Zu 1.
Also, eine Freundin benutzt so einen Billigsattel. Sieht nicht schön aus, aber sie reitet damit Lektionen ÜBER der Erde, sprich
Levade und Schulsprünge. Ich sage mal: wenn er passt und funktioniert, ist es scheißegal, was er gekostet hat. Nur die Lebensdauer ist eben nicht so hoch. Und man kann wirklich Pech haben, dass war reißt.
Zu 2.
Winz, noch mal Winz, Winz. Baut in Kaldenkirchen Nettetal die besten Sättel, die man in Deutschland für einen sehr sehr guten Preis bekommen kann. Er baut aber nicht für JEDERMAN. Ich habe leider keinen, hätte fast einen bauen lassen, bekam aber dann den Synergisten.
Also dann Synergist (guckt bei Synergistsaddle.com nach)
Weil mein Pferd schwierig ist, seit vorgestern Freemax Evo Airnet, würde auch Freeform nehmen.
Ansonsten sind sicherlich gut aber teuer:
Hook, Höpfner (weil immer anpassbar), Benz, Krehan, Theine, La Selle (Lederbaum), uam. z.B. Spirig...
Zum Wanderreiten sind sicherlich alle McClellantypen und Malibaudsättel gut, aber vorsicht, die Kammern sind oft viel zu eng!
Bei baumlosen N-saddleshopsättel... sehr teuer, aber von baumsätteln im westerntyp nicht zu unterscheiden.
Mit guten Westernsätteln kenne ich mich nicht aus, aber die teuren maßgefertigten sind sicherlich alle sehr gut. Für Hafis übrigens sind alle normalen Westernsättel (die meistens mindestens 62 cm lang sind, wenn sie kurz sind) viel zu lang. Lieber dann Sommersättel nehmen, die es auch in Shorty varianten mit Westernhorn und anständiger weiter Kammer gibt. Oder Equiflex, die sind kürzer, aber über Bäume mit flexiblen Eigenschaften... oh je... da muss man die Bäume genau auf EINEN REITER EINSTELLEN MIT IMMER DEM GLEICHEN GEWICHT... bin da nicht sicher, gibt viele LEute, die das ablehnen, viele finden es gut... ich weiß es nicht.
Zu 3.
Ewig, weil ich das Zeug gut zu pflegen weiß. Winz hält 100 Jahre und ist immer wieder anpassbar im Baum! Nicht nur über die Polsterungen!
Zu 4.
Ich schreibe mal nur für englische Sättel:
Lasst euch nicht verscheißern.
Ihr müsst tatsächlich zum Sattelexperten werden, wenn ihr ein Pferd habt, was KEINE Standardsattellage hat. Dann seid ihr aufgeschmissen, denn die meisten Sattelverkäufer verkaufen Standardsättel für Standardpferderücken. Und haben oft keine Ahnung, was sie da tun!!
Keine Pads unter einen unpassenden Sattel legen! Auch wenn noch so viele Stallkollegen Fellpads mit Echtfell, Fellpads ohne Fell usw. darunter legen, das ist alles für die Tonne! AUCH wenn Eure Stallkollegen meinen, das MUSS SEIN--- usw... das ist alles für die Tonne! Unter einen passenden Sattel gehört so was nicht, und unpassende Sättel nehmen wir vom Pferd...
Die Kammer bzw. Ortspitzenweite verengt sich sonst sofort und es drückt. Unter einen passenden englischen Sattel mit Baum gehört nichts weiter als eine dünne Decke zum Schutz des Sattels, man kann auch ohne Decke reiten, macht nur kaum einer.
Unter Westernsättel besser Grandeurpad verwenden. Westernsättel brauchen gute Polsterungen, denn sie haben einen harten Baum (Bars) Niemals einen Westernsattel ohne Gittermaßüberprüfung (oder Kaltblutpowerpad) andrehen lassen. Wenn eurer Pferd beim Satteln stöhnt, gähnt, den Kopf schüttelt, hin und her tritt... nicht läuft, dann stimmt was nicht. Auch ein Westernsattel MUSS hinter der hinteren Schulterkante mit dem Baum liegen--- also euer
Hafi ist schon zu kurz dazu!
Manche Sattler finden Kammerweiten nicht oder geben sie falsch an!!!
Stübben bietet standardgemäß nur Ortspitzenweite OW) bzw. auch Kammerweite genannt (KW) bis 32. XW nur auf Extrabestellung. Die Kammerweite findet man bei Stübben auf dem rechten kleinen Strupfenblatt, welches man nicht so einfach abziehen kann wie z.B. bei Kieffe.
Man kann die
KW NACHMESSEN.
Sollte man auch bei gebrauchten Sätteln!
Miss nach, ist sie weiter als abgedruckt, hat jemand vielleicht am Kopfeisen gespielt und geweitet bei Sätteln, die nicht dafür vorgesehen sind. Kopfeisenbrüche sind dann möglich!
