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Alt 23.05.2012, 14:19   Hufrehe... wer kennt sich aus? Beitrag #1
*Pferdefreak*
Lehrpferd
 
Registriert seit: 24.09.2009
Wahrscheinlich gibt es schon genügend Threads zu dem Thema. ich hab aber über Suchfunktion nichts passendes gefunden.

Ich möchte mal mehr über Hufrehe erfahren, da es uns jetzt auch erwischt hat.

Gott sei Dank nur ganz leicht und der Akkute Schub ist auch schon wieder vorbei. Pferd läuft einwandfrei ohne lahmheit zu zeigen.

Wie gehts jetzt weiter? Wie hoch ist die Gefahr dass es wieder kommt? bzw. wie würdet ihr an die Sache rangehen mit anweiden, Bewegung, usw...

Die Stallbesitzer behaupten dass die Rehe sowieso nur kam weil wir im Winter in die Mineralpellets noch ca. 100g Luzerne gemischt haben... was aber das letzte Mal vor ca. 3 Monaten war....
jetzt mal ehrlich... kann dass denn sein?

wieso kam dann die Rehe nachdem die Weide gerade mal eine Woche eröffnet wurde? Und bei uns gibts kein Weidemanagement... die weide wird aufgemacht und die Pferde stehen im Offenstall... dann dürfen sie erstmal fressen, fressen, fressen,...


Aber grundsätzlich freue ich mich Tips zu bekommen.
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Alt 23.05.2012, 14:37   Hufrehe... wer kennt sich aus? Beitrag #2
rotkaeppchen89
...liebt Schecken...
 
Benutzerbild von rotkaeppchen89
 
Registriert seit: 27.06.2010
Ich würde mir darüber ein Buch kaufen wenn es mich selber betreffen würde.
Eine Kollegin im Stall hats ähnlich getroffen.
Pferd kam auf die Sommerweide und hatte nach einer Woche ihrem ersten Reheschub.
Das Pferd steht jetzt seit 2 Wochen auf dem Padock und sieht Gras nur aus der Ferne.
An manchen Tagen ist es besser und an manchen wieder schlechter.

Ein anderes Rehepferd ausm Stall kommt nur mit Maulkorb auf die Weide.

Ich glaube nicht, dass das von der Luzerne kam...

Was hat denn der Tierarzt dazu gesagt?
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Alt 23.05.2012, 15:11   Hufrehe... wer kennt sich aus? Beitrag #3
Andrea1987
Fohlen
 
Benutzerbild von Andrea1987
 
Registriert seit: 23.05.2012
Bilder: 3
Eine Hufrehe kann durch mehrere Ursachen bedingt sein. Ihnen ist gemeinsam, dass sie zu einer Störung der Mikrozirkulation des Blutes im Bereich der Huflederhaut führen.

Die Belastungsrehe entsteht durch Überbelastung des Hufes. Sie wird vor allem durch langes Laufen auf harten Böden ausgelöst („Marschrehe“) oder durch Überlastung eines Hufes z. B. nach der Ruhigstellung des gegenüber liegenden Beines. Auch lange Stallphasen können aufgrund der dadurch ausgelösten Störung der Blutzirkulation zu einer Rehe führen („Stallrehe“).

Die Futterrehe ist die am weitesten verbreitete Hufrehe und wird durch falsche Fütterung verursacht. Eine kohlenhydratreiche Nahrung fördert das Entstehen von Stoffwechselstörungen. Strukturlose, kohlenhydratreiche Futtermittel (z. B. Getreide) führen zu einer explosionsartigen Vermehrung der Streptokokken (kohlenhydratspaltenden Bakterien) im Dickdarm und zu einer massiven Freisetzung von Milchsäure. Diese verursacht ein Massensterben der rohfaserverdauenden Bakterien und eine Freisetzung von Giftstoffen (Endotoxine) und eine Übersäuerung im gesamten Organismus. Ähnlich können bei der Rehe durch Wasseraufnahme durch Aufnahme größerer Mengen kalten Wassers vermutlich die Darmflora geschädigt und Endotoxine freigesetzt werden.

Eine Geburtsrehe kann durch Verbleiben von Kleinstteilen der Nachgeburt in der Gebärmutter entstehen. Hierbei kommt es zu einer bakteriellen Zersetzung und der Aufnahme von Endotoxinen in die Blutbahn.

Bei der Vergiftungsrehe werden im Darm ähnliche Vorgänge wie bei der Futterrehe ausgelöst. Vergiftungen können entstehen bei Aufnahme von Giftpflanzen wie z. B. Wicken, Robinie, Rizinus und Eicheln sowie durch Herbizide, Fungizide, Pestizide, Schimmelpilze, Pilzsporen und Schlangenbiss. Gelegentlich sind aber auch Impfungen und Wurmkuren die Auslöser einer Vergiftungsrehe, wenn ein massiver Parasitenbefall vorlag und große Parasitenzahlen absterben. Hier besteht eine Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen.

