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Voltigieren / Therapeutisches Reiten Voltigieren als Einsteig ins Reiterleben? Wie kann man auf Voltiturnieren starten? Was passiert beim therapeutischen Reiten? Wie wird ein Pferd zum Therapiepferd? Hier gibt es Fragen und Antworten rund ums Voltigieren und therapeutische Reiten!

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Alt 15.06.2012, 12:08   Reittherapie Depression Beitrag #7
Hesse_im_Norden
Wiederaufsteiger
 
Registriert seit: 04.06.2012
Ort: 27793
*grübel* - eigentlich ein zu komplexes Thema um allgemeingültig von Laien beantwortet zu werden.....

Nur mal aus meiner kleinen "Erfahrungskiste" - meine Frau ist depresiv erkrankt und ihr hilft es einfach, mit Tieren zu arbeiten.
Sie darf beim Nachbarn die Haflinger ab und an an der Longe trainieren (sie war in früheren Jahren Tunierreiterin und kennt da was man zu machen hat).
Bei mir trainiert sie einen der Hunde....in beiden Fällen ist es einfach der Umgang mit dem Tier...die vollkommene Konzentration auf etwas wesentliches in Verbindung mit dem Erfolgserlebnis wenn Tier einen Lernfortschritt macht.
Da ich selber nicht ganz frei von Depressionen bin und aktuell sogar medikamentös behandelt werde sehe ich bei mir und meiner sehr aktiven Arbeit mit dem Lebewesen Hund diesen Effekt...nur bin ich auch noch Leistungsorientiert und neige, ist bei meinem Weibe auch so, zum Perfektionismus.
Da ich selber nicht "Perfekt" bin und in vielen Bereichen Lücken aufweise, was schon schwer ist dies vor sich selber zu zu geben, kann man bei der einfühlsamen Arbeit mit dem Tier eher diesen Drang zum Perfektionismus stillen.
So wie ich es bei mir und meiner Frau sehe, habe ich auch bei anderen zu Depressionen neigenden Menschen gesehen, dass die Liebe zum Tier sehr stark vorhanden ist und man zu dem Wesen Tier bei weitem mehr Geduld aufbringt als man bei sich selber fähig ist zu zeigen.
Durch diese "Geduldsprobe" beim Tier kann der depressive Mensch durchaus viel für sich selber rausziehen....ist aber nicht bei jedem Depressionspatienten gleich, da es hier starke Abstufungen und Krankheitsbilder gibt.

Allerdings wehre ich mich gegen die oben aufgeführte Behauptung, dass Depressionspatienten gleichzeitig als Verhaltensgestört dargestellt werden!
Dafür ist dieses Krankheitsbild zu breit gefächert!!!

HiN
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Blondy00
Alt 15.06.2012, 13:25   Reittherapie Depression Beitrag #8
Tocci
Trakki
 
Benutzerbild von Tocci
 
Registriert seit: 15.02.2007
Bilder: 3
Ich würde sagen:
Der Depression entgegen wirkt das Gefühl, etwas zu tun, was einem gut tut.

Was genau einem gut tut, ist allerdings ganz individuell, auch abhängig von verschiedenen Faktoren, u.a. der Ursache für die Depression.
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Alt 15.06.2012, 13:39   Reittherapie Depression Beitrag #9
Winternebel
Trakehnerbespaßer
 
Benutzerbild von Winternebel
 
Registriert seit: 29.12.2011
Ort: Niedersachsen
Ich schreib dir gleich mal eine PN.
Habe Beruflich und Privat Kontakt mit der Krankheit.
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Alt 18.06.2012, 12:42   Reittherapie Depression Beitrag #10
Honigmaus
Jährling
 
Registriert seit: 20.04.2011
Ich bin Depressiv und habe ein Pferd.
Depressionen werden medikamentös behandelt.

Wenn ich in einer Depressiven Phase bin, habe ich das Gefühl, nichts Richtig zu machen, keine Kraft zu haben irgendwas anzupacken. Nur im Bett liegen und Denken.

Ich MUSS allerdings zu meinem Pferd fahren. Das rafft schonmal auf, da ich weiß, dass es von mir abhängig ist.

