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Alt 17.09.2008, 22:47   schwieriges Pferd als Anfänger behalten? Beitrag #1
sani05
Absetzer
 
Registriert seit: 14.10.2007
Hallo, hier ist eine ganz lange Geschichte:

Ich kann seit drei Tagen nicht mehr schlafen und brauche dringende Entscheidungshilfe.

Vorgeschichte:
Vor vier Monaten habe ich mit meiner Bekannten einen 12 jährigen Wallach gekauft. Das Pferd wurde für die zwei Pflegemädchen (10+12 J., Anfänger) meiner Bekannten, meiner Tochter (13 Jahre, fortgeschritten) und mich (Ich reite seit 1,5 Jahren) gekauft. Da meine Tochter und ich noch einen Jährling haben, stand fest das nach dem Anreiten des Jährlings der neu gekaufte Wallach in den Besitz meiner Bekannten übergeht.

Der Wallach wurde als liebes Pferd mit einem seit einen Jahr lahmfreien Hufrollenbefund verkauft. Beim Probereiten konnten wir nur gutes an Ihm finden. So kauften wir das Tier für kleines Geld.

Es zeigte sich bei uns das er einige Unarten hatte, als erstes trat er nach dem Schmied. Dann legte er sich mehrmals in den Strick und legte sich dabei auch lang. Er wollte manchmal nicht auf den Platz, Putzplatz oder sonstwo hin und ging kopflos rückwärts. Beim reiten mochte er nicht gerne auf den Zirkel gehen bzw. einen Handwechsel machen. Er buckelte öfters recht harmlos beim angaloppieren. Er galoppierte manchmal einfach an und drehte einige Runden...aber nicht schnell.

Später erfuhren wir das er als "schwieriges" Pferd bekannt gewesen ist.

Das alles bewirkte das die Mädchen so gut wie gar nicht mehr auf ihm ritten.
Ich kam aber sehr gut mit ihm zurecht. Kleine Buckler nahm ich so hin und seine Frechheiten habe mich etwas Durchsetzung auch in den Griff bekommen. Ich habe gelernt was es heißt "im" Sattel zu sitzen und mit dem Becken zu treiben. Ich halte aber nichts von Gewalt und Sporen finde ich auch fies.

Sonntag habe ich mit einer anderen Bekannten und Ihrer Stute einen Ausritt gewagt. Ich reite ja noch nicht so lange und wir wollten nur Schritt reiten. Die Stute ist duchgegangen und mein Wallach hinterher. Sie wahren nicht mehr zu bremsen/lenken und rasten mit uns über eine Bundesstraße. Es ist nichts passiert, nur ein gewaltiger Schock. Ausreiten ist leider erstmal für mich gestorben.

Montag wollte meine Bekannte ihn mal reiten. Sie reitet seit 30 Jahren Dressur und hat etwas mehr als ich von ihm gefordert. Er zeigte öfters das ihm das nicht passte. Lieder hat er sie dann ganz böse abgebuckelt. So heftig und lange bis sie unten gewesen ist. Richtig böse. Sie musste ins Krankenhaus ...

Nun sagen alle das er zu gefährlich sei und erstmal auf die Weide soll. Es sei lebensgefährlich auf ihm. Auch die Tötung wurde überlegt. Er sei eine tickende Zeitbombe..

Jetzt mein Problem: Ich möchte das er geröntgt wird, sollte dort nichts gefunden werden: soll ich mich, mit meinen erst 1,5 Jahren Reiterfahrung, trotzdem wieder auf dieses Pferd setzten? Ich möchte ihn nicht aufgeben, aber ich möchte auch nicht mein Leben auf Spiel setzen. Was würdet ihr machen? Ich möchte auch nicht das er weiter als Wanderpokal durch de Welt geht.

Danke fürs lesen,
sani
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Alt 17.09.2008, 22:58   schwieriges Pferd als Anfänger behalten? Beitrag #2
Dorte
Gnadenbrotpferd
 
Benutzerbild von Dorte
 
Registriert seit: 01.04.2006
Ort: Kiel
Hm, schwierig, und die Leute schreien bei sowas natürlich immer gleich "bösartiges Pferd, tu's weg" - das habe ich mit meiner RB auch erlebt... und der wird auch gerade wieder.

