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Alt 11.08.2006, 02:29   Erfahrungen mit Magengeschwüren Beitrag #1
Milan+Najm
Fohlen
 
Registriert seit: 07.08.2006
Hallo,

da ich damals mit den Magengeschüren bei meinem Pony so ziemlich im Dunkeln stand und keine Ahnung von hatte, möchte ich euch meine Erfahrungen hier mal mitteilen, vielleicht kann ich euch ja einige Ratschläge geben, solltet ihr und euer Pferd gerade dieses Leiden am Halse haben.

Mein DRP Milan, 25 J., hatte im Okt. 04 ein deftiges Magengeschwür.

Dies äußerte sich so:
er war nach seine Fesselgelenk-OP auf der Sommerkoppel im Kururlaub, danach im heimischen Stall sah er ziemlich schlapp aus und hatte auch abgenommen. Ich dachte mir aber zunächst nichts dabei...
bis er eines abends eine heftige Kolik hatte - Milan wollte sich immerzu hinwerfen und konnte kaum noch alleine stehen, es war die Hölle auf Erden!!!
Die TÄ führte eine Rektaluntersuchung durch, legte eine Sonde um evtl. Aufgasungen aus dem Magen zu bekommen und behandelte mit krampflösenden Mitteln. Alles war danach wieder gut...
dachte ich, aber falsch gedacht! In den nächsten Tagen danach hatte Milan noch weitere 3, Gott sei Dank aber leichtere Koliken. Ich war ratlos und fix und alle.
Ich entschloss mich Milan in die Klinik nach Iffezheim zu bringen, denn nur dort gab es die Möglichkeiten die Ursachen für Milans Leiden festzustellen. Milan wurde eine Sonde in den Magen eingeführt (Gastroskopie)... und da waren sie - lauter rote, entzündende Krater -> Magengeschwüre!!! Habe Bilder davon bekommen, sieht echt übel aus.

Ich musste Milan bestimmt 2 Monate lang mit Pronutrin und 3 x tägl. mit je 7Ranibetatabletten (Säureblocker) behandeln. Das war sehr zeitaufwendig und saumäßig teuer... aber egal, es war für Milans Gesundheit!!!

Die Ursache von den Magengeschwüren konnten mir die Ärzte aber nicht sagen, ich nehme an, dass sie durch die Schmerzmittel und Entzündungshemmer (Equipalazone) entstanden sind die Milan wg. seinem Fesselgelenk bekam und evtl. durch die Trauer nach den Sommerkoppel-Kameraden dann letztendlich zum Ausbruch kam.

Es gibt aber noch viele andere Gründe: Pferde produzieren, im Gegensatz zum Mensch der nur wenn er Essen zu sich nimmt Magensäure produziert, andauernd Magensäure. Übertrifft die Magensäureproduktion aber die im Körper enthaltenen Schutzmechanismen (Magenschleimschutzschicht) kann dies zum Magengeschwür führen. Auslöser können sein: Stress und Überlastung besonders bei Sportpferden), falsche Fütterung (zu wenig Heu und zu viel Kraftfutter), falsche Haltung (reine Stallhaltung, keine Koppel), Medikamente u.v.m
Im Internet kann man zum Thema Magengeschwüre tolle Artikel finden,
einfach mal in Google "Magengeschwüre Pferd" eingeben.

Milan hatte im Dez 04 nochmals einen leichten Rückfall, er hat sich bei unserem chaotischen Weihnachtsritt zu arg aufgeregt. Aber seitdem sind wir Beschwerdenfrei!!!!!

Bei Milan achte ich seitdem auf Folgendes: so lange wie möglich Koppelgang (im Sommer steht er Tag und Nacht draußen), immer ausreichend Heu zu futtern (das langsame fressen von Heu führt zu einer intensiven Einspeichelung, der Speichel puffert die Magensäure), schonend reiten (hauptsächlich gemütlich ins Gelände), bei Medikamenten und Spritzen durch den TA darauf achten, dass diese magenfreundlich sind (kosten allerdings meist etwas mehr).

