In Absprache mit der zuständigen Mod möchte ich nun hier unseren neuen Exterieurbeurteilungsthread eröffnen.
Hier im ersten Posting nun erst mal eine kleine Fotografieranleitung:
Da jedes Pferd nur EINMAL bewertet wird, ist es ratsam, gleich beim ersten Mal brauchbare (bewertbare) Fotos einzustellen. Steht das Pferd dennoch zu schräg, kann dann leider immer nur ein Teil des Körpers begutachtet werden.Ganaschen
- es sollte genügend Platz zwischen dem hinteren Rand des Unterkiefers und der Halsmuskulatur sein. Pferde mit wenig Ganaschenfreiheit sind schwieriger an den Zügel zu reiten. Erzwingt man hier eine Beizäumung, bildet sich durch die Gegenwehr des Pferdes leicht ein Unterhals.
Unterhals
- viele junge, ungerittene Pferde haben in den ersten Lebensjahren einen Unterhals
- entsteht bei gerittenen Pferden durch falsche und unsensible Ausbildung
gut angesetzter Hals
- davon spricht man, wenn er in einem Winkel von 90° zum Schulterblatt steht
- man wünscht sich Dressurpferde eher mit einem hoch angesetzten Hals, Westerpferde eher mit einem niedrig angesetzten Hals
Axthieb
- deutliche Einkerbung zwischen Widerrist und Halsansatz
- entweder genetisch bedingt (Vollblutrassen) oder durch falsches Reiten erworben
Widerrist
- ein gut ausgeprägter Widerrist begünstigt eine gute Sattellage
Schulter
- analog zum Halsansatz wünscht man sich bei Dressurpferden eine möglichst schräge Schulter und bei Westernpferden eine möglichst steile (allerdings sind dies lediglich Anhaltspunkte, denn viele Ausnahmen bestätigen, daß auch mit einer schrägen Schulter flache Gänge und mit einer steilen Schulter ein guter Raumgriff möglich sind)
Carpalgelenk
- sollte möglichst einen Winkel von 180° aufweisen, also gerade sein
- ist der Winkel größer. spricht man von durchbiegig, ist er kleiner von bocksbeinig (diese beiden "Fehlstellungen" führen bei hoher Belastung des Pferdes leicht zu frühzeitigem Verschleiß der Gelenksknorpel)
- die meisten Pferde sind leicht rückständig, tragen damit etwas vermehrt Gewicht auf der
VHFesselgelenk
- die Winkelung ist am günstigsten bei 135°
- je steiler das Gelenk, desto weniger Stroßdämpfung, je flacher, desto höher die Belastung von Sehnen und Trachten
- ähnlich verhält es sich mit der Länge der Fessel
Rücken
- hier gibt es keine konkreten Vorgaben
- er soll nicht lang, zu kurz, zu gebogen, zu gerade, zu flach, zu steil, zu karpfig sein
- wenn er vor der Kruppe leicht abgesetzt ist, ist dort entweder zu wenig Muskulatur oder diese Form ist genetisch bedingt; zweiteres hat keine größere Bedeutung, solange dieser Schönheitsfehler nicht krass ins Auge sticht.
Hanken
- lange Muskulatur und Knochen bedeuten hohe Hubgeschwindigkeit, niedrige Hubkraft
- kurze Muskulatur und Knochen bedeuten niedrige Hufgeschwindigkeit, hohe Hubkraft
- man wünscht sich beim Hüftgelenk einen Winkel um die 100°, ein kleinerer Winkel ermöglicht größeren Raumgriff bei verringerter Schubkraft, ein größerer Winkel hat den gegenteiligen Effekt
- Pferden mit flacher Kruppe fällt die Versammlung schwerer
- von überbaut spricht man, wenn die Kruppe höher ist, als der Widerrist, was bei Pferden im Wachstum normal ist, bei "fertigen" Pferden zu einer Mehrbelastung der Vorhand führt
- das Kniegelenk wünscht man sich in einem Winkel von ca. 140°
- das Sprunggelenk in einem Winkel von 150°, ein kleinerer Winkel heißt hier säbelbeinig und bedeutet eine Mehrbelastung für die Gelenkknorpel
Gelenke
- sollten möglichst groß sein, da Bie Belastung, und somit der Verschleiß pro Flächeneinheit umso größer werden, je kleiner das Gelenk ist
- sollten korrekt gestellt und gewinkelt sein
Hufe
- Die Zehe sollte im gleichen Winkel zum Boden stehen, wie die Fessel. Ist der Winkel zu groß, ist die Huf-/Fesselachse gebrochen, was je nach Stärke zu Problemen mit der Hufrolle, dem Hufknorpel, den Sehnen und der gesamten Hufform führen kann.
- Ist der Winkel zu klein, spricht man von einem Bockhuf oder von einem Sehnenstelzfuß (ersterer ist oft angeboren)
In eigener Sache: die Fotos werden in der Reihenfolge bewertet, wie sie eingestellt werden (das gleiche gilt für die Beantwortung von Fragen). Durch wiederholtes Nachfragen schaffe ich das ganze leider trotzdem nicht schneller. Da ich parallel hier und in anderen Foren mehrere verschiedenartige Beurteilungsthreads laufen habe, kann es schon mal zu Staus kommen. Ich bitte mir dies nachzusehen.Lg fuexjen