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Alt 25.12.2010, 11:46   NRW-Wer hat Erfahrung mit der Landesreitschule in Langenfeld? Beitrag #25
Gast102148
Gast
 
@Claustim
Warum hat Herr Vreden erst vor kurzem als Pferdewirtschaftsmeisterprüfungsabsolvent die Stensbeckplakette in Bronze erhalten? (RR&P 01/11)
Unter Gehrmann war das was man im allgemeinen Sattelkammer nennt auch als solches zu erkennen,
nicht so ein Fahrradschlauchlager mit Fragmenten von Reitsportartikeln,
Gehrmann ist bestimmt kein Heiliger und wie er an den Job gekommen ist,
ergiebt sich aus der Struktur dieses schon ewigen Rheinischen möchtegern Klüngelladens,
er war aber nie der Wischlappen seiner Azubis,
als Fazit, kann ich nur abraten dort Zeit und Geld zu verschwenden.

Geändert von Gast102148 (25.12.2010 um 12:25 Uhr)
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Alt 26.12.2010, 09:38   NRW-Wer hat Erfahrung mit der Landesreitschule in Langenfeld? Beitrag #26
claustim
Gesperrt
 
Registriert seit: 27.04.2010
@ Wagenknecht:

Wir müssen uns hier doch nicht darüber streiten, was früher besser war und was nicht!

Ich kenne nun einmal die LRF- Rheinland seit 1970. Ich habe mit Unterbrechung von ein paar Jahren seitdem dort geritten. Bis ich 1996 nach Hamm gezogen bin. Ich kenne die LRF unter der Leitung von Albert Brandl. Und ich kenne sie unter der Leitung von Wilfried Gehrmann! Da lagen Welten zwischen! Sowohl reiterlich als auch organisatorisch!

Man neigt generell dazu, das vergangene wohlwollend zu betrachten. Da sieht man oft nur das, was besser war oder das, was einem als besser in Erinnerung geblieben ist.

Ich weis um die Führungsqualitäten des Herrn Wilfried Gehrmann zu meinen Wülfrather Zeiten. Die Qualitäten des Herrn Vreden kenne ich nur aus seiner Zeit in Wülfrath und aus Vechta. Verglichen mit dem, was ich in Wülfrath erlebt habe, glich die Athmosphäre in Vechta der eines "Sanatoriums".

In wie weit Herr Vreden seine Vorstellungen in Langenfeld umsetzen kann, da bin ich wirklich überfragt. Aus meiner Sicht und meinen Erfahrungen würde ich nicht so schnell wieder ein Pferd in einer LRF einstallen. Das hat allerdings weniger mit der Führung als mit dem Lehrgangsbetrieb im allgemeinen zu tun.

Bitte vergiß nicht, ich kenne die LRF- Rheinland bereits sehr lange. Ich kenne die beiden ersten Absolventen des Herrn Gehrmann, die mit einer Stensbeckplakette ausgezeichnet wurden. Über den Wert der Auszeichnungen speziell in diesen beiden Fällen möchte ich hier nicht debattieren.

Auch kenne ich einen Teil des heutigen Stabes der LRF noch aus ihrer Ausbildungszeit in Wülfrath. Diese Personen erwecken in mir kein großes Vertrauen. Diese waren schon damals keine großen Koriphäen. Und die Wahrscheinlichkeit, daß sie das heute sind, ist eher gering.

Und nein, ich war nie in der Sattelkammer der LRF Langenfeld. Ich habe da auch keine Veranlassung zu. Und die derzeitige Entfernung von deutlich über 100 km verhindert die Möglichkeit, einen Inspektionsbesuch durchzuführen. Aber ich kenne die Sattelkammern in Wülfrath. Unter Albert Brandl und unter Wilfried Gehrmann.

