht zu klammern, was wahnsinnig Überwindung kostet. Und ich treibe sie weiter, wenn sie meint, ihre Rennphase beenden zu müssen. Sie soll wissen, dass sie nicht allein das Tempo und die Dauer eines "Rennens" bestimmen kann. Und zum anderen muß ich einfach meine Sicherheit gerade im höheren Tempi zurückbekommen.
Im großen und Ganzen ist das auch besser geworden, aber ich hake einfach an diesem ollen Problem des Koopfkinos und der Klammerei fest. Es klappt, solange alles plan läuft. Kommt aber eine unvohergesehene Sache( wie eine GRuppe Rehe, die ausm Gebüsch hüpft) sind wir wieder im alten Muster... Sehr doof.
Ich habe vor, sie nächsten Monat für eine Weile an den Hof zu stellen, wo ich RU nehme. Da möcht ich dann aus einem Mix aus Beritt und RU weiterkommen. Und da liegt das nächste Problem, welches mir Stress bereitet. Ich hab solchen Schiss, mich zu blamieren. Was werden die da über mich denken, weil ich halt sehr bescheidene Reitkünste besitze und dann so einen Ofen besitze.
Ich weiß, dass das Quatsch ist, aber trotzdem macht mir das Stress.
Außerdem verunsichern mich die Meinungen meines privaten Umfeldes.
Während mein Mann der Meinung ist, dass ich an diesem Angst/Klammer-Problem sehrwohl arbeiten kann und das auch eine gute Übung fürs Selbstvertrauen und Selbstbeherrschung ist, ist meine Freundin der Ansicht, dass ich mich von dem Pferd lieber trennen sollte, weil man Angst nie ganz raus kriegt und meine Stute immer hochsensibel sein wird. Sie ist der Meinung, dass die Idee mit dem Beritt und Einstellen auf dem Hof letztendlich nur ne teure Erfahrung wäre, die mich höchstens noch runterzieht.
So ein bisschen ist das auch meine Sorge, aber andersherum lässt sich eine 20jährige Schwerstekzemerin mit dem Temperament nur sehr, sehr schwer in gute Hände abgeben. Und mal abgesehen davon ist sie das höflichste Pferd, was ich kenne, solange man nicht draufsitzt.
Ich bin also hin und hergerissen, was mein Weg ist, bzw was ich anders oder besser machen könnte. Zum einen bin ich der Meinung, dass ich lernfähig bin und auch auf einem guten Weg bin. Aber andererseits habe ich einen riesen Stress, weil ich mich nicht blamieren will, nicht versagen oder kapitulieren möchte.
Darum wollte ich mal hier horchen, ob jemand noch Ergänzungen oder Vorschläge hat.
Oder auch eigene Erfahrungen. Halt irgendwas, was der Sache dienlich ist.
Geändert von Olivers Girl (25.01.2012 um 10:35 Uhr)
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25.01.2012, 11:13
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Der richtige Lösungsweg für das Problem mit meinem Pferd? Beitrag #2
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Kleines braunes Pferd.
Registriert seit: 20.06.2011
Ort: Lippe
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Also ich kann leider "nur" meine Erfahrung beisteuern: Bei uns war das Problem nicht ganz so "gravierend" (alleine, weil wir nie einen Unfall hatten), allerdings ähnlich.
Herr Fred neigt ebenfalls zum Rennsemmeldasein, bzw. schreckhafte Dampfwalze trift es bei seinem Kaliber wohl eher.
