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Pferdekauf/ Pferdeverkauf

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Alt 05.05.2007, 18:48   Rund ums erste eigene Pferd... Beitrag #1
Gast38250
Gast
 
Registriert seit: 01.09.2006
Als ich vor kurzem mein erstes eigenes Pferd gekauft habe, fiel mir beim durchsuchen des Forums auf, dass es zwar sehr viele einzelne Themen gibt, aber keine "Übersicht" darüber, was man beim Pferdekauf alles beachten sollte. Ich fühlte mich ziemlich überfordert von der Suche nach Informationen und hätte mir eine "Orientierungshilfe" gewünscht. Daher versuche ich nun, einen Beitrag zu erstellen, an dem man sich ein bisschen orientieren kann. Natürlich werde ich nicht zu jedem einzelnen Thema viel schreiben, denn dazu gibt es ja schon die anderen Threads. Deswegen soll der Beitrag hier auch nicht zum diskutieren dienen, sondern nur zur Ergänzung weiterer wichtiger Punkte.
Ich habe versucht, alles möglichst wertfrei zu schreiben, denn es gibt immer verschiedene Meinungen zu diversen Themen – wie gesagt, bitte in den entsprechenden Threads diskutieren.

Dann mal los:

1. Wie findet man überhaupt "sein" Pferd?
Es gibt sehr viele Möglichkeiten. Natürlich kann man zunächst mal den eigenen Reitlehrer fragen, oft hat er einen "heißen Tip", gerade weil er auch weiß, welches Pferd passen könnte, was man selbst für Ambitionen und Vorstellungen hat etc. Darüber hinaus gibt es natürlich Internetseiten, auf denen Pferde aus Privatverkäufen und von Züchern inseriert sind, teilweise auch regionale Seiten. Hier spuckt das Forum schon einiges an Links aus!
Ein anderer Weg ist der über den Händler. Händler haben oft zu unrecht einen schlechten Ruf, man sagt ihnen zb. nach, dass sie kranke oder unreitbare Pferde irgendwie weiterverkaufen. Natürlich gibt es schwarze Schafe, aber ein guter Händler hat auch einen Ruf zu verlieren. Der Vorteil an einem Händlerstall ist, dass man dort meistens viele verschiedene Pferde ausprobieren kann und auch die Möglichkeit hat, ein Pferd zum "Testen" mit nach Hause zu nehmen.
Beim Züchter findet man häufig junge, unverbrauchte Pferde, die natürlich aber ihren Preis haben. Auch hier gibt es meistens eine große Auswahl und viele Züchter kennen ihre Pferde sehr genau, so dass sie auch abschätzen können, ob es zwischen Pferd und Besitzer "passt" oder eher nicht.
Natürlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie zb. Auktionen, Pferdemärkte oder der Kauf eines Pferdes vom Schlachter.

edit: hier die links
www.markt.de
www.quoka.de
www.pferdekauf-online.de
www.pferdeboerse.de
www.pferde.de
www.kalaydo.de
www.kijiji.de
www.dhd24.com
www.pferdemarkt.de
www.verkaufspferde-24.com
www.pferdetoplist.de
www.pferdeverkauf.com
www.sporthorses.online
www.ehorses.de
www.horsebase.de
www.pet-base.de