Füttern tu ich ihm tägl. im Winter 2 x ca. 1/2 kg Naturmüsli Beste Jahre und 2 x 8 g Hefekultur von St. Hippolyt, sowie Kräuter (Fenchel-Anis-Kümmel -> gut für den Magen-Darm-Bereich), 2 x wtl. Mash mit Leinsamen und natürlich Heu.
Im Sommer füttere ich, neben rund um die Uhr Gras,1 x täglich 1/2 kg vom Müsli, 15 g Hefekultur und die Kräuter.

Milan fühlt sich zur Zeit sauwohl und er ist für sein Alter topfit!!! Ich hoffe das bleibt noch lange so und die Magengeschwüre bleiben Vergangenheit!!!!!

Ich würde mich total freuen, wenn ihr mir eure Erfahrungen mit Magengeschwüren berichtet und allen die mit ihrem Pferd gerade gegen ein ****** Magengeschwür ankämpfen, drück in gaaaannnzz fest die Daumen, dass dies schnell wieder besser wird!!! Falls ihr noch Fragen habt, versuch ich gern euch zu helfen!

L G
Anja
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Alt 12.08.2006, 15:57   Erfahrungen mit Magengeschwüren Beitrag #2
Askia
möchtergern Pony
 
Benutzerbild von Askia
 
Registriert seit: 11.08.2006
Ort: Bodensee
Hallo,
Magengeschwüre sind zwar nicht das primäre Problem meines Pferdes, (anzeichen für Magenprobleme hat sie zeitweise schon) aber ich will dieser Box noch eine kleine Zusammenfasung hinzufügen.

90 % der Rennpferde, 60 % der Turnierpferde, 50 % der Fohlen und 30 bis 40 % der Freizeitpferde haben Magenläsionen. Dabei wird es meist aber nicht so schlimm wie zum Beispiel bei Anja's Pferd.

Magenprobleme (Gastritis,Magenläsionen,Geschwüre) machen sich oftmals früher bemerkbar als man denkt.

Symptome sind: Schlecken (Lippen und besonders an Metallteilen), Leerkauen, häufiges Gähnen, Berührungsempfindlichkeit am Magenmeridian (zwischen den vorderbeinen und Gurtlage) - äussert sich oft in Sattelzwang, zögerliches Bergabgehen, bei Koppern vermehrtes Koppen,
scharfe Falten in der Maulpartie, Rülpsen, nach innen gekehrter, trauriger Blick, und letztendlich auch Koliken (besonders während/kurz nach der Kraftfutteraufnahme).

Ursachen:
Stress: Stressursachen sind Haltung (z. B. Mangel an Bewegung, Mangel an geeignetem (!) Sozialkontakt), Reiten (z. B. Missverständnisse, Überforderung), Schmerzen (oftmals haben Magenpferde auch noch andere Erkrankungen)
zu Lange Fresspausen: über 4 Stunden um zu vermeiden das die Magensäure die Magenwand angreift, da im Pferdemagen permanent Magensäure produziert wird.

Das häufige Gähnen vieler Pferde im Frühjahr hat nichts mit Frühjahrsmüdigkeit zu tun, sondern mit den oft langen Fresspausen im Winterhalbjahr und zu geringer Raufutterportion.

Diagnose: Die einzige Möglichkeit um Magengeschwüre sicher zu Diagnostizieren ist die Gastroskopie.

Behandlung / Vorbeugung: Man sollte versuchen die Ursachen weitgehend auszuschalten.
Keine langen Fresspausen,
Heu vor dem Kraftfutter,
Reduktion von Stress,
genug qualitativ hochwertiges, pferde geeignetes Heu.

Medikamentös: Säureblocker usw. (Tierarzt)

Ich hatte bei leichten Anzeichen von Magenproblemen gute Erfolge mit Heilerde und natürlich Reduktion der oben genannten Ursachen.
Das gesamte Verdauungssystem hängt zusammen. Als ich bei meinem Pferd die sehr schlechte Darmflora behandelt habe, wurden auch die Magensymptome besser.