Unter Albert Brandl waren die Platzverhältnisse sehr begrenzt. Daher herrschte dort große Ordnung. Da wurde auch nur das notwendigste bereitgehalten. Auch wurde das Sattelzeug nur von dem jeweils eingesetzten Ausbilder herausgegeben. Die Reitschüler bzw. Lehrgangsteilnehmer betraten die Sattelkammern nur, um das Sattelzeug zurückzubringen. Dabei war dann der Ausbilder ebenfalls anwesend.

Bevor die Reithalle betreten wurde, erfolgte eine Sattelkontrolle bei den Schulpferden. Erst danach betrat die Abteilung geschlossen die Reithalle!

Zusätzliches Equipment wurde in einem anderen Raum aufbewahrt und nur zu speziellen Anlässen herausgegeben. Z.B. ein Martingal für ein bestimmtes Pferd und nur für eine Springstunde. Ausbinder gab es zwei Paar!

Diese wurden ausschließlich zum Voltigieren und für ein einziges Schulpferd benutzt. Den "Stoßzügel- Grand- Prix" wie unter Gehrmann gab es da noch nicht.

Herr Gehrmann hatte eine sehr viel größere Sattelkammer zur Verfügung. Und ehrlich, aufgeräumt war die auch nicht. Trensen und Sättel hatten ihre zugewiesenen Plätze. Alles andere lag aber wie Kraut und Rüben durcheinander. Da gab es nur eine einzige (Schul-) Sattelkammer, in der Ordnung herrschte.

Dort waren die Fahrgeschirre untergebracht. Diese Sattelkammer war zugleich der Aufbewahrungsort für Privatsättel. Somit hatten die Lehrgangsteilnehmer nur in Begleitung eines Ausbilders Zutritt. Die Geschirre wurden vom Ausbilder herausgegeben und auch wieder in Empfang genommen. Die Schränke, in denen das Geschirr aufbewahrt wurde, waren ansonsten verschlossen!

Wie immer im Leben, wo Licht ist, da gibt es auch Schatten!

Nur war hier nach den Qualitäten als Ausbildungsbetrieb gefragt. Zumindest von der Papierform her bietet eine LRF da die besten Voraussetzungen. Durch den umfangreichen Anforderungskatalog an eine solche Einrichtung ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß man mit allen Bereichen der Pferdehaltung und -Ausbildung in Kontakt kommt.

Allerdings sehe ich aufgrund meiner Erfahrungen an der LRF- Rheinland auch die Nachteile. Innerbetrieblichen Druck, z.B. unregelmäßige Arbeitszeiten, wie in anderen Lehrbetrieben lernen die Auszubildenden an der LRF kaum bis gar nicht kennen.

Geändert von claustim (26.12.2010 um 11:50 Uhr)
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Alt 28.12.2010, 09:31   NRW-Wer hat Erfahrung mit der Landesreitschule in Langenfeld? Beitrag #27
Wash
Sattelquetscher
 
Benutzerbild von Wash
 
Registriert seit: 23.12.2008
Ort: Köln
Ich möchte mich auch noch kurz zum Thema Langenfeld/Gehrmann/Vreden äußern. Mein erstes Abzeichen habe ich vor fast 13 Jahren in Vechta gemacht.
Schulpferde - Katastrophe. Ich bin damals mit einer Freundin dort gewesen und sie hatte schon zu Beginn angemerkt, dass das Springpferd und sie wohl nicht auf einer Wellenlänge liegen. Vorsichtig ausgedrückt. Entweder hat das Tier verweigert oder ist durchgegangen mit kaum einer Möglichkeit zu bremsen. Letztendlich ist sie deswegen durch die Prüfung gefallen (gibt auch noch ein hübsches Video dazu, wie der großkalibrige Fuchs mit ihr über den Springplatz schießt). Ich habe das Abzeichen bestanden, allerdings mit aufgeplatzter Lippe, weil mein Springpferd (eh der Hans-Guck-in die Luft unter dem Motto "was ist Anlehnung") nach dem vorletzten Sprung den Schädel richtig in den Nacken geworfen hat und dabei mich traf.

