Nur lockere Muskulatur kann wachsen. Daher ist es wichtig vor dem Trainingsbeginn zu checken ob irgendwo Blockaden sitzen.
(Alte Blockaden können übrigens auch den Grund für eine Überbelastung und damit der Grund für den Sehnenschaden gewesen sein.)
Im übrigen ist das Pferd, solange es nicht in Reitkondition ist, nicht voll belastbar.
Alles was über die Kraft der Muskulatur hinausgeht, muss der Sehnen- und Bandapperat abfangen.
Am Boden kann ordentliches Schritttraining einen ordentlichen Batzen Kraft, Kondition und Muskulatur schaffen, also geht ruhig alle paar Tage mal ein oder zwei Stunden in strammem Tempo spazieren. Wenn man das (dann irgendwann) im Sattel erledigen möchte, kann man nach den obligatorischen 30 Minuten Schritt etwa alle 10 Minuten eine kurze Trabphase einbauen, das lockert die Rückenmuskulatur von der Belastung des juckelnden Reiters.
Dann kann man am Boden alle möglichen Dehnübungen machen, aber bitte erst, wenn die Muskulatur Betriebstemperatur hat.
Ich arbeite meinen (Ex-)Sehnenpatienten viel klassisch an der Hand.
Nach der Aufwärmphase kletter ich in den Sattel. Sobald das Pferd keine Kraft mehr hat ist es allerhöchste Eisenbahn für eine Pause.
Das Setzen von Trainingsreizen versuche ich ganz gezielt an zwei oder drei Tagen in der Woche einzubauen um schonend Kraft aufzubauen, zwischendurch gebe ich dem Körper Pause um Regenration zu ermöglichen.
Ganz unsinnig ist es das Pferd klatschnass zu arbeiten. Entweder ist es dann viel zu anstrengend gewesen oder das Pferd war vom Kopf her gestresst. Beides lässt die Muskulatur verkrampfen und ist kontraproduktiv.
Lieber länger aufbauen und ein gesundes Pferd erhalten, als im Eiltempo den nächsten Sehnenschaden zu fabrizieren

Viel Erfolg