@ Wagenknecht:
Wir müssen uns hier doch nicht darüber streiten, was früher besser war und was nicht!
Ich kenne nun einmal die LRF- Rheinland seit 1970. Ich habe mit Unterbrechung von ein paar Jahren seitdem dort geritten. Bis ich 1996 nach Hamm gezogen bin. Ich kenne die LRF unter der Leitung von Albert Brandl. Und ich kenne sie unter der Leitung von Wilfried Gehrmann! Da lagen Welten zwischen! Sowohl reiterlich als auch organisatorisch!
Man neigt generell dazu, das vergangene wohlwollend zu betrachten. Da sieht man oft nur das, was besser war oder das, was einem als besser in Erinnerung geblieben ist.
Ich weis um die Führungsqualitäten des Herrn Wilfried Gehrmann zu meinen Wülfrather Zeiten. Die Qualitäten des Herrn Vreden kenne ich nur aus seiner Zeit in Wülfrath und aus Vechta. Verglichen mit dem, was ich in Wülfrath erlebt habe, glich die Athmosphäre in Vechta der eines "Sanatoriums".
In wie weit Herr Vreden seine Vorstellungen in Langenfeld umsetzen kann, da bin ich wirklich überfragt. Aus meiner Sicht und meinen Erfahrungen würde ich nicht so schnell wieder ein Pferd in einer LRF einstallen. Das hat allerdings weniger mit der Führung als mit dem Lehrgangsbetrieb im allgemeinen zu tun.
Bitte vergiß nicht, ich kenne die LRF- Rheinland bereits sehr lange. Ich kenne die beiden ersten Absolventen des Herrn Gehrmann, die mit einer Stensbeckplakette ausgezeichnet wurden. Über den Wert der Auszeichnungen speziell in diesen beiden Fällen möchte ich hier nicht debattieren.
Auch kenne ich einen Teil des heutigen Stabes der LRF noch aus ihrer Ausbildungszeit in Wülfrath. Diese Personen erwecken in mir kein großes Vertrauen. Diese waren schon damals keine großen Koriphäen. Und die Wahrscheinlichkeit, daß sie das heute sind, ist eher gering.
Und nein, ich war nie in der Sattelkammer der LRF Langenfeld. Ich habe da auch keine Veranlassung zu. Und die derzeitige Entfernung von deutlich über 100 km verhindert die Möglichkeit, einen Inspektionsbesuch durchzuführen. Aber ich kenne die Sattelkammern in Wülfrath. Unter Albert Brandl und unter Wilfried Gehrmann.
Unter Albert Brandl waren die Platzverhältnisse sehr begrenzt. Daher herrschte dort große Ordnung. Da wurde auch nur das notwendigste bereitgehalten. Auch wurde das Sattelzeug nur von dem jeweils eingesetzten Ausbilder herausgegeben. Die Reitschüler bzw. Lehrgangsteilnehmer betraten die Sattelkammern nur, um das Sattelzeug zurückzubringen. Dabei war dann der Ausbilder ebenfalls anwesend.
Bevor die Reithalle betreten wurde, erfolgte eine Sattelkontrolle bei den Schulpferden. Erst danach betrat die Abteilung geschlossen die Reithalle!
Zusätzliches Equipment wurde in einem anderen Raum aufbewahrt und nur zu speziellen Anlässen herausgegeben. Z.B. ein Martingal für ein bestimmtes Pferd und nur für eine Springstunde.
Ausbinder gab es zwei Paar!
Diese wurden ausschließlich zum
Voltigieren und für ein einziges Schulpferd benutzt. Den "Stoßzügel- Grand- Prix" wie unter Gehrmann gab es da noch nicht.
Herr Gehrmann hatte eine sehr viel größere Sattelkammer zur Verfügung. Und ehrlich, aufgeräumt war die auch nicht. Trensen und Sättel hatten ihre zugewiesenen Plätze. Alles andere lag aber wie Kraut und Rüben durcheinander. Da gab es nur eine einzige (Schul-) Sattelkammer, in der Ordnung herrschte.
Dort waren die Fahrgeschirre untergebracht. Diese Sattelkammer war zugleich der Aufbewahrungsort für Privatsättel. Somit hatten die Lehrgangsteilnehmer
nur in Begleitung eines Ausbilders Zutritt. Die Geschirre wurden vom Ausbilder herausgegeben und auch wieder in Empfang genommen. Die Schränke, in denen das Geschirr aufbewahrt wurde, waren ansonsten verschlossen!
Wie immer im Leben, wo Licht ist, da gibt es auch Schatten!
Nur war hier nach den Qualitäten als
Ausbildungsbetrieb gefragt. Zumindest von der Papierform her bietet eine LRF da die besten Voraussetzungen. Durch den umfangreichen Anforderungskatalog an eine solche Einrichtung ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß man mit allen Bereichen der Pferdehaltung und -Ausbildung in Kontakt kommt.
Allerdings sehe ich aufgrund meiner Erfahrungen an der LRF- Rheinland auch die Nachteile. Innerbetrieblichen Druck, z.B. unregelmäßige Arbeitszeiten, wie in anderen Lehrbetrieben lernen die Auszubildenden an der LRF kaum bis gar nicht kennen.