Das nächste Abzeichen dann in Wülfrath unter Herrn Gehrmann.
Bei dem Thema Schulpferde kann ich wirklich nichts negatives sagen. Viele ältere Turnierpferde, die der Schule verkauft worden sind mit wirklich guter Ausbildung (z. T. bis S). Auch die Bereiter (Stichwort Carsten Peters) und die Auszubildenden waren auf einem sehr guten Niveau. Ich habe des öfteren gesehen, wie Schulpferde Korrektur geritten worden. Herr Gehrmann ist sicherlich kein einfacher Mensch, war aber um die Tiere sehr bemüht und einige Schulpferde waren schon an die zwanzig aber immer noch top-fit und gepflegt. Der Unterricht hat mir persönlich viel gebracht. In den zwei Wochen konnte ich einiges mitnehmen.

Den letzten Abzeichenlehrgang habe ich dann in Langenfeld absolviert.
Im Nachhinein hätte ich mir viel Geld, einige Stürze, blaue Flecken, ein verstauchtes Handgelenk und die Investition in eine neue Kappe und Schutzweste sparen können.
Es waren x Krankenstände bei den Schulpferden zu vermelden. Aber wen wundert es, wenn die Tiere jung und dann noch mit einem schlechten Tüv für wenig Geld gekauft werden. Also konnte nur noch auf eine kleine Auswahl von Schulpferden für den Lehrgang zurückgegriffen werden. Mein "Glücksgriff" von Springpferd hat mich erstmal mit den Hinterbeinen in der Box begrüßt, so dass ich Paddocktür zugemacht habe und mich mit einer Gerte bewaffnet in die Höhle des Löwen begeben habe. In den zwei Wochen bin ich ungefähr fünf- bis achtmal von dem Tier runtergeflogen, weil es die unglaublichsten Stunts vollführt hat. Irgendwann hat sich die Springtrainerin mal drauf gesetzt und ihn selber nur mit Ach- und Krach über die Sprünge bekommen. Das Personal hatte in den zwei Wochen eine Laune vom allerfeinsten. Insbesondere die Futterchefin ist mir da in ausgezeichneter Erinnnerung geblieben. Das theoretische als auch praktische Niveau der Auszubildenden war z. T. wirklich traurig. Herr Vreden ist in der ganzen Zeit nur mal sporadisch aufgetaucht, hauptsächlich wurden die Unterrichtsstunden aufgeteilt auf Azubis und die angestellten Bereiter. Es beschlich einen öfters das latente Gefühl, dass eine Hand nicht weiß was die andere macht.

Leider ist meine Erfahrung kein Einzelfall. Ich habe mittlerweile von vielen ähnliches gehört. Und auch ein mir bekannter Richter erzählte solche Anekdoten. Insofern, schade, weil es für mich auch für sonstige Lehrgänge in der Nähe wäre. Aber ich kann mein Geld auch anders zum Fenster rausschmeißen.
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Alt 28.12.2010, 23:23   NRW-Wer hat Erfahrung mit der Landesreitschule in Langenfeld? Beitrag #28
claustim
Gesperrt
 
Registriert seit: 27.04.2010
Wo wir gerade beim vergleichen sind:

Unter Albert Brandl fuhr man nach drei Wochen Lehrgang nach Hause und hatte etwas gelernt. Unter Wilfried Gehrmann hatte man nach drei Wochen das Reitabzeichen. Das bestehen des Abzeichens in Wülftrath war keine Kunst. Seit Herr Gehrmann die Leitung der LRF übernommen hatte, stand unverändert der gleiche Parcours in der Halle. Außerdem wurde in der Dressur ausschließlich die L3 geritten.

Der Höhepunkt zeigte sich in einer Prüfung, bei der ein Reiter sein Schulpferd unfreiwillig verlassen hatte und dieses Pferd den Springparcours selbstständig und fehlerfrei beendete!


