Eine Hufrehe kann durch mehrere Ursachen bedingt sein. Ihnen ist gemeinsam, dass sie zu einer Störung der Mikrozirkulation des Blutes im Bereich der Huflederhaut führen.
Die Belastungsrehe entsteht durch Überbelastung des Hufes. Sie wird vor allem durch langes Laufen auf harten Böden ausgelöst („Marschrehe“) oder durch Überlastung eines Hufes z. B. nach der Ruhigstellung des gegenüber liegenden Beines. Auch lange Stallphasen können aufgrund der dadurch ausgelösten Störung der Blutzirkulation zu einer Rehe führen („Stallrehe“).
Die Futterrehe ist die am weitesten verbreitete Hufrehe und wird durch falsche Fütterung verursacht. Eine kohlenhydratreiche Nahrung fördert das Entstehen von Stoffwechselstörungen. Strukturlose, kohlenhydratreiche Futtermittel (z. B. Getreide) führen zu einer explosionsartigen Vermehrung der
Streptokokken (kohlenhydratspaltenden Bakterien) im Dickdarm und zu einer massiven Freisetzung von Milchsäure. Diese verursacht ein Massensterben der rohfaserverdauenden Bakterien und eine Freisetzung von Giftstoffen (Endotoxine) und eine Übersäuerung im gesamten Organismus. Ähnlich können bei der Rehe durch Wasseraufnahme durch Aufnahme größerer Mengen kalten Wassers vermutlich die Darmflora geschädigt und
Endotoxine freigesetzt werden.
Eine Geburtsrehe kann durch Verbleiben von Kleinstteilen der Nachgeburt in der Gebärmutter entstehen. Hierbei kommt es zu einer bakteriellen Zersetzung und der Aufnahme von Endotoxinen in die Blutbahn.
Bei der Vergiftungsrehe werden im Darm ähnliche Vorgänge wie bei der Futterrehe ausgelöst. Vergiftungen können entstehen bei Aufnahme von Giftpflanzen wie z. B. Wicken, Robinie, Rizinus und Eicheln sowie durch Herbizide, Fungizide, Pestizide, Schimmelpilze, Pilzsporen und Schlangenbiss. Gelegentlich sind aber auch Impfungen und Wurmkuren die Auslöser einer Vergiftungsrehe, wenn ein massiver Parasitenbefall vorlag und große Parasitenzahlen absterben. Hier besteht eine Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen.
Bestimmte Medikamente können die Ursache für eine Medikamentenrehe sein. Unter besonderem Verdacht stehen Cortisonpräparate.
Eine Rehe kann auch als Folge- oder Begleitkrankheit beim Cushing-Syndrom, Schilddrüsenerkrankungen, Zyklusstörungen der Stute (Dauerrosse oder ausbleibende Rosse), Koliken (Vergiftung durch Dickdarmgärung) und Darmentzündung infolge von Durchfallerkrankungen sowie als Folge einer
Hyperlipidämie (erhöhte Blutfette) oder Kreuzverschlags entstehen. Auch Strom- oder Blitzschlag können eine lokale Entzündung und damit eine Rehe hervorrufen.
---------- Automatische Beitragszusammenführung ----------
---------- Beitrag hinzugefügt: 15:01 ----------
Irgendwie wollte meine ganze Anwort hier nicht rein :-)
Also ich hatte selbst mal ein ganz liebes Pferd, dass häufig unter Hufrehen gelitten hat. Der durfte immer erst frühestens im Sommer raus, also so ab Juli / August. Bis dahin haben wir ihn zwar schon immer mal grasen lassen aber maximal eine halbe Stunde oder ab und zu durfte er mal eine Stunde mit auf die Koppel je nach Koppelzustand, also wie abgefressen.
Bei ihm war es so schlimm, dass er bei jedem Reheschub einen Hufverband bekommen hat, anfangs trocken und dann mit Rivanol angegossen und wenns ganz schlimm war, wurde er vorne eingegipst.
Des war ganz ein ganz ein armer, wenns blöd gelaufen ist hats auch schon gereicht, wenn er mal Silage zum fressen auf dem Paddock bekommen hat.
Ich hab ihn dann meist nur noch als Handpferd mit ins Gelände genommen, oder bin auch so mit ihm spazieren gegangen oder hab gemütliche Schrittausritte mit ihm gemacht. Und wenn er einen sehr guten Tag hatte haben wir auch mal auf dem Platz oder in der Halle "gearbeitet" aber das kam leider nur noch selten vor. Hab mich deswegen auch furchtbar mit der Besitzerin gestritten weil die es von mir nicht gut fand, dass ich ihn nicht mehr wirklich Dressur geritten bin. So haben sich dann auch leider unsere Wege getrennt, weil ich es nicht mit ansehen konnte was sie noch von ihm verlangt hat. Ich mein der war eh schon alt mit seinen damals 24 Jahren und dann noch so oft Hufrehe, ich finde irgendwann ist einfach gut mit "arbeiten", wir gehen ja schließlich auch in Rente. Naja aber sie war der Meinung der muss noch mehr tun, aber das konnte ich nicht, ich konnte ihm das einfach nicht antun, weil ich auch gemerkt hab er hat keinen Spaß mehr dran. Und mal ehrlich, lieber schone ich ihn doch und hab ihn vielleicht noch zwei / drei jahre länger wie dass ich ihn beim reiten so aufarbeite, oder?
Wie seht ihr das?
---------- Automatische Beitragszusammenführung ----------
---------- Beitrag hinzugefügt: 15:11 ----------
Noch eine kleine Anmerkung, weil du ja meinst du hättest das letzte mal Luzerne vor drei Monaten gefüttert, ich weiß zwar nicht ob Luzerne Hufrehe auslösen kann, aber es wäre grundsätzlich schon möglich dass die Auswirkungen erst jetzt auftreten, also drei Monate später. Hab nämlich von einem Bekannten gehört dass bei einigen Pferden Hufrehe erst im Herbst/Winter auftreten, von dem letzten "frischen" Gras, also so zusagen von dem, dass nach dem ersten abgefressenen wieder kommt, also wäre es grundsätzlich rein zeitlich schon denkbar. Dieser Bekannte ist Hufpfleger und somit auf dem Gebiet glaub ich schon sehr fit.