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22.06.2012, 14:09
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Polo-pferdefreundlich?? Beitrag #37
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Sportpferd
Registriert seit: 14.04.2010
Ort: Meppen
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Ja, gut das stimmt schon. Ich wollte auch nur betonen, dass das was man hier sieht glaube ich kein guter Maßstab ist was pferdefreundlichkeit im Polo angeht.
Deutschland ist im internationalen Vergleich (zum Glück) eigentlich sehr auf den Schutz der Tiere bedacht und ich glaube auch, dass Polo hier längst nicht so brutal und hart für die Tiere ist wie woanders.
Ansonsten naja, sooo ein schlechtes Leben hat ein Polopferd trotzdem nicht, ich hatte ja irgendwo schon einmal geschrieben dass die immerhin schöne, große Weiden und viel Pferdegesellschaft haben (was ja schon mal mehr ist als so manch anderes Turnierpferd auch hierzulande).
Sonst hätte ich da auch keine 8 Wochen gearbeitet, mir hat nur die Art und Weise des Spiels einfach nicht zugesagt.
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22.06.2012, 16:12
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Polo-pferdefreundlich?? Beitrag #38
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Klepper
Registriert seit: 19.08.2008
Ort: nahe dem Curragh
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@ Cratonia
Oh ich will damit gar nichts entschuldigen oder beschönigen. Das Problem ist hier einfach nur der Mensch als Solches. Und den werden wir nicht ändern.
Jeder kann für sich was ändern aber im Grunde ist es so, dass der Mensch sich in der Hackordnung als das hochwertigste Wesen überhaupt betrachtet und sich eben auch so verhält.
Man müsste also die Menschheit reformieren, nicht den Pferdesport. Das Pferd steht eben häufiger im Rampenlicht als andere Tiere, da Menschen häufiger einen Bezug zu Ihm entwickeln. Zum Frühstücksei haben die wenigsten Menschen eine Beziehung.
Eigentlich eine Doppelmoral oder?
Ich arbeite seit weit über 30 Jahren mit dem Pferd und versuche das so „gerecht“ wie nur irgend möglich zu gestalten. Jedes mal aber wenn ein Pferd unseren Hof verlässt oder der „Patient geheilt“ ist und wieder zu seinem normalen Leben zurück kehrt, so kann man zu gut 80% davon ausgehen das die alten Muster wieder eintreten. Ich finde es erstaunlich, Menschen bezahlen zum Teil viel Geld dafür das man etwas repariert was sie vorher kaputt gemacht haben um es dann wieder kaputt zu machen. Man kann also irgendwie nur damit leben und sein Bestes versuchen. Selbst Tierärzte leben nicht von der Gesundheit sondern von dem von Kunden produzierten Schrott.
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Folgender Benutzer findet den Beitrag von fintan hilfreich:
Keks24111989
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20.08.2012, 18:02
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Polo-pferdefreundlich?? Beitrag #39
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Fohlen
Registriert seit: 20.08.2012
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Ich habe auch schon 2 Saisons in Australien verbracht, sogar im Stall neben Melbs gearbeitet. Kenne also die Leute dort etc.
Ich hatte Glück, mein Spieler hatte nur 15 Pferde, die wie schon öfters genannt super gehalten wurde. Die ganze Familie spielte, und vor allem habe sie die Pferde selber gezüchtet und sich dem entsprechend sehr um die Gesundheit ihrer Tiere gekümmert. Meine Pferde dort hatten nie blutige Mäuler oder ähnliche Verletzungen, und mein Spieler hatte eine weiche Hand, die Pferde reagierten auf die kleinsten Hilfen und schienen sich wohl zu fühlen. Die Pferde sind auch viel zu teuer, als das man sie durch schlechte Behandlung ruinieren wollte.
Aber ich habe auch 3 Woche woanders gearbeitet, wo es leider anders zuging. Mein Spieler dort hatte eine extrem harte Hand, die Pferde wussten nicht was Stellung und Biegung bedeutet und waren allgemein verschreckt, verstört. Das ist die Schreckensseite dieses Sport, die es aber auch im Dressur- und Freizeitsport gibt.
Aber ich bin immer noch der Meinung, das diese Pferde ein grundsätzlich gutes Leben führen. 6 Monate im Jahr auf einer riesigen Weide im Herdenverband, tagsüber zusammen auf Paddocks, Boxen bzw. Offenstallhaltung (bei uns auf dem Gelände stand kein Pferd in einer Box), und gute Verpflegung.
Nicht immer ein Traum, aber es geht immer schlimmer.