Nach unserem Umzug in den neuen Stall letzten Winter war anfangs extrem durch den Wind (er war schon 17 und ist im alten Stall quasi groß geworden) und hat sehr zum Kleben geneigt. Das Problem hatten wir früher schon (recht heftig, inklusive eingerissene E-Zäune) und durch den Stress kam es wieder zum Vorschein. Da der Reitplatz am neuen Hof nur kniehoch eingezäunt war und an einer langen Seite hinterm Zaun anderthalb Meter senkrecht runter ging, war das Reiten anfangs eine recht stressige Sache. Sobald ein Pferd vom daneben liegenden Paddock geholt wurde oder ihm einfach nur ein Furz quer saß, hat er sich furchtbar aufgeregt. Da mir zu der Zeit die Reitroutine fehlte (In unserem alten Stall war dank Kinderunterricht von 14-20 Uhr Reiten nur sporadisch möglich wenn man sich nicht abends um halb 9 mit fünf anderen Pferden in eine 20x40-Halle quetschen wollte. Außerdem hatte ich vorher durch mein Studium nicht viel Zeit) wurde ich daraufhin sehr unsicher und hab uns vor meinem geistigen Auge ständig über den Zaun den "Abhang" runter segeln sehen  Eben dieses Kopfkino was du ansprichst. Bei jedem Zucken bin ich stocksteif geworden und wäre am liebsten sofort abgesprungen ^^
Seit diesem Herbst haben wir eine neue Halle (also eine "sichere" Umgebung), aber die Unsicherheit ging anfangs nicht wirklich weg. Geholfen hat mir jedoch, wie du es auch machst: Unterricht auf braven Lehrpferden. Hatte über den Sommer bereits Unterricht bei einer Westerntrainerin genommen. Anfangs war Westernunterricht nur ein Kompromiss bei der Reitschulsuche, im nachhinein ist es ein Glücksfall gewesen. Lehrpferd war ein kleiner, bequemer und vor allem stockbraver Paintwallach, der mir das erste Mal in meinem Leben das Gefühl gegeben hat, in allen GGA wirklich sattelfest zu sein, auch ohne Bügel als "Gleichgewichtsanker". (Übrigens auf einem ebenfalls nicht eingezäumten Platz  )
Seit Herbst nehme ich bei dieser Trainerin jetzt mit Fred bei uns am Stall Unterricht. Da ich ihr was die Einschätzung meiner Fähigkeiten angeht voll vertraue, habe ich mich "zwingen" lassen, nicht sofort abzusteigen wenn er nervös wurde, sondern einfach mal drüber hinweg zu reiten. Und nicht immer als Bremsen zu denken, sondern wenn er Unsinn macht, vorwärts zu reiten (hattest du ja zu dir auch schon geschrieben) und einfach ein paar Mal zu merken, dass eigentlich überhaupt nichts passiert, auch wenn es unter einem schnorchelt und glotzt.
Und, so doof wie es klingt, anzufangen einen Reithelm zu tragen hat ebenfalls einiges gebracht!
Und mit dieser neuen Sicherheit und seiner "Ehefrau" als Begleitung bin ich sicher, dass es zum Frühjahr dann auch mit dem Gelände klappt.
Sonderlich hilfreich war mein Beitrag jetzt leider nicht schätze ich, aber vielleicht macht es dir etwas Mut, dass "Angst haben" nicht automatisch "Angst behalten" heißt.
Wobei es mit einem Durchgänger natürlich nochmal schwieriger ist, denn da ist die Angst ja nicht ganz so unbegründet wir bei einem Pferd, was sich nur fürchterlich aufregt und mal nen Satz macht, aber nicht haltlos losprescht... Konkret einfallen würde mir da eigentlich nur, dir Sicherheit durch "Bodenpersonal" oder einen Mitreiter der sie unauffällig zusätzlich am Strick hält zu geben, damit man auch ihren Gedankengang Stresssituation=losfetzen durchbrechen kann...
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25.01.2012, 15:16
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Der richtige Lösungsweg für das Problem mit meinem Pferd? Beitrag #3
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Gnadenbrotpferd
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Northville, MI
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Ich würde das mit dem Beritt/Unterricht an deiner Stelle ruhig versuchen. Ein Pferd in dem alter wirst du wohl schwer verkaufen können. also entweder reiten oder auf der Koppel stehen lassen oder schlachter. Ist leider so.
Deine RL weiß ja von deiner Unsicherheit. Kannst du die Reitstunden vielleicht so legen, dass keine/kaum andere Leute dort am Stall sind? z.b früh morgens, spät abends oder mittags? Lässt sich sowas arangieren? Das ist eindeutig besser, als wenn du dadurch noch zusätzlich verunsichert wirst.
Ansonsten finde ich deine Lösungsansätze gut und richtig! Und du scheinst auch eine gute RL an der Hand zu haben. Also auf in den Kampf und das packst du schon!!!
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27.01.2012, 20:43
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Der richtige Lösungsweg für das Problem mit meinem Pferd? Beitrag #4
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A-Dressur platziert!
Registriert seit: 04.03.2009
Ort: recklinghausen
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Ich gehe hier mal eher auf die Angst ein sich zu "blamieren".
Ich reite an einem Turnierstall (mein Pony wohnt aber nebenan im OS, ich gehe da nur zum Training hin) und ja da wird erstmal merkwürdig geguckt.
Allein schon, wenn man Ponys reitet. Und ja, andere können besser reiten. (Einige aber auch schlechter). Und ja es wird geguckt und getratscht. Aber das läßt im Lauf der Zeit nach!
Und ob sie jetzt darüber tratschen, daß Du Ponys reitest oder weil Du "schlechter" reitest oder weil Dein Pony kein Eskadron trägt ist letztendlich völlig wurscht!
Ich habe mich anfangs auch emmer etwas unwohl gefühlt, aber das gibt sich echt schnell und man lernt auch echt nette Leute kennen.
Ich würde mich fürs Training entscheiden, weil Du diese Fähigkeiten bei jedem Pferd brauchen können wirst. Weiterlernen ist immer gut und fällt immer schwerer je älter man wird. Hör auf Deinen Mann- der kennt Dich vermutlich am besten.
