Eigentlich darf ich gar nicht mitreden

ich habe mein Pferd erst seit 3 Monaten.
Ich bin als etwa 12 jährige vom eher gehobenen Schulstall (23 Stunden Box und dann erstmal beim Galopp alle bockend durcheinander, je größer Papis Auto war desto öfter ist der
RL auf den Schüler eingegangen und Privatpferde durfte man nicht mal angucken) auf einen Isländerhof gekommen: Offenstallhaltung, kindgerechter Unterricht, brave Pferde und eine Gemeinschaft, in der jeder gleich behandelt wurde. Das hat mich geprägt und in einen solch ähnlichen Stall ging ich später als
RB, denn für mich war Gruppenhaltung im Offenstall mit Freizeitreitern einfach das richtige.
Mein eigenes Pferd steht nun im selben Stall wie meine
RB früher und erst jetzt sehe ich vieles anders: die fehlende Halle, ständig ausfallender Unterricht wegen Wetter, das Pferd bekam
Mauke und so spaßig ist es auf Dauer auch nicht, 3 mal am Tag hinzujuckeln um dem Pferd Medikamente zu geben.
Es musste was anderes her, am besten das genaue Gegenteil: ich reservierte eine Box in einem Privatstall, der trotzdem mit der Pferdeanzahl eines Vereins mithalten kann inklusive mehrerer
RL, schöner Boxen, viele Turnierreiter und das Ganze in
Kombi mit bestem Futter, täglichem Auslauf und finanziell eigentlich schon über der Schmerzgrenze, aber dem Pferd soll es ja an nichts mangeln und
RU ist bitter nötig, da Jungpferd.
Ich weiß nicht warum, aber so ganz wohl fühlte ich mich mit dieser Entscheidung nicht, das Pferd würde trotzdem 15 Stunden gegen vergitterte Wände gucken, dabei fühlt sie sich im
OS sauwohl, Matsch sind nach Regenwetter auch auf den dortigen Paddocks und ob ich als mit Jungpferd überforderter Freizeitreiter dort Freunde finden würde...?
Ich hab noch einen anderen Stall gefunden, ebenfalls Boxenstall mit Halle, aber eher wenige Turnierreiter, dort wird auch ein Offenstall angeboten. Heute habe ich zugesagt und fühle mich mit dieser Entscheidung deutlich wohler! Ich habe eine schöne Haltung (klar gibt es auch dort Matsch und das Pferd muss ich selbst zufüttern) kombiniert mit Trainingsmöglichkeiten, diversen
RL und vielen netten Leuten - das Ganze ist unschlagbar günstig, weil es eben Aufwand ist, der
OS-Bereich ist ein Stück von der Anlage weg, und ich kann bestimmt heute nacht wieder einschlafen ohne mir Sorgen zu machen.
Ich denke halt, irgendwas prägt einen halt und das fühlt sich dann auch immer "richtig" an. Bei dir klingt es so, dass du dir das selbstbestimmte Leben und viel Zusammensein mit den Pferden wieder mehr wünschst. Es lässt sich bestimmt eine Lösung finden, die das mit guten Reitmöglichkeiten verbindet! Dass man immer irgendwo Abstriche machen muss, ist klar, aber wenn man unglücklich zum Stall geht, stimmt doch was nicht!