Ja, es gibt bei diesen Büchern sicher auch so manches zu kritisieren, aber im Vergleich zu dem, was sonst noch auf dem Markt ist, fand ich die Bücher immer ganz gut.
Das mit der Abteilung in der Reitschule hat mich damals nie gewundert, weil wir selber auch immer Abteilung geritten sind.

In einem Band "Aufregung im Reitverein" sind mir aber beim neulichen Wiederlesen ein paar grobe Schnitzer aufgefallen. Beispielsweise gibt es dort ein erfolgreiches S-Springpferd, das sechs Jahre alt ist, die schonend ausgebildete Pretty ist mit 5 reif für die Kandaran-L und die Reitschüler auf L-Niveau überwinden in der Stunde Sprünge von 1.80 m Höhe, was ja nicht einmal einem in normalen S-Springen verlangt wird. Was im konventionellen Reitsport gefordert wird, und wie es da abläuft, scheint Frau Gohl nicht so ganz bekannt zu sein.
Auch die Darstellung der Isländer fand ich nicht sonderlich schmeichelhaft, daran hat sie ja auch kaum ein gutes Haar gelassen. Isländern geht es nur dann gut, wenn sie western geritten werden.
Gut finde ich bei diesem Handlungsstrang aber, dass der in solchen Reihen obligatorische Tierquäler aus Profitgründen ein normaler Mensch ist, der in einem früheren Band ganz sympathisch rüberkommt, und nicht ein irgendwo aus dem Nichts aufgetauchter Schwerverbrecher, der sich noch fast an kleinen Mädchen vergreift, wie in vielen anderen Büchern.

Die negative Darstellung von Reitschulen finde ich jetzt weniger erfreulich, besonders weil die Heldin natürlich eine Möglichkeit hat, diesem Problem durch irgendein glückliches Arrangement zu gehen. Ein Pferdebuch, das in einer halbwegs ordentlichen Reitschule spielt, wäre meiner Meinung nach mal eine nette Abwechslung.