So ganz nebenbei:

Die zitierte Futtermeisterin ist eine ehemalige Auszubildende des Wilfried Gehrmann. Zumindest einer der in Langenfeld tätigen Bereiter auch!
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Alt 28.12.2010, 23:26   NRW-Wer hat Erfahrung mit der Landesreitschule in Langenfeld? Beitrag #29
Gast102148
Gast
 
Nu laßt mal Heike in Ruhe, ist noch eine der wenigen, die was von ihrem Job verstehen.

Der Parcour und die Aufgabe sind in Münster auch immer wieder die selben.

Den Grund dafür, müßtest du kennen.
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Alt 30.12.2010, 18:38   NRW-Wer hat Erfahrung mit der Landesreitschule in Langenfeld? Beitrag #30
claustim
Gesperrt
 
Registriert seit: 27.04.2010
Habe ich einen Namen genannt?

Nein, denn darauf habe ich bewußt verzichtet!

Wie gesagt, ich kenne einen Teil des Stabes der derzeitigen LRF Rheinland noch aus deren Ausbildungszeit. Ich hätte da so meine Probleme, deren Qualifikation anzuerkennen. Aber da sind ja nun beinahe 15 Jahre vergangen. Über Fortbildungsmaßnahmen ist ja einiges möglich.

Zu Gunsten der besagten Personen nehme ich einmal an, daß sich diese in den Jahren bis jetzt weiter entwickelt haben.

Ich kenne die LRF in Wülfrath. Ich kenne sie als Reitschüler, als Lehrgangsteilnehmer, als Einstaller und als Lieferant. Und das über einen Zeitraum von 26 Jahren. Dabei habe ich annähernd 20 Jahre dort geritten. Schulpferde, Privatpferde und eigene Pferde!

Ich gehe daher davon aus, daß ich bedingt durch diese lange Zeit einen tieferen Einblick nehmen konnte, als so mancher Lehrgangsteilnehmer, der maximal drei Wochen dort verbracht hat.

Aber die Frage, die es zu beantworten gilt, besteht darin, ob man die LRF als Ausbildungsbetrieb zum Pferdewirt empfehlen kann!

Bei der Beantwortung dieser Frage bin ich zwiegespalten.

Bedingt durch den Lehrauftrag ist eine LRF losgelöst von den leistungssportlichen Sachzwängen. Dies kann sich negativ auf eine weitere Karriere als Berufsreiter auswirken.

Dem entgegen steht, daß bedingt durch den Lehrauftrag auch Randgebiete aus dem Alltagsleben eines Berufsreiters mit in die Ausbildung einfließen. Dazu gehört natürlich auch in erheblichen Maße die Unterrichtserteilung.

Im Bereich der Pferdehaltung wird man innerhalb der Lehrzeit mit sehr vielen unterschiedlichen Pferden konfrontiert. Somit muß man sich auf ständig wechselnde Anforderungen einstellen. Da kann man schon in der Lehrzeit ein Wissen ansammeln, wofür in der freien Wirtschaft mitunter mehrere Jahre notwendig sind. Auf der anderen Seite fehlen die praktischen Erfahrungen im Bereich der Zucht.

Als Elternteil eines Azubis würde ich es begrüßen, daß bei dem ohnehin schon harten Job zumindest während der Ausbildungszeit an einer LRF keine Ausbeutung der "Lehrlinge" stattfinden wird. Geregelte Arbeitszeiten sind dort garantiert. Feste Pausenzeiten auch.

Auch werden die Azubis nicht nur zum Misten, Putzen und Trockenreiten herangezogen. An einer LRF wird das Einsatzspektrum wohl etwas weiter gesteckt werden.

Allerdings sehe ich auch, daß das für eine turniersportlich orientierte Ausrichtung als Berufsreiter zu wenig sein könnte.

Wo Licht ist, da ist leider auch Schatten!
Den perfekten Ausbildungsbetrieb, der wirklich alle Facetten abdeckt, den wird es nicht geben. Nirgends!

Geändert von claustim (31.12.2010 um 12:02 Uhr)
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