Hallo,
ich hab ein riesen Problem mit einem meiner "Zöglinge" und würd mich sehr freuen über kompetenten Austausch mit Reitern, die auch Erfahrung in der Ausbildung von Jung- oder Problempferden haben - was nicht heisst, dass ich nicht über jeden Input froh bin ;-)
Es geht um einen 6jährigen Norikermixwallach (Statur wie ein sehr schweres
WB, nicht ganz so massig wie ein reiner Noriker) der seit fast 2 Jahren bei uns steht und komplett roh war, als er gekommen ist. Er gehört einer guten Freundin, ich reite ihn 2x wöchentlich und unterstütze die Beiden bei der Ausbildung.
Er war von Anfang an EXTREM triebig, ich hab, sobald ihm die treibenden Hilfen wirklich bekannt waren, ganz konsequent begonnen, meine treibenden Hilfen sehr selektiv einzusetzen, und bei nicht-Reaktion entsprechend weiter zu verstärken. Anfangs war es ohne "Bodenhilfe", Sporen und absolut lockerem Zügel unmöglich ihn auch nur annähernd in den Trab zu bringen, er hat einfach am ganzen Körper "dicht gemacht". Das war vor ca. 15 Monaten - mittlerweile bewegt er sich im Trab toll vorwärts, wird ohne Sporen geritten, lässt sich ehrlich über den Rücken fallen und toll um den Schenkel biegen, bei sehr gefühlvoller, aber sicherer Anlehnung - je nach Wunsch vorwärts/abwärts oder in guter Arbeitshaltung. Übergänge in den Trab - ob vom Halt oder Schritt aus - erfolgen prompt, Übergänge "retour" über den Sitz. Er fühlt sich super an, gigantisch, wie sich dieses Pferd entwickelt hat.
AAABER :-(
Galopp ist der schiere Albtraum, er blockiert komplett, ich brauch kompletten Körpereinsatz,bis die Hilfen soweit verstärkt sind, dass er dann doch mal in den Galopp fällt - ob für 3 SPrünge, oder an sehr guten Tagen mal für eine Tour; ich kann ihn gut einschätzen, und pariere von mir aus durch, wenn ich spür dass ich mit treibenden Hilfen jetzt am Limit bin. Da kämpf ich aber WIRKLICH - von normalem Schenkeldruck, über Schenkel+Gerte bis hin zu Gerteneinsatz "was geht" - ich schenk ihm gar nichts, versuch aber dabei, für ihn vorhersehbar zu reagieren. Manchmal nimmt ers an, und "setzt ihn nach vor" (minimal.. er galoppiert dann halt mal zügig voran), an anderen Tagen ists einfach unmöglich, da hab ich NULL Chance durchzukommen. Was ich einfach sehr unlogisch find- er ist im Trab wirklich sehr rittig und fein mittlerweile, und macht im Galopp so absolut dicht - wir machen uns sehr viele Gedanken, aber DIE durchschlagende Idee fehlt einfach.
An Tagen, grad auch jetzt wo es so kalt war, ist er im Trab auch mal "kernig",geht genial vorwärts, kann auch spritzig sein, gehts ans Galoppieren, blockt er aber komplett ab, und beginnt an der Stelle zu hüpfen. Was ich zu unterbinden weiss - aber es ergibt alles einfahc keinen Sinn, in der Galopparbeit (die ich natürlich entsprechend kurz halte, da er ja doch ein schwereres Pferd ist) wird kein Fortschritt, keine Veränderung spürbar - jeder einzelne Galoppsprung IST Schwerstarbeit.
Er steht im Offenstall, wird ca. 3-4x pro Woche geritten, dazu 1-2x longiert und 1x ausgeritten, hat üblicherweise 2 Stehtage pro Woche. Der Sattel wurde entsprechend dem Aufbautraining mehrmals vom Sattler angepasst, und passt hervorragend. Auch von chirporaktische rund osteopathischer Seite ist alles in Ordnung - da hatte er zwei Kontrollen in den vergangenen 1,5 Jahren.
Ich trau mich zu behaupten, Erfahrung mit der Ausbildung von Jungpferden zu haben, die alle zu sehr sehr leichtrittigen, lockeren Reitpferden herangebildet wurden. Wie sich ja auch der Wallach mittlerweile im Schritt und Trab zeigt - aber Galopp, der steht auf einem anderen Blatt geschrieben.