Bestimmte Medikamente können die Ursache für eine Medikamentenrehe sein. Unter besonderem Verdacht stehen Cortisonpräparate.

Eine Rehe kann auch als Folge- oder Begleitkrankheit beim Cushing-Syndrom, Schilddrüsenerkrankungen, Zyklusstörungen der Stute (Dauerrosse oder ausbleibende Rosse), Koliken (Vergiftung durch Dickdarmgärung) und Darmentzündung infolge von Durchfallerkrankungen sowie als Folge einer Hyperlipidämie (erhöhte Blutfette) oder Kreuzverschlags entstehen. Auch Strom- oder Blitzschlag können eine lokale Entzündung und damit eine Rehe hervorrufen.

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---------- Beitrag hinzugefügt: 15:01 ----------

Irgendwie wollte meine ganze Anwort hier nicht rein :-)

Also ich hatte selbst mal ein ganz liebes Pferd, dass häufig unter Hufrehen gelitten hat. Der durfte immer erst frühestens im Sommer raus, also so ab Juli / August. Bis dahin haben wir ihn zwar schon immer mal grasen lassen aber maximal eine halbe Stunde oder ab und zu durfte er mal eine Stunde mit auf die Koppel je nach Koppelzustand, also wie abgefressen.
Bei ihm war es so schlimm, dass er bei jedem Reheschub einen Hufverband bekommen hat, anfangs trocken und dann mit Rivanol angegossen und wenns ganz schlimm war, wurde er vorne eingegipst.
Des war ganz ein ganz ein armer, wenns blöd gelaufen ist hats auch schon gereicht, wenn er mal Silage zum fressen auf dem Paddock bekommen hat.
Ich hab ihn dann meist nur noch als Handpferd mit ins Gelände genommen, oder bin auch so mit ihm spazieren gegangen oder hab gemütliche Schrittausritte mit ihm gemacht. Und wenn er einen sehr guten Tag hatte haben wir auch mal auf dem Platz oder in der Halle "gearbeitet" aber das kam leider nur noch selten vor. Hab mich deswegen auch furchtbar mit der Besitzerin gestritten weil die es von mir nicht gut fand, dass ich ihn nicht mehr wirklich Dressur geritten bin. So haben sich dann auch leider unsere Wege getrennt, weil ich es nicht mit ansehen konnte was sie noch von ihm verlangt hat. Ich mein der war eh schon alt mit seinen damals 24 Jahren und dann noch so oft Hufrehe, ich finde irgendwann ist einfach gut mit "arbeiten", wir gehen ja schließlich auch in Rente. Naja aber sie war der Meinung der muss noch mehr tun, aber das konnte ich nicht, ich konnte ihm das einfach nicht antun, weil ich auch gemerkt hab er hat keinen Spaß mehr dran. Und mal ehrlich, lieber schone ich ihn doch und hab ihn vielleicht noch zwei / drei jahre länger wie dass ich ihn beim reiten so aufarbeite, oder?
Wie seht ihr das?

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---------- Beitrag hinzugefügt: 15:11 ----------

Noch eine kleine Anmerkung, weil du ja meinst du hättest das letzte mal Luzerne vor drei Monaten gefüttert, ich weiß zwar nicht ob Luzerne Hufrehe auslösen kann, aber es wäre grundsätzlich schon möglich dass die Auswirkungen erst jetzt auftreten, also drei Monate später. Hab nämlich von einem Bekannten gehört dass bei einigen Pferden Hufrehe erst im Herbst/Winter auftreten, von dem letzten "frischen" Gras, also so zusagen von dem, dass nach dem ersten abgefressenen wieder kommt, also wäre es grundsätzlich rein zeitlich schon denkbar. Dieser Bekannte ist Hufpfleger und somit auf dem Gebiet glaub ich schon sehr fit.
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Alt 23.05.2012, 15:59   Hufrehe... wer kennt sich aus? Beitrag #4
nala100000
"Rehlein" und Friesentier
 
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Hallo,

erstmal gute Besserung an dein Pferdchen. Wie lange ist der Schub denn jetzt her?

Weiß man woher die Rehe kam? EMS? Cushing? Futter? Wurden Röntgenaufnahmen der Hufe gemacht? Wie wurde denn behandelt?

Grundsätzlich musst du jetzt ein Leben lang vorsichtig sein. Nur das was es wirklich an Energie braucht verfüttern (wie das grundsätzlich sein sollte).