Bei Sätteln, die keine Kammerweite eingeprägt haben, könnte es sein, dass die Kammer veränderbar ist, z.B. Kieffersättel haben standardgemäß eine
KW von 33 und prägen nur die Sitzgröße ein.
Das ist bei Stübben in etwa 30. Kopfeisen der verschiedenen Firmen sind unterschiedlich lang. Deshalb nutzt es gar nichts, nach einer Kammerweite zu fragen!! Ihr müsstet schon wissen, welche
KW von welcher Firma bei eurem Pferd passend ist. Und wer hat schon alle Firmen ausprobiert.
Ihr müsst also ein Abdruck von eurem Pferd in der Ristgegend machen, zwei bis drei cm hinter der hinteren Schulterkante (bei aufgehobenem Vorderbein! Ja, die kante reicht wirklich so weit nach hinten und tut das auch in der Bewegung! Huch, nach hinten ist ja gar kein Platz, herzlichen Glückwunsch, Sie haben ein kurzes Pferd und haben gar nicht viele möglichkeiten für einen Sattel Platz zu nehmen!) Nach diesen Ristabdruck müsst ihr unter die verschiedenen Sättel halten und gucken, ob es anliegt, falls keiner zu euch kommt und die Sättel direkt auflegt. Und nicht zu eng an der WS... das PFerd soll sich ja noch biegen können.
Der Sattel darf nicht über die letzte Rippe hinaus auf dem Pferd liegen. Man kann geteilt sein über die Polsterungen, ich finde Hook mit ausladenen Polstern sehr gut, die so auf dem Pferd richtig überall aufliegen, aber das Pferd muss dazu lang genug sein. Für Pferd mit kurzem ansteigenden Rücken sind Bananenpolster eventuell besser, aber ich bin mir nicht so sicher, ob da nicht Druckspitzen in der Mitte sind. Gewöhnt euch an, bei langen Pferden weit hinter dem Ellenbogen zu Satteln. Stahlecker hat zwei Hände hinter dem Ellenbogen (die Pferde gehen S-Dressuren, seine Bücher sind bekannt). Bei kurzen Pferden hat man immer ein Problem, meistens geht nur baumlos, wenn es an der Schulter kneift...
Kammerweiten:
Bei Passier sind sie sehr kurz, bei Prestige und Sommer viel länger. Sommersättel lassen sich seit ca 12 Jahren in der
KW verändern um zwei nummern hoch und runter.
Kammerweiten sind unveränderbar bei: Stübben, Euroriding, Benz, Krehan, County uvm.
Manche Kopfeisen zeigen nach hinten außen. Das ist sicherlich gut für eine Schulterfreiheit. Kurze Kopfeisen sind sicherlich empfehlenswerter. Aber das muss man probieren.
Kammerweiten sind veränderbar z.B. bei: Sommer, Prestige, Passier,
Winz verändert Armeesättel! Winzbäume sind immer anpassbar.
Wenn die
KW verändert wird, muss meistens umgepolstert werden, weil dann der Schwerpunkt nicht mehr stimmt. Die MEISTEN SÄTTEL SIND ZU ENG!!!!!
Laut Winz muss der BAUM AUF DAS PFERD PASSEN. Dann erst kommt die Polsterung. Oft sind die Polster aus synthetischen Materialien und die Bäume schwingen darin.
Manche Sättel passen im Stand auf das Pferd, aber sie funktionieren nicht im Gang! IMMER REITEN vorher und IMMER mit Bügeln und IMMER alle Gangarten.
Bei passenden Sätteln liegt das Fell nach dem Absatteln glatt an und beim Abwaschen der Fläche gibts keine dunklen oder helleren Stellen. Geruppeltes Fell, gedreht oder gekräuselt, oder in Kreisen gelegt bedeutet BEwegung nach vorn in verschiedenen Varianten. Der Sattel bewegt sich dann auf die Schulter zu.
Bei Kaltblutpower (ich denke, das ist hier schon bekannt) gibts ein Pad zur Sattelüberprüfung. Ich finde es sehr gut, habs nicht probiert bisher. Am besten hat man das Pad beim Sattelkauf in fünf Ausfertigungen dabei, damit man in Frage kommende Sättel sofort testen kann.
Keine Schweifriemen! Sie sind Gift für Pferde und dürften bei Geschirren ebenso nur locker anliegen wie ein Kehlriemen. Also wie sollten diese Riemen eurern Sattel zurückhalten? Gegen Vorderzeuge weiß ich keine Einwände, aber es gibt sicher welche. Es gibt Hinterzeuge von WOW für Sättel die nach vorn rutschen, sie SOLLEN funktionieren, ich weiß es aber nicht genau.
Achtet beim Kauf auf ein schriftliches Rückgaberecht und holt euch nach dem Kauf SOFORT einen Tierarzt (Aber es muss schon ein
TA sein zum Beispiel von der Backbone Academy) mit Osteopathischer Ausbildung, der euch bestätigt, dass der Sattel passt UND funktioniert!
Noch was:
Die Sitzgröße wird in Zoll angegeben:
Also 16, 16,5, 17, 17,5 und 18 usw. So ein 18 Zoll sattel hat gerade in cm gemessen eine Länge von ca 46 cm bei Wintec zb.
