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Alt 26.09.2006, 16:09   Meine schlimmsten Erfahrungen beim Pferdekauf Beitrag #1
Bifeni
Longenpferd
 
Benutzerbild von Bifeni
 
Registriert seit: 06.10.2004
Ort: Hamburg
- Hannoveraner Stute, 3 Jährig

- Gekauft (ohne Kaufvertrag) am 11.09.2003 zu dem Zeitpunkt Eigentümerin Frau M. F. / Aussteller/Besitzer W.F. (zu dem ZeitpunktLeiter eines Gestütes bei Lüneburg)

- Ankaufsuntersuchung mit Röntgenbildern am 06.09.2003 Telefonisch wurde mir das Ergebniss noch am gleichen Abend mitgeteilt Röntgenklasse 1-2 (2 Aufgrund eines Überbeins hinten Rechts) ansonsten ohne Befund. Das Schriftliche Ergebniss wurde mir inkl. Der Röntgenbilder ca. 1-2 Monate später übergeben

- Das Pferd wurde als Springpferd/Vielseitigkeitspferd gekauft. Was auch allen Beteiligten von vornherein bekannt war. Bekannt war auch das das Pferd bei der kleinsten Veränderung an den Beinen von mir nicht gekauft werden würde – da ich bereits ein krankes Pferd habe und an einigen Vielseitigkeitsturnieren teilnehmen wollte bzw. das mein Ziel war. Das Überbein stellte für mich kein Problem dar, da es sich hierbei wie mir der Tierarzt erklärte nur um einen reinen Schönheitsfehler handelt. Das ist mir Aufgrund meiner Pferdeerfahrung auch klar.

- Seit Dezember 2003 fiel uns das erste mal auf das das Pferd nicht über den Rücken ging. Ich habe es in Beritt gegeben. Da ich mir auch die Schuld daran gab. Schließlich war es das 1. Pferd das ich komplett ausgebildet habe. Deshalb habe ich sie im Dezember in Beritt gegeben und mehr Unterricht genommen. Das mit dem Rücken freigeben wurde nicht wirklich besser. So das ich in der gesamten Zeit wo ich das Pferd habe nicht einmal mit ihr angefangen habe zu springen. Beim reiten war sie maulig und eben die Geschichte mit dem Rücken. Aber das haben wir als ihre Sturrheit abgestempelt. Da sie eine Stute mit einem enormen Dickkopf ist.

- Im Juli fing sie dann an zu lahmen. Nicht doll, aber schon genug das ich den Tierarzt geholt habe. Es war aber nichts zu finden. Dann habe ich auch noch einen Osteophaten geholt aus lauter Verzweiflung. Das Pferd lief wieder etwa 2 Wochen und fing dann wieder an zu lahmen. Versteckt unter einem Schlag und Einschuss. Der Einschuss war Weg, aber sie lahmte immer noch. Dann zum Schluss bin ich in die Klinik gefahren. Die Szintigraphie ergab eine Anreicherung im Sprungelenk und auf beiden Seiten der Hufrolle. Die Hufrollenentzündung war Röntgologisch nicht erkennbar. Jedoch aber ein klarer Spatbefund im Spunggelenk hinten rechts. Der Vergleich mit den Bildern bei der Ankaufsuntersuchung stellte klar das sich diese Verknöcherung im Sprunggelenk schon bei der Ankaufsuntersuchung deutlich zu sehen war. Unter diesen Umständen hätte ich das Pferd natürlich nicht genommen. Nun war uns allen auch klar warum das Pferd sich nie im Rücken frei gegeben hat. Aufgrund der Schmerzen/Spat im Sprunggelenk. Darauf wären wir so natürlich nie gekommen. Da bei der AU nichts angegeben wurde.

- Ich habe den Züchter darüber in Kenntniss gesetzt und ihm erklärt das ich auf eine Rückabwicklung des Kaufvertrages bestehe. Eine Mangelbeseitigung geht nicht und eine Herabsetzung des Kaufpreises ist für mich auch nicht die Lösung. Ich will kein krankes Pferd. Da werden wir beide nicht glücklich miteinander. Der war natürlich obwohl er die Diagnose schon kannte geschockt und reagierte unverständig. Wollte noch mit seiner Frau darüber reden.

- Vier Tage später noch immer keine Reaktion. Deshalb habe ich nachgehakt. Er wollte dann die Diagnose aus Bargteheide abwarten und nochmal die Röntgenbilder von der AU ansehen. Diagnose aus Bargteheide Röntgenklasse 3. Maximal 2 bis 3...

- Rausschicken wollte ich diese jedoch nicht und habe den Dr. E. angerufen der Tierarzt von Herrn F. und ihm mitgeteilt das er sich die Bilder gerne anschauen könnte bei meinen Tierarzt. Er wollte sich diesbezüglich mit Herrn F. in Verbindung setzen.

- Wieder ein paar Tage später noch immer keine Reaktion. Also habe ich wieder angerufen beim Züchter. Der hatte nichts vom Dr E. gehört und war nun der Meinung das es rechtlich so sei, das wenn ich die Röntgenbilder in meinen Besitz habe, das es so ist das dieses bedeutet das ich Kenntniss von dem Spat gehabt hätte. Eben seitdem ich diese Röntgenbilder habe. Also war keine Lösung zufinden. Da ich auf eine zugige Lösung der ganzen Sache drängte.

- Nächster Tag, nächster Anruf von mir. Ich habe wieder mal auf einen Termin in dieser Woche noch der zur Lösung führen sollte gedrängt. Habe dem Züchter vorgeschlagen, dass wir die Bilder gemeinsam bei meinen Tierarzt in der Praxis ansehen können. Letztendlich sind das ja auch die Ausschlaggebenden Bilder. Der Züchter teilte mir mit das es ihm nicht möglich sei, Schlug aber auch keinen Ausweichtermin vor.