Und -viel Spaß beim Unterricht! (Das meine ich übrigens ernst- viel Spaß und Freude beim weiterlernen mit Deinem Pony!) LG
Natalie
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28.01.2012, 11:44
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Der richtige Lösungsweg für das Problem mit meinem Pferd? Beitrag #5
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Jungpferd
Registriert seit: 06.01.2006
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Zitat:
Zitat von natascha pony
Und ob sie jetzt darüber tratschen, daß Du Ponys reitest oder weil Du "schlechter" reitest oder weil Dein Pony kein Eskadron trägt ist letztendlich völlig wurscht!
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Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt! 
Ich kennen keinen (!!) Stall, in dem nicht irgendjemand über irgendjemanden lästert. und dabei geht es um das unglaublich geschmacklose Halfter am Pferdchen, die Uhrzeiten, wann man sein Pferd bewegt, wie oft man am Stall ist, wie lange man im Gelände "rumjuckelt" oder wie sehr man sein Pferd doch "zusammenschnürt" beim Reiten.
Sprich: Du kannst es eigentlich selten mehr als ein, zwei Leuten recht machen!
Ich habe vor ein paar Monaten auch angefangen wieder Reitunterricht zu nehmen, weil ich mit meiner RB nicht mehr zurecht gekommen bin.Und das lag und liegt zum allergößten Teil an mir, weil ich ein ähnlicher, wenn nicht noch größerer Angsthase bin als du!  Dazu kommt auch, dass ich seit Jahren keinen RU mehr hatte und demenstprechend einen recht verkorksten Sitz hatte/habe.
Und auch ich habe deswegen am Anfang gedacht: "Oh Gott, wenn DAS jemand sieht!!!" 
Aber dann war es so, dass ich bei jeder Stunde klitzekleine Erfolge erlebt habe. Alles lief nach und nach ein bisscher runder, ich habe in viel weniger Situationen Angst und das Pferd läuft auch schon um einiges schöner. Diese kleinen Fortschritte hat eine außenstehende Person, die nur am Platzrand steht und zusieht bestimmt nicht bemerkt und sich ihren Teil vielleicht trotzdem noch gedacht.
Aber um ehrlich zu sein, war es mir nach relativ kurzer Zeit schon egal. Das was mich in dem Augenblick so bestärkt und glücklich gemacht hat, war, dass ich mich aufgerafft habe Unterricht zu nehmen, das ich meine Angst überwinden KANN und das ich an der Reaktion meines Pferdes gemerkt habe, dass es die richtige Entscheidung war. Es gibt eine Million Reiter, die besser reiten als ich und genauso viele, die auch mein Pferd mit Sicherheit besser reiten würden. Das wird aber wohl immer so sein und darum geht es eben auch nicht.
Ich finde es bemerkenswert, dass du dich nicht hast unterkriegen lassen, sondern begonnen hast, das Problem anzugehen. Und das du dich FÜR dein Pferd entschieden hast und nicht aufgibst, das sollte dich schon so weit bestärken, dass du dich nicht von anderen vermeintlich "perfekten" Reitern verunsichern lassen solltest. Das meine ich ganz ernst. 
Gib euch beiden Zeit und vorallem die Chance gemeinsam wieder schöne Erlebnisse zu haben. Das wird ganz sicher kein leichter Weg werden, aber das weisst du ja auch. 
Ich drück euch auf jeden Fall die Daumen, dass es klappt und würd mich freuen, wenn du ab und an mal berichtest, wie es so weiterläuft.
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Folgender Benutzer findet den Beitrag von Mormegil hilfreich:
Schuli
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28.01.2012, 12:13
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Der richtige Lösungsweg für das Problem mit meinem Pferd? Beitrag #6
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Ich will Sommer...
Registriert seit: 15.03.2007
Ort: Sauerland
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Zitat:
Zitat von Olivers Girl
Ich habe mich im Oktober letzten Jahres entschieden, mich dem Problem mit meiner Islandstute jetzt entgültig mal zu stellen.
Vor drei Jahren hab ich sie übernommen, hatte bis dato null Erfahrung mit Gangpferden.
Ich bin gut 20 Jahre immer nur durchs Gelände getingelt und hatte nur sporadisch und Phasenweise RU.
Die Gute ist 20 Jahre ,hochsensibel und eine 5-Gang- Rennsemmel.
Ostern 2011 hatte ich einen schweren Sturz (Beckenanriss).
Seitdem hatte/habe ich richtig Schiss, mich darauf zu setzen. Wenn du im Moment Schiss hast (was ich kenne): Reit nicht!
Mittlerweile weiß ich, dass ich der Grund bin, warum sie immer wieder so haltlos durchkachelt.