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06.12.2012, 01:15
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Polo-pferdefreundlich?? Beitrag #40
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Targaryen Charger
Registriert seit: 08.01.2005
Ort: Vestlandet
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Ne gute Freundin von mir spielt in GB/NZ Polo.
Ja, die Ponies sind nicht extrem widersetzlich, eigentlich gar nicht, sondern totenbrav. Also muss es denen ja gut gehen...
Meine Meinung? Das sind abgerichtete Kreaturen. Die Linien sind ebenfalls auf "Kooperation" gezogen, aufmüpfige Gäule werden da gleich aussortiert. Die dürfen keinen Mucks machen, sonst gibt's da richtig auf die 12. Wer meint, ein Dressurpferd hätte den "Kadavergehorsam", der sollte sich mal unter den Poloponies umgucken... Ja, sie sind hart. Das rechtfertigt meiner Meinung nach aber nicht, dass man ihnen vorne halbe Wagenräder einschnallt und dann feste dran rumreißt. Vorne ziehen, hinten stechen: willkommen beim Polo.
Blutige Mäuler, aufgestochene Seiten - bei den Dressurlern oder Springern wird da gleich ne Kommission einberufen, es geht durch die Presse, Reiter müssen sich öffentlich rechtfertigen. Im Polo juckt das keinen - die Ponies sind doch hart...
Es ist meiner Meinung nach Unfug, Polo mit Reining zu vergleichen. Der "sauber gerittene" Sliding Stop aus dem Reining ist genau eingeplant, vorbereitet und passiert meist an der selben Stelle. Das ist mit dem Bruchteil einer Sekunde, in der das Polopferd unvorhergesehen und spontan abstoppen und beschleunigen muss, überhaupt nicht vergleichbar - und daher vom Reiter, sei er noch so gut, auch nicht auf Dauer "schonend" anwendbar. Wenn ich schneller sein will als der Gegner, dann tret' ich dem Gaul halt in den Bauch und wenn er vor mir an den Ball will, dann zerr' ich dem Gaul im Maul und schneid' meinem Gegner den Weg ab. Das "saubere Reiten" ist dort ja auch überhaupt nicht das Ziel sondern der, den anderen vier Gegnern den Ball abzujagen und ins Tor zu befördern. Und auch beim Cutting habe ich zwar andere Reiter um mich herum, aber keine vier Gegner, keine acht Leute auf engstem Raum, die einem vergleichsweise kleinen Ball nachjagen. Das Pferd ist nur das Vehikel und dessen Unwohlsein wird ganz bewusst in Kauf genommen. Kein normal denkender Mensch, der ein bisschen was von Pferden versteht wird behaupten, dass es das Pferd nicht stört ständig einen Schläger abzubekommen, Sporenstiche und Reißen an der Aufziehtrense einstecken zu müssen...
Das ist auch der Grund, warum meine Freundin und ich uns über Pferdesport nur bedingt unterhalten - sonst wären wir wohl bald nicht mehr befreundet.
Dass die Pferde toll gehalten werden stimmt. Aber seine Kinder schlagen wird doch auch nicht dadurch besser, dass sie ein großes Zimmer mit viel Spielzeug haben.
Geändert von Himbeerquark (06.12.2012 um 01:30 Uhr)
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Folgende 2 Benutzer finden den Beitrag von Himbeerquark hilfreich:
polldi,
Schuli
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06.12.2012, 10:00
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Polo-pferdefreundlich?? Beitrag #41
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Gnadenbrotpferd
Registriert seit: 06.01.2011
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Danke, Himbeerquark! Du sprichst mir aus der Seele.
Ich liebe diese Pferde. Und genieße es gerade, daß meine argent. Stute es nach 16 Jahren bei mir nun doch endlich schafft, sich mal ein paar Frechheiten rauszunehmen. Frechheiten, die man bei anderen Pferde gar nicht als solche wahrnehmen oder bezeichnen würde.
Und ihre Freude "daran" nimmt einen richtig mit. Guut, sie wird nun 29 und brauchte etwas länger, um zu begreifen, daß der Mensch nicht zwangsläufig nur Schmerz bedeutet.
Wenn ich an ihre lustigen Spaßeinheiten vom letzten WE denke, bekomme ich das Grinsen jedoch gar nicht mehr aus dem Gesicht 
Die Stute, die ich vorher hatte kam auch aus Argentinien, war jedoch viel selbstbewußter gestrickt und hatte auch in der Tat Spaß an der Sache. Beide kamen übrigens vom selben Vorbesitzer aus D'dorf.
Gesundheitlich waren aber beide bis auf's Letzte ausgereizt worden.
