Saludos,
da ich – jetzt schon zum wiederholten Mal – auf eine Aussage wie diese:
"Spanier … züchten heute mehr in Richtung "Deutsches Reitpferd". Was eine Katastrophe für gerade für den Andalusier ist." gestoßen bin, muss ich mal meinem Unmut Luft machen

Diese Aussage ist so einfach nicht richtig.
Fest steht, dass der
PRE seit einigen Jahren vermehrt auf
Exterieur und Rittigkeit gezüchtet wird. Was auch bitter nötig ist. Da es lange, lange Zeit überhaupt keine verbindlichen Zuchtkriterien gab, wurde da nämlich auch unglaublich viel Murks zusammengezüchtet: Viel Hals, viel Mähne, schlechter Rücken, schlechte Hinterhand. Wie gesagt: dieser Trend scheint gottlob ein Ende zu haben.
Was das
Exterieur und die Bewegungen angeht, unterscheidet sich der
PRE auch heute noch gravierend vom
WB: Zum einen durch den quadratisch, bisweilen minimal recheckigen Körperbau. Zum anderen durch die Bewegungen, die viel mehr aus der Schulter heraus kommen, also hoch-weit sein sollen (im Gegensatz zu den weiten
WB-Bewegungen). Dazu kommen der andere Halsansatz und die andere Aufrichtung.
In dem Zusammenhang mit der Entwicklung des
PRE höre ich zudem immer wieder das Argument: Ja heute sind die Pferde aber nur auf Größe gezüchtet. Das stimmt sicher. Wobei das vor allem zwei Gründe hat: die verbesserten Aufzuchtbedingungen und die größer werdenden Reiter. Davon abgesehen: Wenn man sich mal Fotos von alten Hengsten anschaut (so vor 50, 60 Jahren) unterscheiden diese sich oftmals überhaupt nicht von den Pferden, die heute als modern bezeichnet werden.
Alles in allem wandelt sich der
PRE momentan vom Showpferd, was bequem zu sitzen und so imposant war, dass man auf der Rómeria auch ohne große reiterliche Kenntnisse glänzen konnte

zum echten REITpferd. Und das ist auch prima so…
LG
Andrea