Die spürt meine Unsicherheit/Angst, meine Körperverspannung und reagiert entsprechend.
Ich dachte bisher, das läge an ihrem Charakter bzw. der Ausbildung/Reitweise der Vorbesitzer. Das mag ja zum Teil auch so sein, aber der Hauptgrund scheine in dem Fall tatsächlich ich zu sein.
Warum habe ich Angst, was macht das mit mir? Da bin ich hinter und versuche dem entgegen zu wirken.
Meine RL weiß sie, um darauf eingehen zu können.
Ich habe begonnen, das Gangpferdereiten von Grundauf neu in Einzelstunden zu erlernen.
Da hab ich ein ruhiges Schulpferd und eine tolle RL.
Mit meiner Rennsemmel-Stute gehe ich reglmäßig stramm in die Berge spazieren, zum Abnehmen und zum Vertrauensaufbau. Alternativ wird sie auch longiert.
Vor zwei Wochen bin ich angefangen, sie im Gelände zu reiten.
Das macht mir paradoxer Weise weniger Angst. Stimmt, ich hatte im Gelände immer die meiste Angst damals.
Ein schönes E-Springen war dagegen "Pillepalle"!
Allerdings steige ich erst im Wald auf, wo mir kein Auto/Trecker entgegenkommen kann, falls sie wieder rennt.
Wenn sie rennt, versuche ich, nicht zu ziehen, nicht zu klammern,
was wahnsinnig Überwindung kostet.
Und ich treibe sie weiter, wenn sie meint, ihre Rennphase beenden zu müssen.
Sie soll wissen, dass sie nicht allein das Tempo und die Dauer eines "Rennens" bestimmen kann.
Und zum anderen muß ich einfach meine Sicherheit gerade im höheren Tempi zurückbekommen.
Im großen und Ganzen ist das auch besser geworden, aber ich hake einfach an diesem ollen Problem des Koopfkinos und der Klammerei fest.
Es klappt, solange alles plan läuft. Kommt aber eine unvohergesehene Sache
(wie eine Gruppe Rehe, die ausm Gebüsch hüpft) sind wir wieder im alten Muster... Sehr doof.
Ich habe vor, sie nächsten Monat für eine Weile an den Hof zu stellen, wo ich RU nehme. Da möcht ich dann aus einem Mix aus Beritt und RU weiterkommen. Super gute Idee.
Und da liegt das nächste Problem, welches mir Stress bereitet. Ich hab solchen Schiss, mich zu blamieren.
Was werden die da über mich denken, weil ich halt sehr bescheidene Reitkünste besitze und dann so einen Ofen besitze.
Ich weiß, dass das Quatsch ist, aber trotzdem macht mir das Stress. Ommmmmm .... ommmmmmm .... 
Außerdem verunsichern mich die Meinungen meines privaten Umfeldes.
Während mein Mann der Meinung ist, dass ich an diesem Angst/Klammer-Problem sehrwohl arbeiten kann und das auch eine gute Übung fürs Selbstvertrauen und Selbstbeherrschung ist, ist meine Freundin der Ansicht, dass ich mich von dem Pferd lieber trennen sollte, weil man Angst nie ganz raus kriegt und meine Stute immer hochsensibel sein wird. Beide haben auf ihre Weise Recht.
Sie ist der Meinung, dass die Idee mit dem Beritt und Einstellen auf dem Hof letztendlich nur ne teure Erfahrung wäre, die mich höchstens noch runterzieht. Das kann sein ... muss aber nicht.
So ein bisschen ist das auch meine Sorge, aber andersherum lässt sich eine
20jährige Schwerstekzemerin mit dem Temperament nur sehr, sehr schwer in gute Hände abgeben.
Und mal abgesehen davon ist sie das höflichste Pferd, was ich kenne, solange man nicht draufsitzt.
Ich bin also hin und hergerissen, was mein Weg ist, bzw was ich anders oder besser machen könnte. Zum einen bin ich der Meinung, dass ich lernfähig bin und auch auf einem guten Weg bin. Aber andererseits habe ich einen riesen Stress, weil ich mich nicht blamieren will, nicht versagen oder kapitulieren möchte.
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Eine Alternative bzw. die Alternative für mich wäre, Stute in Reit-Rente (wieso soll sie noch geritten werden)? und stattdessen Karriere als Bodenarbeits- oder Zirzensikpony und Joggingpartner.
Wenn ich 3 Monate Beritt rechne, käme ich bei uns auf 1.500,-- €.
Ich weiß ja nicht, was es bei Euch kostet.
Weniger als 3 Monate bringt nichts.
Und das Pferd wird dadurch nicht 1.500,-- € wertvoller.
Sie bleibt unverkäuflich aufgrund Exem und Alter.
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