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Alt 22.02.2007, 20:47   Ratlos bei Panik, Angst Bachblüten? Beitrag #1
Fidelius
Fohlen
 
Registriert seit: 22.02.2007
Hallo,

ich hab hier eine ganz spezielle Frage , was ich in dieser Form auch noch nirgens nachgooglen konnte. Es geht um eine Stute ( im Besitz meiner Schwester). Sie ist allgemein recht guckig, ist ja soweit absolut akzeptabel für eine 6 Jährige. Es wurde auch schon Tierärztlich abgecheckt, das es nichts organisches ist ( sieht im Dunkeln nur sehr schlecht, wird berücksichtigt), viel Bodenarbeit mit Profitrainerin, dann ein dreiviertel Jahr Vollberitt in einem Gestüt bei Vollprofi, Desensibiliation nur mit Teilerfolgen. Sie ist im Umgang ansich ein Traum, sie ist sehr sensibel (mit allen Vor und Nachteilen), trotz allem dominant, sehr anhänglich und folgt wenn man sich einmal gescheit durchgesetzt (testet noch sehr viel) hat aufs Wort. Sie ist ausgesprochen intelligent und lernt sehr schnell. Aber es gibt ein Phänomän, dieses Pferd steigert sich wahnsinnig in Situationen rein und wird dann ( trotz sämtlicher Beruhigungstaktiken) unkontrollierbar! Auf dem Platz ist dies noch nie vor gekommen, dort ist sie ausgeglichen und es kann wirklich Jeder auf dieses Pferd. Woher könnten diese Attaken kommen? Wärend sie trächtig war, ist das Verhalten komplett anders gewesen, daher war eine Vermutung das es Hormonell bedingt sein könnte. Schlechte Erfahrungen hat sie nie gemacht, ich kenne den Züchter, der ist Top. Sattel u. Trense wurden speziell auf sie angepasst, so ist dies ebenso auszuschließen. Ausserdem steht die Vermutung , das sie es "Vorspielt" , das Schauspieltalent zeigt sie auch wenn sie testet. Sie zickt übrigens massiv wenn man sie (berechtigt) ausschimpft ( steigen, buckeln, quietschen) , nur das sie dann leicht zu beruhigen ist, lässt mich vermuten , dass sie genau weiss was sie tut, denn da reicht schon ein "ist doch gut" um sie komplett zu besänftigen. Keiner wird schlau aus diesem verhalten, da es recht zwiespältig ist. Die absoluten Monster sind übrigens Autos, aber da wird demnächst mit der Desensibiliation angefangen. Es kann sich nur wirklich keiner erklären woher dieses "reinsteigern&verboren" bei diesem Pferd kommt. Zu dem kommt noch das sie nur eine handvoll Menschen akzeptiert, der rest wird zT sogar aus der Box gejagt(zB Ihr Fohlen durfte ausschließlich meine Schwester anfassen). Sie hat wirklich keine schlechten Erfahrungen gemacht! Ist es eine Charaktersache? Wer kennt ähnliche Fälle?

Danke schonmal
 
Alt 22.02.2007, 21:01   Ratlos bei Panik, Angst Bachblüten? Beitrag #2
Alpen Quarter
Sportpferd
 
Benutzerbild von Alpen Quarter
 
Registriert seit: 30.12.2004
Ort: Da wo die Sonne scheint
Hallo,
ich belese mich momentan viel über Akupunktur und Akupressur.
Es kann eine Charaktersache sein. Es kann aber auch ein psychisches Problem von ihr sein. Ebenso wäre ein "erlerntes" Verhalten denkbar.
Das ließe sich erklären, wenn sie ein Pferd ist, das gerne viel aufmerksamkeit bekommt. Sie lernt "ich rege mich auf, die beachten mich mehr, ich bin interessanter". Eine Threapie wäre dann wohl ein einfaches ignorieren, da du aber schreibst, das sie unberechenbar wird, ist das ausprobieren dieser "Therapie" einfach zu riskant.

Ich weiß nicht wie du gegenüber alternativer "Medizin" stehst.
Ich würde dir raten, dein Pferd mal akupunktieren zu lassen bzw. es einem Akupunkteur vorzustellen. Vielleicht liegt es an einem "ungleichgewicht" das sich jetzt noch nicht körperlich bzw. als Krankheit zeigt.
Eine andere Möglichkeit wäre mal einen Physiotherapeut zu rate zu ziehen, vielleicht liegt es an kleinen Verspannungen der Muskultaur, die sich vom bloßen Auge nicht sehen lassen.
Du schreibst auf dem Platz tritt es nicht auf. In der Halle und im Gelände schon oder nur wenn man sie nicht reitet?
 