Gerade im Bezug auf Weide solltest du vorsichtig sein. Momentan ist die Witterung "ok". Du musst mit dem Anweiden bitte immer warten, wenn die Nächte wärmer als 8° C sind.
Hufrehe werden (angeblich) durch Fruktane ausgelöst, wobei meine Tierärztin (hat ihre Doktorarbeit über Cushing und Insuline geschrieben) sagte, dass man davon auch nicht mehr überzeugt ist.

Schau mal bei Google, da kannst du dir den Fruktankalender suchen. Es gibt auch ein spezielles Reheforum, mit hat das letztes Jahr sehr viel weiter geholfen, meine Stue hatte letztes Jahr auch ihren 1. und bisher einzigen Reheschub.
Die, die dort viele Jahre Erfahrung haben mit Rehe halten sich an den Fruktankalender und haben wohl seither wenig Probleme gehabt.

PS: die Rehe kann ganz schnell durch eine Fütterungsänderung ausgelöst werden, gerade bei Pferden die eventuell vorbelastet sind (Gewicht).
Meine Stand auch nur 2 Wochen auf der Weide, max. 4 Stunden und im 10 Minutentakt angeweidet, als einzige habe ich so konsequent angeweidet und wer hats bekommen? Natürlich meine
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Alt 23.05.2012, 16:14   Hufrehe... wer kennt sich aus? Beitrag #5
Sabino
Western et loped wieder;)
 
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Ort: im einzig wahren wuiden Süden! (Bayern, wo sonst?)
Bilder: 10
Willkommen im Club *ironisch gemeint, denn über DIESE Club-Mitgliedschaft freut sich echt keiner*

Wir haben Mai. Das Maigras ist extrem eiweißhaltig, strukturarm, fruktanreich, die Sonne knallt, die Gräser produzieren Fruktan auf Hochtouren.... Ich glaube, zur Zeit kriegen grad reihenweise wieder Pferde davon Hufrehe.

Bei der von Euch praktizierten Art des Weidegangs ist es ehrlich gestanden kein Wunder, wenn sowas passiert. Und das kam garantiert genau dadurch (wie Du schon ganz richtig vermutest), dass die Pferde von jetzt bis gleich in eine fruktanreiche Weide entlassen werden und sich damit vollmüllern können.

Vielleicht erzählst Du noch ein wenig mehr zu Deinem Pferd?

Manche Rassen sind gefährdeter, Übergewicht und schlummernde EMS-Veranlagung ist ebenfalls gefährlich.

Ich hab meine Kleine ein ganzes Jahr nicht mehr wirklich auf Gras gelassen und bibbere gerade täglich, obs auch gut geht (sie hat Maulkorb drauf und geht 3,5 Stunden auf Gras)

ich kann Dir das Hufrehe-Forum empfehlen, da steht eigentlich alles drin, was es zu dem Thema gibt.

Hier der Link zum Fruktankalender:
http://home.arcor.de/hufrehe/Fruktankalender.pdf

Nala10000:

und was ist bei Euch der Grundauslöser? Ist ja schon krass, wenn Du so vorsichtig vorgegangen bist...
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Alt 23.05.2012, 16:30   Hufrehe... wer kennt sich aus? Beitrag #6
nala100000
"Rehlein" und Friesentier
 
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@ Sabino

Bei uns war es das Futter Wieso, weshalb, warum? Keine Ahnung
Ich habs Futter weder umgestellt noch hat sie zu viel bekommen.

Meine Stute war auch laut Klinik "nur" 30 Kilo zu schwer, was ja bei einem Pferd nicht so wahnsinnig viel ist, man muss da auch bedenken, dass sie zu dem Zeitpunkt schon 3 1/2 Jahre wegen ständiger Verletzungen nicht mehr wirklich in Arbeit war und deswegen nach und nach ein bisschen zugenommen hatte.

Schicksal - nennen es die einen. Aber ich bin davon überzeugt das mein Pferd mich einfach nur "schulen" möchte Aktuell laufen wir mal wieder lahm. Und wir gehen nur ne Stunde am Tag spazieren und longieren 2-3 Mal die Woche. Geritten bin ich sie seit 2 Jahren nicht mehr Ein Montagspferd eben.

Sie darf mittlerweile wieder mit Fressbremse 1-2 Stunden raus (auch mit Anweiden)


Und du sagst es, in diesem Club fühlt sich keiner wohl

Hätte sie letztes Jahr die Rehe nicht bekommen, bekäme sie jetzt ihre Rente auf der Wiese bei einer Freundin, ABER.... Ist doch zum Mäuse melken
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