- Mein Vorschlag war nun der, das der Tierarzt seines Vertrauens zu einen Treffen in dieser Woche kommen sollte. Er wollte sich mit Dr. E. in Verbindung setzen und sich dann wieder bei mir melden. Dies hat er noch nicht getan und ich sehe auch nicht ein bischen willen die Angelegenheit schnell zu lösen.


Tja, leider habe ich nun gerade den darum gehenden Prozess verloren - die Beteiligten Personen haben tatsächlich gewonnen - sie haben solange einen Gutachter gesucht bis sie einen - sorry - befreundeten Gutachter gefunden haben - ich bin im Nachhinein froh das ich eine Rechtsschutzversicherung habe - so habe ich "nur" mit nerven, Geld für die Stute, Tierklinik (man da bin ich Geld losgeworden), sinnlosen Beritt und Unterricht bezahlt. Insgesamt immerhin 14.000 €.

Ich bin froh das ich die Stute an eine liebe Freizeitreiterin verkauft habe - obwohl sie in der nähe steht konnte ich sie nicht besuchen - weil ich das ganze ersteinmal verarbeiten musste - nun ist es mir nach so langer Zeit echt unangenehm - wobei ich bei der Suche nach einer Käuferin sogar nach Brandeburg gefahren bin um mir die eventuellen Eigentümer anzuschauen...
Es viel mir total schwer sie wegzugeben und ich habe es auch nur dank der Unterstüzung meiner Freunde geschaft.

Wie ich erfahren habe bin ich nicht die einzige "Dumme" die auf diese Herren reingefallen ist. Sie haben eine perfekte Masche.
Ich hoffe es sind in der zwischenzeit nicht noch mehr drauf reingefallen.

Ich habe nun ein neues Pferd - was aber sehr lange gedauert hat und ich habe die Bilder von 3 Tierärzten anschauen lassen - klar habe ich auch aus der Sache gelernt vertraue nie wieder auf die Tierärzte des Besitzers und vor allem vertraue nie auf die ach so tolle Änderung des Gesetzes und der "mehr" Rechte für den Käufer - ist nämlich gar nicht so.

Ach ja noch einen Tipp - wenn Ankaufsuntersuchungsprotokoll - besteht auf das AKTUELLSTE - das ist ganz wichtig !
 
Alt 27.09.2006, 09:45   Meine schlimmsten Erfahrungen beim Pferdekauf Beitrag #2
Wutzi
Jährling
 
Benutzerbild von Wutzi
 
Registriert seit: 23.11.2005
Das tut mit leid für Dich, daß Du so abserviert worden bist. Aber ich rechne Dir hoch an, daß Du das Wohl des Pferdes nicht vergessen hast. Denn Du hättest es auch zum Schlachter bringen können.
Ich bin auch übers Ohr gehauen worden. Allerdings waren das bei mir nur 4000 DM plus Behandlungskosten.
Aber warum habt ihr den Prozess verloren?
 
Alt 27.09.2006, 09:58   Meine schlimmsten Erfahrungen beim Pferdekauf Beitrag #3
finncha
Idealistin
 
Benutzerbild von finncha
 
Registriert seit: 31.03.2006
Ort: Singapur
Blog-Einträge: 54
Bilder: 73
Kann es sein, daß Du einfach den Falschen verklagt hast? Der TA muß doch eigentlich für seine Diagnose und damit für seine Aussagen geradestehen. Zumindest habe ich das so verstanden, daß ein Tierarzt bei der Ankaufsuntersuchung für seine Aussagen geradestehen muß. Wenn Du das Protokoll der AU hast und dort steht drinnen, daß das Pferd in vollem Umfang gesund ist, abgesehen vom Überbein, kannst Du den TA auf Erstattung Deiner Unkosten verklagen.
 
Alt 27.09.2006, 10:40   Meine schlimmsten Erfahrungen beim Pferdekauf Beitrag #4
Gast499
Gast
 

Geändert von Gast499 (27.01.2007 um 23:46 Uhr)
 
Alt 27.09.2006, 11:22   Meine schlimmsten Erfahrungen beim Pferdekauf Beitrag #5
Cash
meine 2 Schätze
 
Benutzerbild von Cash
 
Registriert seit: 06.04.2004
Ort: Rupertiwinkel
Ich hätte auch genauso wie Finncha gemeint, dass der TA schuld war. Hast du in diese Richtung auch etwas unternommen? Und wenn ja was war die Begründung für die Nicht-Haftung?

Oder stand in dem schriftlichen Bericht der AKU vielleicht sogar drinnen, dass es eine niedrigere Röntgenklasse ist?

Im Prinzip kann man von dir ja nicht verlangen ein Röntgenbild lesen zu können, aber der TA hätte dich doch auf den Schaden aufmerksam machen müssen, oder?
 
Alt 27.09.2006, 11:34   Meine schlimmsten Erfahrungen beim Pferdekauf Beitrag #6
Benita
Fohlen
 
Benutzerbild von Benita
 
Registriert seit: 22.11.2004
So wie ich es verstanden habe, hat der Verkäufer die AKU in Auftrag gegeben. Der TA haftet immer nur gegenüber dem Auftraggeber. Also kann man als Käufer in dem Fall keine Ansprüche gegen den Tierarzt geltend machen. Darauf muss man ganz dringend achten, wenn man ein Pferd kauft. Immer auf eigene Rechnung und im eigenen Auftrag den TA bestellen.
 
 

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