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20.12.2012, 14:53
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Polo-pferdefreundlich?? Beitrag #42
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Fohlen
Registriert seit: 02.07.2012
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Es ist wieder einmal typisch das bei Polo nur an die leider prozentual häufigsten (wir reden hier von rund 300 aktiven Polospielern die es in ganz Deutschland gibt - das ist nicht einmal 1/1000 der gesamten Reiter!) Polospieler welche in der Tat nicht wirklich artgerecht mit ihrem Pferd umgehen gedacht wird.
Ich selbst habe aus Interesse angefangen diesen Sport auf Schulpferden (am Georgshof in Nied) als reinen Freizeitsport auszuüben, meist nur in der Form das ich alleine die Bälle das Feld entlangschlage (da aufgrund der wenigen Spieler sehr selten ein Spiel möglich ist). Grundsätzlich ist Polo für Pferde eine sehr abwechlungsreiche Sache und diese haben auch Spaß daran. Man kann das als Freizeitsport auch anders betreiben, ohne den übertriebenen Ergeiz. Wenn man sich einig darüber ist das eben auf heftige Manöver verzichtet wird um sein Pferd nicht zu gefährden tut das dem Spielspaß kein Abbruch. Und ich reite die Schulpferde auch statt mit der dort vorhandenen sehr scharfen, im Polo üblichen Aufziehtranse sogar mit einer eigenen gebisslosen Zäumung. Denn im Prinzip lassen sich diese Pferde fast ausschließlich über Gewichtshilfen reiten, selbst das Durchparieren am Feld aus dem Jagdgalopp ist ohne Probleme möglich, natürlich nicht auf 5 Metern.
Ja, die hier geschilderten sehr negativen Dinge kann ich nach einigen Turnierbesuchen zum großen Teil bestätigen. Aber gerade deshalb möchte ich den Sport ausüben, und zwar eben genau nicht auf diese Weise! Ich finde der Reiterwelt und den Pferden entgeht durch diese strikte Ablehnung von Polo durch die "richtigen" Reiter dieser wirklich abwechslungsreiche Sport. Mein 4,5 Jähriger Araber den ich habe hat sichtbar Spaß wenn ich bei uns am Hof (Offenstall mit unter anderem einer 60x20m² Halle und einem ebenso großen Platz) ein paar Bälle schlage. Ohne jedes spezielle Training und ohne irgendwelche Tricks läuft der kleine dem Ball hinterher wenn ich schlage, galoppiert teilweise einfach von selbst an obwohl er in der Halle eigentlich eher sehr träge ist (vor dem Winter war ich auch zu 95% im Gelände).
Ich versuche immer wieder insbesondere Freizeit und Westernreiter einmal dazu zu bewegen das auszuprobieren. Wenn nur jeder 1000. Reiter vernünftig und Pferdegerecht Polo spielt kann man quasi gemeinsam die deutsche Polowelt nach eigenen Regeln neu gestalten und so auch die wirklich teilweise katastrophalen Zustände des deutschen Polos bekämpfen. Wie gesagt, es geht hier in Deutschland um wenige hundert Personen die mit ihrer Reitweise das Bild dieses Sportes bestimmen! Ich bin sicher das es weitaus mehr Grobiane in anderen Disziplinen gibt die mit ihrem Pferd umgehen wie mit einem defekten Crossmopped.
Was seitens der Reiterwelt betrieben wird ist im Prinzip ein Dulden der Zustände beim Polo. Diese Reitweise (ja es ist eine Reitweise die sich beim Studium von guter Polo-Lektüre in den Grundzügen nicht vom klassischen reiten und Westernreiten unterscheidet auch wenn es eben hier so nicht praktiziert wird) ist nicht Pferdefeindlicher als alle anderen Reitweisen, muss eben nur korrekt betrieben werden. Hier geht es nicht um eine große Lobby mit unmengen Anhängern, wenn man zeigt das es auch anders geht wird man ganz schnell in der Überzahl sein. Ich zeige den Reitern an unserem Stall das man grundsätzlich nur mit Vielseitigkeitssattel und Knotenhalfter Polo spielen kann, es braucht kein Gebiss, keine Ausbinder und die Zügel liegen locker in der Hand. Wer dennoch meint der Sport als solcher sei "böse" der sollte dann aber das Reiten generell aufgeben, denn ein Tier nur zur Eigenbespaßung gefangen zu halten und eventuell sogar zu turnieren zu karren ist auch nicht der Inbegriff ausgelebter Tierliebe.
Gruß
Thomas (der sich mit seiner Frau im zusammenleben mit den beiden Arabern an natural-horsemanship-Grundzügen orientiert)
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Bouwi
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