Alt 22.02.2007, 22:25   Ratlos bei Panik, Angst Bachblüten? Beitrag #3
Fidelius
Fohlen
 Threadersteller 
 
Registriert seit: 22.02.2007
Hallo,

das Verhalten wird (soweit möglich) konsequent ignoriert , aber wie gesagt wenns zu arg wird ist es schlicht und ergreifend nicht mehr möglich es zu ignorieren . Akupunktur, ja warum nicht, ich werd mich diesbezüglich mal etwas schlauer machen. Hilft das auch bei Hormonellen Problemen? Wär tatsächlich mal sehr interessant. Jede Form von Hilfe egal ob alternativ oder nicht ist es wert in Betracht gezogen zu werden. Allerdings macht die Sache mit dem erlernten Verhalten Sinn , da sie tatsächlich sehr gern im Mittelpunkt steht, sie wurde bis sie ca 3 Jahre alt war nicht wirklich beachtet (stand artgerecht auf Stutenfohlenkoppel/offenstall) und ist schon sehr Menschenbezogen (die Auserwählten). Es gibt Situationen , die gerade aus diesem Blickwinkel absolut klar sind! Weiteres Beispiel (eher harmlos, aber schematisch passend) : Da wird des öfteren der Sattel von der Sattelstange gestoßen indem so lange daran rumgeschubst bis er komplett unten liegt! dann gibts freilich mecker, der Sattel wird weg geräumt, dann wird eben nach den Gamaschen geangelt oder irgendwas geschnappt und rumgetragen, meist in Situationen in denen man mit anderen Leuten spricht, oder sich nicht hundert prozent auf sie fokussiert. Es wäre zumindest eine Teilerklärung, denn in Situationen, gerade wenn motorisierte vierräderige Monster im Spiel sind , schätze ich die Panik als real ein. Ich denke es könnte eine Mischung aus beidem sein. Ist es möglich das sie erst ein wenig spinnt/testet , sich dann aber derart reinsteigert , das für sie die ganze Situation als bedrohlich wahrgenommen wird/ kippt (zB wenn der reiter unsicher/ängstlich "aufgrund ihres Verhaltens" wird und sie darauf "aufgrund des Verhalten des reiters" dann davon ausgeht das tatsächlich irgendwo etwas gefährliches sein muss). Ist eventuell eine gewagte These . Also Akupunktur wird in Angriff genommen! Danke vielmals.

Es kann jederzeit auftreten, im Gelände äußert sich das auffällig , egal ob spazieren oder reiten. (Wobei sie an die Gegend gewöhnt wurde durch viele Spaziergänge (auch jetzt noch regelmäßig), anfangs kürzer, jetzt auch länger, sie kennt das Gelände allerdings auch schon Jahre!) Aber sie ist eben schon immer guckig und etwas nervöser gewesen, das Ganze noch kombiniert mit Intelligenz und ner ordentlichen Portion Sturkopf und einer leichten Sehschwäche. Aber es steht noch mehr Bodenarbeit an, wir wollen sie auf keinen Fall aufgeben.Liebe halt

Geändert von Alpen Quarter (23.02.2007 um 19:04 Uhr)
 
Alt 23.02.2007, 10:56   Ratlos bei Panik, Angst Bachblüten? Beitrag #4
Gast29553
Gast
 
Beschreib doch mal bitte, wie genau sie sich dann verhält. Was macht sie in welchen Situationen?

So wie du es schreibst klingt für mich euer Verhalten in solchen Situationen sehr widersprüchlich.
Du schreibst ihr schimpft und dann dreht sie auf und dann beruhigt ihr sie wieder? Das darf so nicht sein. In dem Moment hat sie das letzte Wort und bei diesem Charakter, den die Stute an den Tag legt ist das kritisch.

Ich habe einen ähnlichen Kandidaten, der auch nicht kritikfähig ist. Wenn ihm irgendetwas nicht passt, dann fängt er massiv an zu drohen. Das kann sich steigern bis zu dem Punkt, wo er mit den Vorderhufen auf den Boden trommelt (erinnert immer ein wenig an ein bockiges Kind, dass seinen Willen nicht bekommt). Ich habe diesen Machtkampf schon häufig mit ihm ausgefochten (nicht nur den, sondern auch andere) und es wäre noch lange nicht geklärt, wenn ich auf die Idee gekommen wäre ihn dafür durch beruhigen zu belohnen.

Mir scheint, deine Stute hätte eine Taktik gelernt euch zu besänftigen ohne dabei nachzugeben.
Ihr müsst andere Wege finden, um aus dieser Situation zu kommen.

Außerdem sagst du, dass sie z.B. nicht jeden in ihre Box lässt, etc. Das ist eindeutig ein Zeichen, dass sie sehr große Stücke auf sich selber hält und den Menschen nicht ausreichend akzeptiert bzw. seine Stellung anerkennt. Mit anderen Worten (du hast es ja acuh schon selber erkannt) die gute ist extrem dominant.
Das Thema Box hat meiner auch anfangs gezeigt. Es ging soweit, dass er Leute (mich nicht, da wir konsequent an unserem Rangverhältnis gearbeitet haben) aus der Box gebissen hat und bei der Fütterung mit gebleckten Zähnen angeschossen kam. Ich habe es so gelöst, dass ich ihn immer in die Ecke der Box geschickt habe, wenn ich die Box betreten konnte (sein Unwille darüber war deutlichst zu sehen) und jede falsche Bewegung ermahnt habe. Erst nach einer Weile wurde er dann gefüttert oder durfte auf mein Komando die Ecke verlassen und zu mir kommen.
 
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