Seit Tagen Routine.
Wir bekommen gerade einen neuen Hallenboden, daher ist Spazierengehen und Laufen lassen in der Halle natürlich nicht möglich.
Moppelchen hat daher heute einen Stehtag. Ich mach das zwar nicht gern, da ihre Beine hinten anlaufen, habe mich aber dazu entschieden, da der einzige Platz mit einem halbwegs vernünftigen Boden der Roundpen ist. Hier war sie noch nie und müsste auch allein rein. Das würde sie sehr aufregen und Aufregung ist genau das, was ich vermeide.
Sie schmeißt ihr Fell ab wie wild - ihr ist warm. Sie schwitzt aber zum Glück nicht unter der Decke.
Die Decke kann ich auch nicht
abnehmen, da sie ja damals in der Klinik teilweise geschoren wurde und ich Angst habe, dass sie sich den Darm (genau da wurde ja geschoren) verkühlt.
Also putze ich runter, was möglich ist.
Ich habe vermutlich schon Halluzinationen. Ich meine, dass ihr anderes Kiefergelenk auch irgendwie komisch aussieht.
Hoffentlich habe ich unrecht und es ist noch nicht so weit, dass es langsam ausleiert. Sie nagt ja blöderweise am Trog und gern an Holz. Wenn sie das nur lassen würde!
Ich habe riesige Angst, dass sie das gesunde Gelenk entweder ausleiert oder es gar rausspringt und/oder sich verhakt. Dann ist definitiv Schluss.
Sorry, bin heute etwas deprimiert. Derzeit ist alles etwas viel für mich und ich kann einfach nicht anders.
Zu Mindest verstehe ich jetzt, was es heißt, dass einen die Liebe antreibt.
Egal ob Rücken oder Sehnen schmerzen (wir haben leider einen Rohrbruch, daher muss ich jeden Liter Wasser aus dem Casino holen und die Treppe zu meinem Futterlager ist eine Gefahr für sich), ich in pausenlos gebückter Haltung Kilo um Kilo Futter und Wasser schleppe, ich muss einfach weitermachen - ein Blick von ihr reicht.
Die Stallbesitzer unterstützen mich, so gut es geht.
Sie haben derzeit zwar jede Menge eigene Probleme, da Elektrik und Wasserleitungen teilweise aufgegeben haben. Außerdem gabs jetzt den neuen Hallenboden (sie haben den Stall vor ca. 6 Monaten gepachtet und der Vorpächter hat durch Pleite alles komplett runtergewirtschaftet. Das haben sie auch nicht erwartet).
Noch immer wird sie nachts kontrolliert und gefüttert. Der Stallbesitzer hat mir versprochen sie heute spätabends noch kurz spazieren zu führen, wenn seine Frau mit ihrem kranken
Haffi geht - damit sie nicht allein ist.
Ich kann Beiden nicht genug danken. Ich weiß nicht an welchem Stall ist das hätte stemmen können - immerhin bin ich alleinerziehend und habe auch noch einen Job. Meine über 70-jährige Mutter kümmert sich zwar gern um beide Pferde, longiert mein Reitpferd und geht mit Moppelchen 2x wöchentlich spazieren, aber sie kann eben auch nicht mehr so und hat Angst mit Moppelchen rauszugehen, da sie ja nur ein Halsband trägt und draußen nervös ist. Meine Mama kümmert sich auch um mein Kind, damit ich zum Stall oder arbeiten kann.
Die
RB meines Reitpferdes ist leider, leider gar keine Hilfe. Ich habe sie zwar mal gebeten aber sie hat Moppelchen leider nur 1x geputzt. Ansonsten kommt da leider nichts und ich mag nicht dauernd bitten.
So, jetzt genug gejammert.
Morgen ist ein neuer Tag. Ich muss den ganzen Tag in die Firma *grusel* und kann abends am Stall nur das Nötigste machen (allein die Futterzubereitung dauert momentan ca. 2 Std.).
Übermorgen dann gehts für beide Pferde wieder los und zwar mit Volldampf.
Alles durchputzen, Lymphdrainage, Massage, Reiten, Spaziergang, Futter machen, Sattelzeug in Ordnung bringen.