Mein Pferd gibt mir das Gefühl etwas Richtig zu machen.
Das tut schon unheimlich gut.
Auch gibt es keine Widerworte, es nimmt mich so wie ich bin und will mich nicht verstellen.
Im Alltag muss man sich leider zuoft verstellen. Je nach Sozialem Umfeld, Job wird von einem verlangt gut gelaunt zu sein zum Beispiel.
Ein Pferd nimmt einen auch schlecht gelaunt an.

In der Therapie von Depressiven wird viel von ihnen verlangt bzw. gemacht.
Bewegungstherapie in Form von Tanzen, so die Gefühle raus zu lassen, zu merken, was man fühlt.
Ergotherapie, etwas mit den Händen herstellen um den Menschen zu zeigen, dass sie doch etwas können, auch wenn sie es nicht glauben wollen.
Gesprächtherapien.
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Hesse_im_Norden, Winternebel
Alt 18.06.2012, 15:32   Reittherapie Depression Beitrag #11
caramia_2
Fohlen
 
Registriert seit: 21.05.2009
Ort: Mannheim
Also ich finde das eine interessante Frage! Ich bin zwar nicht depressiv, habe aber in den 9 Jahren, in denen ich reite, eine simple Erfahrung gemacht, und zwar: Reiten macht glücklich! Und diesen Effekt hat es auch, wenn man in einer traurigen, gestressten Stimmung in den Stall kommt. Das "Glücklichsein" fängt schon an, wenn man sein Pferd putzt, mit ihm spricht und so, aber beim /nach dem Reiten stellt sich dann ein gewisses Hochgefühl ein. Hm - wie das zustande kommt? Vielleicht muss man generell tierlieb sein, also gerne mit Tieren zusammensein und sich um sie kümmern. Da entsteht so ein unmittelbarer, direkter und ehrlicher Kontakt... Und das Reiten selbst: Bewegung/Sport inbesondere an der frischen Luft soll ja Glückshormone frei setzen. Und wie schon mehrfach erwähnt, die absolute Konzentration auf das Hier und Jetzt, das sich Einlassen auf die gemeinsame Bewegung spielen sicher auch eine wichtige Rolle.
Klar, wenn man aber Angst vor Pferden oder zu Tieren generell keinen Draht hat (soll's ja geben...), ist das vielleicht auch nicht der richtige Weg. Da fällt mir noch ein, dass in manchen Altenheime gezielt Therapiehunde oder auch andere Haustiere eingesetzt werden, um die Bewohner zu "aktivieren", lebendiger und interessierter zu machen. Also sollte ich mal alt und dement sein, würde das bei mir bestimmt wirken
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Alt 18.06.2012, 18:25   Reittherapie Depression Beitrag #12
Kitty Malone
Jährling
 
Registriert seit: 18.03.2012
Hallo,

also bei mir hilft das Reiten und der Umgang mit dem Pferd auf jeden Fall.
Ich bin seit Jahren depressiv, aber nehme keine Medikamente. Habe letztes Jahr eine mehrwöchige Reha gemacht und es seit dem auch ganz gut "im Griff". Aber mir das Pferd zu kaufen war so das Beste was ich hab machen können.

Wie schon jemand schrieb: Ich kann mich nicht in meinem Bett verschanzen. Ich MUSS zum Pferd. Und wenn es mir schlecht geht, dann schaut Sinead mich mit ihren klugen blauen Augen fragend an, und das ist Balsam für die Seele.

Auch beim Ausreiten "zeigt" sie mir kleine Dinge die ich nicht sehe.. Ein Kitz hier, einen Hasen da. Und da freut man sich auch wieder über die winzigen Dinge im Leben. Denn das ist uns Depressiven verloren gegangen: sich über kleine Sachen freuen, und den Sonnenstrahlen entgegen lächeln-

Und dabei Hilft mir das Pferd ungemein. Daher ist sie schon irgenwie meine Reittherapeutin.

Aber ich glaube Tiere helfen generell wenn es einem nicht gut geht, Hunde und Katzen sind auch prima "Therapeuten".

LG Mel
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Muckenschnabel, Snoopy1167
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depression, reittherapie, selbsbewußtsein

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