2. Pferd anschauen/ Probereiten:
Zunächst einmal ist es natürlich empfehlenswert, überhaupt einen Proberitt zu machen, um zu testen, wie man mit dem Pferd zurecht kommt. Günstig ist, wenn man das Pferd mehr als einmal reiten kann, um z. B. zu sehen, wie es abhängig von der Tagesform reagiert und auch Situationen auszutesten, in die man später ohnehin kommen wird, z. B. einen kurzen Ausritt zu machen.
Generell gilt, dass vier Augen immer mehr sehen als 2 und von daher möglichst eine erfahrene Person dabei sein sollte, wenn man ein Pferd anschauen geht.
Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ich mir das Pferd immer zuerst vorreiten lassen würde, oder ablongieren – zum einen kann man sich dadurch ein Bild von der Rittigkeit, dem Gangwerk etc. machen und zum anderen dient es der eigenen Sicherheit. Wer weiß, ob das Pferd vielleicht vorher wochenlang nur in der Box stand und nun erst mal ein paar Bocksprünge macht ?
Auch sollte man möglichst viel fragen (was natürlich nicht heißt, dass man auch immer ehrliche Antworten bekommt) – relevant ist zb. die Vorgeschichte des Pferdes, bisherige und eventuell bestehende Krankheiten, Auffälligkeiten im Verhalten. Im Prinzip kann man sich (leider) aber nur darauf verlassen, was man sieht und bemerkt. Deswegen sollte das Probereiten nicht nur aus dem eigentlichen Reiten bestehen, sondern auch aus putzen, führen, satteln etc. Steht das Pferd bereits gesattelt bereit, kann dies heißen, dass es im Umgang eher schwierig ist.

Geändert von Friska (10.05.2009 um 19:55 Uhr) Grund: Links zusammengeführt
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Alt 05.05.2007, 18:49   Rund ums erste eigene Pferd... Beitrag #2
Gast38250
Gast
 Threadersteller 
 
Registriert seit: 01.09.2006
3. Ankaufsuntersuchung:
Ist der Proberitt positiv verlaufen und man hat sich entschieden, das Pferd zu kaufen, sollte man eine Ankaufsuntersuchung von einem Tierarzt des eigenen Vertrauens machen lassen. Natürlich ist diese Ankaufsuntersuchung keine Pflicht, aber unter Umständen erspart man sich viel Ärger dadurch. Generell wird die kleine Ankaufsuntersuchung (AKU, auch "Tüv" genannt) von der großen AKU unterschieden.
Bei der kleinen wird zb. eine Beugeprobe gemacht, die Herztöne überprüft und der Allgemeinzustand des Pferdes beurteilt, bei der großen AKU werden zusätzlich Röntgenbilder angefertigt und weitergehende Untersuchungen durchgeführt. Ab einer gewissen Preisgrenze (des Kaufpreises) lohnt es sich sicher, eine große AKU zu machen, denn unter Umständen kauft man sonst ein teures Pferd, das in einem halben Jahr platt ist – was man auf den Röntgenbildern vielleicht sehen könnte.
Andererseits kann erstens jedem gesunden Pferd auch morgen ein Unfall passieren, durch den es unreitbar wird und zweitens ist durch die verbesserten technischen Möglichkeiten der letzten Jahre fast immer ein „Haar in der Suppe“ zu finden – soll heißen, dass man bei sehr vielen (wenn nicht allen) Pferden Auffälligkeiten finden würde, wenn man genau genug schaut.
Es ist also eine Sache der eigenen Risikobereitschaft und des persönlichen Abwägens, ob man eine kleine oder große AKU (oder eventuell auch gar keine...) machen lässt.
Außerdem kann zb. mit dem Verkäufer im Vorhinein vereinbart werden, dass dieser die AKU bezahlt, falls das Pferd "durchfällt" – sonst ist man als Käufer unter Umständen einiges an Geld los, bevor man überhaupt ein Pferd im Stall stehen hat. Dies ist aber keine allgemeingültige Regelung, sondern muss jeweils mit dem Verkäufer abgesprochen werden.

Auch zum Thema AKU wurde im Forum schon einiges geschrieben, z. B. hier: http://www.reitforum.de/showthread.p...fsuntersuchung

4. Kaufvertrag:
Ein Kaufvertrag wird abgeschlossen, um beide Parteien (Käufer und Verkäufer) abzusichern. Zum Beispiel kann darin festgehalten werden, mit welchen Zusicherungen (zb. Gesundheitszustand, Charakter etc.) und zu welchem Preis das Pferd verkauft wurde, und was passiert, wenn diese sich als unwahr herausstellen.
Auch hierzu spuckt das Forum einiges aus, es gibt auch vorgefertigte Kaufverträge, die man nach eigenem Belieben ändern kann. Infos zb. hier: http://www.reitforum.de/showthread.p...ht=kaufvertrag
Früher wurden Pferde übrigens traditionellerweise in bar bezahlt, auch das ist nicht mehr so starr geregelt.

