Hallo ihr Lieben,
ich suche hier nicht nach DER Antwort, sondern hoffe eher auf konstruktive Vorschläge und Erfahrungsaustausch.
Es geht um Folgendes: Mein Wallach (20) steht jetzt im Winter mit zwei weiteren Wallachen (7 und 8) für ca. 4h am Tag draußen. Ich weiß, dass diese Zeit nicht optimal ist, aber das kann ich nicht ändern. (Und bevor hier der Aufschrei kommt "Stallwechsel!!!" - ich habe mich durchaus im Umkreis erkundigt und Ställe besichtigt, der jetzige ist für Pferd und Reiter der beste Kompromiss.) Mein Pferd ist auch eher ein ruhiger Vertreter, wird selbst bei diesem Wetter nicht "spinnig", sondern genießt es glaub ich sogar, dass momentan nur lange Schrittspaziergänge möglich sind. Leider ist besonders der achtjährige Wallach ein echtes Spielkind, und er kennt keinen schöneren Zeitvertreib, als mein Pferd die ganze Zeit in die Decke, den Hals und die Beine zu kneifen oder auch genüsslich auf seinem Schweif rumzukauen. Er ist dabei nicht bösartig, ihm ist einfach langweilig. Der jüngere Wallach hat keine Decke und ist dementsprechend uninteressant.

Mittlerweile kann ich meinem Pferd noch nicht mal mehr in Ruhe das Halfter
abnehmen bevor der andere Wallach ankommt. Das Beißen in die Decke ist nicht so tragisch, da schützt die Decke recht gut, bei den Beinen und dem Hals ist das aber etwas anderes!
Mein Pferd wehrt sich nicht sehr dagegen, legt mal die Ohren an oder hebt den Hinterhuf, aber das war's. Manchmal quiekt er, das findet der andere dann erst recht toll - er wartet ja nur darauf, dass meiner mal in die Offensive geht, dann hätte er ja endlich seinen Spielpartner. Ich hatte gehofft, dass die beiden jüngeren sich untereinander vergnügen würden, aber falsch gedacht.
Die drei Jungs stehen übrigens schon seit 1 Jahr zusammen, auf der Weide gab es nie Probleme, und letzten Winter stand meiner mit einem
Hafi zusammen und die beiden jüngeren waren zusammen, allerdings ist der
Hafi nicht mehr da, deshalb die Dreier-Combo. Mit Stuten soll meiner nicht zusammen stehen, da kommt er leider recht schnell auf unanständige Gedanken.
Ich habe einfach das Gefühl, dass mein Pferd sich auf dem Paddock
so nicht wohlfühlt. Heute hab ich ihn auf die Wiese gelassen (ist bei Frost offen, aber wir müssen unsere Pferde selbst rausstellen; auf den Paddock bringt sie der
SB) und während er früher keine 10 min allein bleiben konnte war er gestern und heute total friedlich, als wäre er froh seine Ruhe zu haben und die Sonne genießen zu können.
Vielleicht vermenschliche ich mein Pferd da zu sehr, ich weiß es nicht? Ich bin niemand, der sein Pferd in Watte packt, und auch die zerlöcherte Decke ist mir egal, das passiert, aber trotzdem überlege ich momentan, ob es für mein Pferd nicht schöner wäre, von den beiden anderen Wallachen getrennt zu stehen (mit Blickkontakt über den Zaun).
Der Paddock ist nicht sehr groß, aber für drei Pferde reicht es. Wenn wir ein Stück für meinen abtrennen würden, hätte er ca. das Vier- bis Fünffache seiner Box zur Verfügung. Das ist nicht viel, ich weiß, andererseits bewegt er sich auf dem großen Paddock auch nicht viel. Eine andere Möglichkeit wäre, ihn mit dem Wallach aus der anderen Herde (4 Stuten und 1 Wallach) zusammenzustellen, allerdings kennen die sich kaum und ich weiß nicht, wie ratsam es ist, zwei fremde Pferde auf relativ engem Raum aneinander zu gewöhnen.
Wie seht ihr das? Mache ich mir zu viele Gedanken? (Okt. 2010 wurde mein Pferd bös getreten von einem der beiden, war daraufhin fast 5 Monate nicht reitbar und hatte großes Glück, dass der Knochen nur leicht beschädigt war und nicht gebrochen. Die anderen Wallache sind komplett beschlagen, meiner läuft barhuf. Seit dem Vorfall bin ich nicht mehr so entspannt, was Rangeleien angeht, wie früher.) Einerseits will ich mein Pferd nicht in Watte packen, andererseits ist es mir wichtig zu wissen, dass mein Pferd auf dem Paddock tatsächlich relaxen kann.
Bin gerade etwas ratlos.