Ach ja, noch was. Gerade wegen dem Equipalazone. Viele Leute wissen es nicht und stopfen es mit Vergnügen Wochen lang in ihr Pferd. Mein TA hat das gar nicht da und bestellt es nur auf ausdrücklichen wunsch und ausgiebiger Aufklärung wie ich sie gleich berteibe.

Equipalazone ist ein Cox 1 und Cox 2 Hemmer. Cox 2 betrifft wie gewünscht die Gelenke. Cox 1 Legt sich aber auf den Darm . wenn ich das recht verstanden habe wird dadurch die Darmdurchblutung vermindert mit dementsprechend negativen Folgen. Equipalazone sollte deswegen nicht über längeren Zeitraum verwendet werden und kann zu Problemen führen. Von der wirkung her ist Equi sehr stark schmerzhemmend und mittelmäßig entzündungshemmend. Zum beispiel bei chronischen gelenkserkranungen wollen wir ja hauptsächlich Entzündungshemmung und weniger schmerzhemmung, da zur bekämpfung einer Entzündung ja schonung von nöten ist, und das geschieht um so weniger, je weniger schmerzen das Pferd hat. Alternativ gäbe es also Metacam. Die Entzündungshemmende wirkung davon ist mehrfach höher als die von Equipalazone, während es nur eine geringe schmerzlindernde wirkung hat (von der schmerzlinderung durch entzündungshemmung mal abgesehen). Was in unserem Fall wirklich interessiert ist aber das Metacam ein reiner COX 2 Hemmer ist und somit für das Magen-Darm System verträglich .

Nachteil von Metacam ist das es teurer ist, aber was die entzündungshemmung betrifft, wirkungsvoller und wie gesagt für das Magendarmsystem verträglicher.

Geändert von cephista (29.10.2008 um 08:10 Uhr) Grund: Doppelpost
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Alt 29.10.2006, 16:17   Erfahrungen mit Magengeschwüren Beitrag #3
AnneB.
Nanto Diabolo
 
Benutzerbild von AnneB.
 
Registriert seit: 13.05.2005
Ort: Siegerland
Bilder: 11
Danke für diese tollen und ausführlichen Berichte!
Gruß Anne
  Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2006, 15:00   Erfahrungen mit Magengeschwüren Beitrag #4
Gast41865
Gast
 
Magengeschwür

Hallo bin neu hier,

meine Bekannte hat eine Hafistute die rülbst seit 2 Wochen...ist aber ansich total normal...wie immer..arbeitet vernünftig...fell ok...kot ok...etc. pp...habe dadrauf geachtet...sie hatte vor ein paar wochen eine kolik...zwei wochen später hat das angefangen...zwischendrin mal aufgehört und jetzt wieder angefangen...gibt es noch eine andere Möglichkeit ausser Magengeschwür für das rülpsen?ich habe mal in einer tierklinik angerufen und nachgefragt...die gastrokopie kosten an die 300€ und ich weis nicht ob sie das bezahlen möchte...gibt es möglichkeiten das pferd mit futter zu unterstützen o medikamente die man besorgen kann?? will da nicht rumexperimentieren, aber die maus tut mir leid...

l.g. ninon
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Alt 06.11.2006, 20:59   Erfahrungen mit Magengeschwüren Beitrag #5
Emka
Gnadenbrotpferd
 
Registriert seit: 24.07.2006
Ort: NRW
Es gibt Mittel, die auch ohne vorherige Gastroskopie rein prophylaktisch verabreicht werden können. Aber dazu bitte den TA befragen. Er soltle sich das Pferd wenigstens mal ansehen und die Symptomatik gesehen haben.
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Alt 06.11.2006, 21:59   Erfahrungen mit Magengeschwüren Beitrag #6
cindylindy
Sportpferd
 
Benutzerbild von cindylindy
 
Registriert seit: 08.02.2005
Hallo Milan!
Was hast Du denn für das Pronutrin bezahlt? Un in welcher Dosis hast Du es verabreicht?
LG Siggi
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