5. Papiere/Equidenpass:
Wenn das Pferd Papiere und/oder einen Equidenpass hat, muss der Verkäufer diese dem Käufer aushändigen. Hat das Pferd noch keinen Equidenpass, muss dieser, da er (eigentlich) Pflicht ist, beantragt werden. Man kann dabei mit dem Verkäufer unter Umständen vereinbaren, dass dieser die Kosten trägt.
Der Equidenpass wird bei der FN beantragt. Auf Anfrage bekommt man ein Formular zugeschickt, in das der Tierarzt die Abzeichen des Pferdes eintragen muss (viele Tierärzte haben das Formular auch vorrätig), das ausgefüllte Formular wird dann an die FN zurückgeschickt und nach einigen Wochen erhält man den fertigen Pass.
Wenn das Pferd zb. einen Brand hat, aber keine Papiere, kann man diese über den zuständigen Zuchtverband wiederbekommen.
Zu weiteren Informationen bitte auch die Suchfunktion bemühen, zb. in diesem Unterforum:http://www.reitforum.de/rund-ums-pferd-57/pferderassen-and-pferde-zucht-433/papiere-eintragungen-e-paesse-fuer-pferde-434/
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Alt 05.05.2007, 18:50   Rund ums erste eigene Pferd... Beitrag #3
Gast38250
Gast
 Threadersteller 
 
Registriert seit: 01.09.2006
(der letzte teil)

6. Versicherung:
Es gibt einige mögliche Versicherungen für Pferde. Was man auf jeden Fall abschließen sollte, ist eine Haftpflichtversicherung (sogenannte Tierhalterhaftpflicht), weil man sonst mit seinem Privatvermögen für Schäden haftet, die durch das Pferd entstanden sind, das kann sehr teuer werden. In vielen Pensionsställen wird die Haftpflichtversicherung auch als Voraussetzung gesehen, um das Pferd überhaupt dort einstellen zu dürfen. Hier gibt es eine Fülle von Angeboten und es lohnt sich, das Kleingedruckte zu lesen. Am Besten sollte man sich über dieses Thema informieren, bevor das eigene Pferd im Stall steht, denn es ist für Laien doch recht schwer zu durchschauen.
Weitere mögliche Versicherungen für Pferde sind zum Beispiel die OP-Versicherung oder die Lebensversicherung. Hierzu gibt es sogar ein eigenes Unterforum mit Informationen: http://www.reitforum.de/rund-ums-pferd-57/rechtliche-fragen-versicherungen-zum-thema-pferde-439/

7. Pensionsstall:
Wenn man das erste eigene Pferd nicht gerade im Garten halten kann, muss man sich um einen Platz in einem Pensionsstall bemühen. Um dem Pferd unnötigen Stress durch häufige Stallwechsel zu ersparen, empfiehlt es sich, diesen mit Bedacht auszusuchen. So ist es zum Beispiel günstig, mehr als einmal in einen Stall zu gehen, unter Umständen auch unangemeldet, um sich ein Bild vom Alltagsbetrieb machen zu können, und auch mit den Leuten zu sprechen, die dort schon ihr Pferd eingestellt haben. Dadurch erfährt man oft Dinge, die der Stallbesitzer nicht erzählt hat.
Zum Thema, woran man einen guten/schlechten Stall erkennt, welche Haltungsformen es gibt und was Pensionsställe so kosten, gibt das Unterforum "Haltung" einen guten Überblick: http://www.reitforum.de/rund-ums-pferd-57/pferde-haltung-fuetterung-and-pflege-417/haltung-121/
Wenn man dann einen Stall ins Auge gefasst hat, sollte man auf jeden Fall einen Platz reservieren, auch wenn man unter Umständen noch nicht das passende Pferd gefunden hat.


