So, also auch ich starte mein persönliches Reittagebuch und hoffe, dass ganz viele Leute mitlesen und mir beistehen. Für nächstes Jahr habe ich einige Ziele ins Auge gefasst und ich hoffe, dass ich ihnen mit Eurer Unterstützung ein wenig näher komme.
Ich war eigentlich immer nur ein Freizeit-Reiter. Mit wenig gutem Pferde-Material, nicht besonders viel Ehrgeiz und hin und wieder mal von einer Welle "jetzt will ich auch mal Turniere reiten" überkommen.
Wenn man aber nur so sporadisch, ohne viel zu tun alles paar Jahre mal auf ein, zwei Turniere fährt kommt man nicht wirklich weiter. Wenn ich mir immer ansehe, was teilweise auf Turnieren (rum)reitet, denke ich oft, das kann ich besser (kann ich aber gar nicht), woher auch.
Meine letzten frustrierenden Erlebnisse hatte ich vor zwei Jahren, als ich mit meiner jungen, selbst ausgebildeten Stute Material-Pferde Prüfungen gegangen bin. Namenhafte Bundeschampionats-Reiter, namenhafte Züchter, Bundeschampionatspferde und internationale Reiter. Toll - dazu ich, mit "keinem Namen", im Jahr davor mal auf unserem alten Vollblüter ne E-Dressur geritten und noch dazu auch nur mit einem Pferd - selten genug - zwei bis drei sollte man schon im Gepäck haben...
Soweit meine Erfahrungen. Danach viele "Hänger" in der Ausbildung beim Pferd, Krankheiten, Faulheit und und und....
Am besten stelle ich mal kurz meinen "Tierbestand" vor. Bilder folgen natürlich auch!
Also, Nummer eins war CESAR, ich habe ihn vor über 10 Jahren bekommen, wie die Jungfrau ihr Kind. Mein absolutes ANTI-Pferd. Ein Vollblüter, klein - nur 1,54 m, angeblich bösartig, unrittig und mit kaputten Beinen und Rücken. Eigentlich wollte ich nur einmal mit ihm ausreiten, aber die damalige Besitzerin sagte nur zu ihrem Ex-Freund (den beiden gehörte das Pferd) - wenn Deine dicke Freundin auf Cesar ausreiten will, soll sie ihn kaufen. Der Freund sehr erbost ACHTUNG-Dialog- xy sagt Du sollst Cesar kaufen - Ich hab kein Geld - wieviel hast Du - hab nur 600,- DM - OK, ich leg noch was drauf, dann gehört er Dir - sagts, schreitet von dannen und kommt nach einer Stunde mit den Papieren wieder.
SO geht das Leute - SO kauft man Pferde.
Ich muß dazu sagen, dass Cesar ein wundervoller, charakteristischer, kerngesunder "Knabe" war. Leider steht er sich mit seinem Temperament (auch heute noch) leider manchmal selber im Weg. Er ist NIIIIEE Scheu oder geht durch, aber er wird ganz schnell spannig. DAS WILL KEINER sehen aufm Turnier. Und natürlich war er nicht reel an den Zügel geritten, hatte die Tendenz sich eher aufzurollen und und und - für den normalen Freizeitreiter sah es immer nett aus, aber das reicht halt nicht. Die paar Turnierstarts, die wir im Laufe der letzten 10 Jare hatten, waren immer ganz schlecht - oder einen aus der Platzierung raus. weil es immer Pferde gibt, die vielleicht nicht so gut geritten waren, aber eben netter und lockerer aussahen. Was soll ich sagen - irgendwann habe ich aufgegeben. Und da mein Mann Cesar irgendwann angefangen hat mitzureiten kam Nummer 2 dazu.
DAYLIGHT...
Im Internet gefunden - ein verwackeltes Bildchen, einer rohen Stute, die aussah wie ein Pony von einem guten Vater - Dream of Heidelberg - von Donnerhall, die nicht allzu weit weg stand und (das wichtigste) nicht allzu teuer sein sollte. Ein neues Abenteuer!!! Daylight ist es geworden!
Von unseren "Ausbildungs-Schwierigkeiten" berichte ich später - langsam tun mir die Finger weh.
Zwischendurch kam noch KC zu uns. Das Shetty, das meine Tochter zum 2. Geburtstag bekommen hat. Er hat inzwischen die meisten Pokale, Schleifen und die größte Turnier Erfahrung. Und wenn er auch nur ne handbreit größer als ein Schwein ist - er schmeißt beschleift immer in Pose und findet es ganz toll.
Im Sommer habe ich dann noch
FLO
kennengelernt. Sie ist eine 14 jährige, wundervoll, liebe Stute - riesig groß und büffelig und ich habe mich sofort in ihre Augen und ihren Hals verliebt.(sehr wichitg, wenn man Turniere reiten und etwas lernen will - Augen und Hals

) (kleine Anmerkung - ich bin KEINE 12, auch wenn man das manchmal glauben könnte...) Die sollte es sein! (immer diese Internet-Bekanntschaften)... So hat also Flo noch ihren Einzug gehalten - sie war übrigens dieses Jahr l-Dressur platziert und ich wollte sie als Lehrpferd haben. Es ist toll, wenn man ein junges Pferd selber ausbildet, aber manchmal ist es schwierig zu erkennen, ob etwas falsch oder richitg ist, wenn man nicht weiß, wie es sich anfühlen muß.
Ich bin jedenfalls rasend gespannt. Wie ich nach diversen Reitstunden und Lehrgängen festgestellt habe, ist Flo leider nicht so reel und einfach geritten und ziemlich büffelig. Jetzt habe ich also ein Pferd, das keine Überragenden Bewegungen hat, noch nicht so weit ausgebildet ist, gelegentlich zickig und unkonzentriert, dafür aber alles in allem leichter an den Hilfen und ganz fein zu reiten - und ein "Dressurschwein" mit viel Hals - zu wenig Popo - weil jahrelang NICHT ordentlich geritten, das aber lieb und eifrig ist. Ich bin gespannt ob und mit welchem Pferd ich im Endeffekt wirklich weiter komme. Behalten tue ich sie beide - und für Flo ist auch irgendwann "Mutterglück" geplant - bei den Augen...

Also - ab Übermorgen geht mein Lehrgang für das Reitabzeichen los.
Ich habe fürchterliche Bauchweh, bei dem Gedanken einen A-Parcours springen zu müssen und vor der Theorie erst Recht, aber wenn alles glatt läuft beantrage ich das Reitabzeichen und werde mich nächstes Jahr dann (hoffentlich) auf dem ein oder anderen Turnier wiederfinden in A oder vielleicht L. Mein Lebenstraum...
Ich hoffe ihr leidet mit mir - baut mich auf, wenns schief geht - und noch viel wichtiger - freut Euch mit mir - wenn mal was gut geht.
Auf jeden Fall werde ich schonungslos berichten..