Um die akuten Schmerzen zu nehmen, kann der Schmied mit einem "Reheeisen", oder einem
Eisen falsch herum (mit offener Zehe) aufgenagelt, den Hufmechanismus s.d. außer Kraft setzen um zu verhindern, daß der schmerzende Bereich (Der Bereich zwischen Zehenwand und Hufbein) beim Auffußen nach unten sinkt.
Für die weitere Behandlung bin ich jedoch der Meinung von Frau Dr. Hiltrud Strasser - eine Heilung der einmal eingetretenen Rehe ist durch Dauerbeschlag mit Reheeisen nicht, oder nur in den seltensten Fällen zu erreichen.
Mit der Ablösung der Hornwand vom Hufbein wirken nämlich die Zugkräfte der Hufbeinbeugesehne, welche um das Fesselgelenk herum an der unteren Hufbeinspitze ansetzt, und ziehen das Hufbein nach unten zur Sohlenfläche. Dies kann zum Sohlendurchbruch führen.Um dieser Hufbeinrotation vorzubeugen muß der Huf so ausgeschnitten werden, daß der Hufmechanismus wieder in Gang kommt um tragfähiges Horn zu produzieren und ein "Anwachsen" des Hufbeins an das Horn zu gewährleisten.Dabei wird alles Überflüssige Wandhorn einschließlich der weißen Linie bis fast an das Sohlenhorn entfernt um dem Hufbein die physiologisch richtige
Stellung wiederzugeben. Dieses Horn hat sowieso keine tragende Funktion mehr und behindert das Abrollen des Hufs. Außerdem wird durch die Hebelwirkung der zu langen Zehe immerwieder das "Anwachsen" des Horns an den Knochen behindert. Diese Maßnahmen müssen solange fortgeführt werden, bis das Hufbein wieder in der Hornkapsel hängt, d.h. bis es vom Kronrand herunter wieder normal gewachsen ist.