Soweit jetzt erst mal von mir. Ergänzungen sind gerne gesehen, aber wie gesagt, bitte nicht inhaltlich über die einzelnen Themen diskutieren. Sonst wird der Thread hier sehr schnell unübersichtlich.

Viel Erfolg beim Pferdekauf!!
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Alt 06.05.2007, 11:35   Rund ums erste eigene Pferd... Beitrag #4
Riana Rose
Mit-Kappe-Reiter
 
Registriert seit: 26.02.2006
Ort: Im schönen Niedersachsen
Gute Idee!

Also, was auch sehr wichtig ist, sich eine genaue Vorstellung von dem Pferd zu machen.
Dann eine Liste machen mit den wichtigsten Punkten.

Z.B

Pferdename:
Alter:
Größe:
Geschlecht:
Rasse/Typ:
Abstammung/Papiere:
Eignung:
Abstammung:
Farbe:
Ausbildungsstand:
Hufbeschlag:
Gesundheitszustand/Tüv:
Standort:
Preis:
Nach dem Angucken/Probereiten Vor-und Nachteile des Pferdes aufschreiben.
Beim Probereiten auf jeden Fall Video machen.
Immer ne Nacht drüber schlafen, sich nicht von Sprüchen wie "Ich habe eine Intressenten der entscheidet sich noch Heute, wenn sie das Pfed wolen müssen sie sich JETZT entscheiden" verunsichern lassen!

Zwar nach Gefühl entscheiden, aber den Kopf nicht ganz ausschalten

Und viel Spaß!
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Alt 11.05.2007, 09:35   Rund ums erste eigene Pferd... Beitrag #5
Mümmelchen
Tinkerfan
 
Registriert seit: 05.07.2005
Ort: 67065 Ludwigshafen
Ein guter Thread

Es ist auch sinnvoll, das Pferd auf Probe mit zu nehmen. Evtl verhält es sich im neuen zu Hause ganz anders wie beim Verkäufer. Auch immer mehr Privatverkäufer bieten eine Probezeit an. Diese sollte man in jedem Fall nutzen. Es sollte aber auch wie ein Kaufvertrag schriftlich festgehalten werden. Auf jeden Fall sollte drin stehen, das man das Pferd ohne Grund bis zu einem bestimmten Termin (in der Regel 4 Wochen) zurück geben kann. Dann hat man mehr Möglichkeiten das Können und den allgemeinen Zustand des Pferdes zu prüfen. Dann kann man auch in Ruhe seinen Schmied unter Tierarzt drüber schauen lassen.
In dem Probevertrag sollte auch festgehalten werden, wer für Schäden, die durch das Pferd entstanden sind, aufkommt. Also Haftpflichtversicherung der Pferde oder evtl des Verkäufers.

Viel Glück beim Pferdekauf.
  Mit Zitat antworten
Alt 11.05.2007, 09:44   Rund ums erste eigene Pferd... Beitrag #6
pferdeliesl
Euterkraulerin de luxe
 
Registriert seit: 14.10.2005
Ort: Potsdam
Zitat:
Zitat von Mümmelchen Beitrag anzeigen
Es ist auch sinnvoll, das Pferd auf Probe mit zu nehmen.
mhhhhhhhhhhhh,das würde ich nicht unbedingt für sinnvoll halten.

pferd soll verkauft werden,5 interessenten und alle nehmens zur probe mit? ständiger stallwechsel ist doch fürs pferd nicht der brüller!

außerdem kann sich manch pferd in 4 wochen nicht eingelebt haben,so sein wahres ich nicht gezeigt haben............der käufer sagt nein und verliert sein traumpferd..................

eher würde ich nen verlängertes we machen um das pferd zu testen-aber nen ständiger stallwechsel...............

grüßle
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