Die Kammerweite wird in cm angegeben.
Es GIBT keine
KW von 12, 13, 14, 15 cm!!!
Schnauf...
Man muss das harte Kopfeisen suchen, die Spitzen sitzen in den kleinen Ledertaschen, man findet sie Vor den Strupfen unter dem oberen Sattelblatt in keinen Ledertaschen stecken die Spitzen, dort wo manchmal die Vorgurtstrupfe liegt, genau über dieser Vorgurtstrupfe.
Von vorn gemessen, ergeben sie die
KW in cm. Bei Stübben
KW 30 müssen also 30 cm rauskommen. Bei Prestige müssen vielleicht 32 cm rauskommen... wenn gesagt wird, dass er 32 cm
KW hat.
Manche
KW werden anders angegeben:
Fit 1 Fit 2 Fit 3
Oder N , W, XW
Solche Sättel sind meistens nicht veränderbar!
Will man wirklich bei EBÄH einen Sattel kaufen, symmetrisch den Sattel von vorn (und zwar den ganzen Sattel) abfotografieren lassen, dann kann man mit einiger Übung SCHÄTZEN, obs Pferd VIELLEICHT darunter passen KÖNNTE! Besser Ristabdruck hinschicken, runterhalten und fotografieren lassen und foto ansehen!
Die Polsterung wird bei der
KW nicht gemessen... sondern wirklich auf Höhe der Kopfeisenspitzen. Es wird ALSO NICHT von Sattelnagel zu Sattelnagel gemessen--- ist zwars schön zu sehen, wie immer wieder bei EBÄH... die größten Sattelexperten die
KW da oben ausmessen...
Selbst bei CAVALLO war es falsch drin, als sie mal vor Jahren was über Sattelpassformen abgebildet haben... Brrrr das war vielleicht ein Graus!
Kieffer wird für Friesen von Friesenleuten eher abgelehnt. K.A. ob das stimmt, kanns mir aber gut vorstellen, langes KOpfeisen...
Ach ja... Hände weg von COBRA (sorry..)
Falls mir noch was einfällt... und es fällt mir IMMER noch was ein, schreibe ich es noch hier rein.
Mir fällt was ein zu Vorgurtstrupfen: VORSICHT. Häufig zieht man sich darüber die Kopfeisen runter und es fängt an zu klemmen.
Vorgurte sind genauso eklig. Dann lieber das Hinterzeug von WOW ausprobieren, man darf es ca. 3 Wochen lang testen und es ist feiner gebaut als die üblichen Hintergeschirre von Fahrgeschirren.
Ebenso schwierig ist es mit Antirutschpads. Manche Sättel wandern darauf geradzu nach vorn. Das Pad bleibt zwar liegen, aber man selbst sitzt auf dem Hals.
Beim Angurten mit der hinteren Strupfe anfangen. Nur noch Gurte mit beiderseitigem Gummizug verwenden, wegen der Gleichmäßigkeit.
Für Pferde mit Muskulaturproblemen... muss man damit rechnen, dass der Sattel nach kurzer Zeit nicht mehr passt. Hier lieber auf baumlos probieren, zum Aufmuskeln und dann erst Baumsattel kaufen. Nur hier KÖNNTE man probieren, ob ein Equitexrittmanpad für den Übergang bei genügend weiter Kammer Abhilfe bietet. Oder Wintec, weil die
KW leicht zu wechseln ist. Allerdings stimmt dann eben oft der Schwerpunkt nicht mehr. Ach ja... auch Wintec ist nachpolsterbar!
Ach ja... Sitzen solltet ihr auch können. Aber das müsst ihr selber wissen, wie man auf einem Pferd richtig sitzt.
Mein guter alter portugiesische Reitlehrer sagte dazu: Der beste Sitz ist der bequemste Sitz. Und ich sage dazu: Der bequemste Sitz ist auch der meistens der Richtige.
Und noch was:
Wenn ein Sattel passt und ihr drin reiten könnt... dann nehmt ihn, auch wenn das Ding noch so beschissen aussieht!
:-)
Da mir immer noch was einfällt:
IMMER VON EINEM ERHÖHTEN PUNKT AUFSITZEN! Schonung der Bügelriemen, klar kann man die ständig hin und her wechseln, aber man verzieht geradezu den Sattel nach links und die WS des Pferdes mit, also kauft euch den Hocker von IKÄHAH für 16 Euro, der hälts sogar draußen aus und ist zum Aufsitzen einfach fantastisch.
Wer meint, er könne seinem Pferd nicht (in einer halben Stunde) beibringen an diesen Hocker auf Kommando seitlich heranzutreten hat folgende Möglichkeiten:
a) der Sattel passt NICHT, ergo möchte Pferd nicht, dass man aufsitzt egal aus welcher Höhe! Also Sattel wechseln...
b) Unfähigkeit, dem Pferd über Zeichensprache was beizubringen und dann sollte man das Hobby wechseln.