Hallo,
ich bin aufgrund einer Muskelerkrankung (kein
MS) seit nun ca. 25 Jahren im Rollstuhl. Etwas länger schon habe ich immer mindestens 1 eigenes Pferd, das ich in einer Stallgemeinschaft halte. Dort habe ich selbstverständlich auch meine Aufgaben im Stalldienst die ich zu erledigen habe. Ja, man kann auch im Rollstuhl ausmisten etc. Nur die Karre weit schieben ist halt blöd.
Mein Pferd hole ich allein von der Wiese/ Stall / Auslauf und mache es selbstständig fertig. Da wir weder Platz noch Halle haben, bin ich ganzjahres Ausreiter. Für Turniere üben ist halt im Auslauf oder auf der Wiese angesagt.
Ich reite entweder allein (weil mal wieder keiner da ist) oder mit den anderen aus. Das natürlich in allen Gangarten und durch jedes Gelände (klettern, Wiese, egal).
Die Ausbildung meiner Pferde mache ich größtenteils selbst. Natürlich habe ich einen sehr guten Profitrainer, bei dem ich 3 bis 6 mal im Jahr unterricht nehme oder den ich bei Problemen jederzeit um Rat fragen kann. Komme ich mal nicht weiter, stelle ich das Pferd auch mal 2 bis 3 Wochen bei ihm in Beritt unter. Da wird dann genau vereinbart, was er mit dem Pferd üben soll. Das ist aber in den letzten 10 Jahren nur insgesamt 4 mal der Fall gewesen.
Seit 2008 gibt es den Verein ParaWesternReiter e. V. den ich mitgegründet habe. Hier sind behinderte Westernreiter zusammengeschlossen, die regelmäßig Kurse bei namhaften Trainern machen und inzwischen sind wir besonders im Norddeutschen Raum auf einigen großen Turnieren mit eigenen Klassen vertreten. In Süddeutschland werden zur Zeit sowohl Kurs als auch Turnier organisiert. Wer hierzu mehr wissen möchte, kann ja mal auf unserer HP (Vereinsname googeln) vorbeischauen oder mich per PN kontaktieren.
Auch mit einer Querschnittslähmung gibt es bestimmt Möglichkeiten, unseren Reitsport auszuüben. Lass dich nicht entmutigen, wenn du nicht gleich jemanden findest, der dich mal reiten lässt oder dir weiter hilft. Wenn du nicht zu weit entfernst wohnst, kannst du uns ja auf einem der nächsten Termine mal besuchen.