Wobei die Idee mit "auf die Weide stellen" nicht völlig verkehrt ist - vielleicht bringt es etwas, ihm wirklich mal einige Wochen Urlaub zu gönnen und dann mit einem Profi das Ganze nochmal ganz langsam von vorne versuchen. Einmal Grundschule, das volle Benimmprogramm, vorher solltest du glaube ich an Reiten nicht denken. Wenn die Dinge vom Boden aus nicht stimmen (nach dem Schmied treten etc. geht gar nicht), dann kann's von oben auch nicht wirklich klappen. Damit meine ich jetzt keine planlos durchgeführten Join Ups, sondern eher das, was man als Jungpferd-ABC so kennt - führen lassen, Benehmen, Respekt vorm Menschen (z.B. dem Menschen anständig weichen und natürlich niemals drohen oder gar treten). Vielleicht können da auch Zirkuslektionen helfen, das Ganze etwas aufzulockern und nicht in stures Benimmregeln lernen zu verwandeln.

Ich würde mich mit meinen 2 1/2 Jahren RB jedenfalls nicht einfach so weiter auf ein Pferd setzen, das einen sehr guten Reiter ins Krankenhaus gebuckelt hat.
Allerdings würde ich das Pferd auch nicht einfach abschieben, wenn ich es liebgewonnen habe. Mit viel Zeitinvestition und erfahrener Hilfe könnte es noch was werden. Ich gebe bei sowas nicht gerne auf
Und vor allem, wenn es wieder an Ausritte gehen soll: Nur mit einem Pferd zusammen reiten, das wirklich verlässlich ist! Sowas wie das Durchgehen sollte nicht passieren und schon gar nicht, wenn ein Pferd wie deines dabei ist.
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Alt 17.09.2008, 23:12   schwieriges Pferd als Anfänger behalten? Beitrag #3
ficus
Longenpferd
 
Benutzerbild von ficus
 
Registriert seit: 20.01.2006
Nur weil er einmal gebuckelt hat soll er gleich getötet werden? Bisschen übertrieben oder...
Im Gelände hat er doch so wie ich es verstanden habe auch nur mit der Stute mitgezogen.
Was mir sofort bei Deiner Beschreibung aufgefallen ist, ist der Hufrollenbefund.
Vielleicht zwickt ein Huf doch mehr als ihr wisst und er geht deswegen nicht gerne auf den Zirkel (Wendeschmerz) oder galoppiert auf einer Hand nicht so gerne und äußert dies durch buckeln. Auch das rumgezicke beim Schmied könnte mit Schmerzen zusammenhängen.
Dein Pferd ist nicht zufällig ein Fuchs?
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Alt 17.09.2008, 23:19   schwieriges Pferd als Anfänger behalten? Beitrag #4
sani05
Absetzer
 Threadersteller 
 
Registriert seit: 14.10.2007
Ne. Ist ein Brauner. Ich finde das ja auch etwas übertrieben. Möchte aber als noch so Neuer in dem Hobby keine Warnungen "überhören". Ich bin Mutter zweier Kinder, ich brauche auch keine Abenteuer.

Ein Check mit Röntgen steht an.
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Alt 18.09.2008, 00:03   schwieriges Pferd als Anfänger behalten? Beitrag #5
Muriel
Clickerfan
 
Benutzerbild von Muriel
 
Registriert seit: 08.02.2005
Ort: Rhein-Neckar-Raum
Lass auch einen Ostheopathen mit draufgucken, und lass auf jeden fall den Sattel kontrollieren.

Wieviel Auslauf bekommt das Pferd denn ausserhalb der Beschäftigung durch den Menschen?

Buckeln ist meiner Erfahrung nach zu 95 % ein Anzeiger für ein Rückenproblem. Muss gar nicht knochenmässig sein, kann eben auch Anzeichen für unpassenden Sattel oder Verspannung sein. Dann gibt es natürlich auch noch die Pferde, die aus Übermut buckeln bei mangelnder Bewegung. Aber auch bei denen muss meistens etwas freigebuckelt werden im Sinne von Lösen.

Sinnvoll ist also auf jeden Fall eine längere Longierperiode, bevor es ans Eindosen ginge.
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Alt 18.09.2008, 00:33   schwieriges Pferd als Anfänger behalten? Beitrag #6
Meffi
Sportpferd
 
Benutzerbild von Meffi
 
Registriert seit: 11.08.2008
Ort: Nähe Northeim
Hallo sani05, ich schließe mich den Meinungen der anderen an ! Ich denke auch das es vielleicht ein Gesundheitliches Problem sein könnte. Zumal er ja schon vorbelastet ist, wie oft wird er denn geritten. Weil ehrlich gesagt dachte ich beim lesen wenn ich das richtig verstanden habe, mit vier Leuten (naja 2 Kinder) sich ein krankes Pferdi zu Kaufen was denke ich mal jeden tag geritten wird und ja eigentlich nicht mehr voll belastbar ist,ich weiß ja nicht ! Würde ihn auf jedenfall mal vom TA untersuchen lassen. Kennt ihr vielleicht seine Vorgeschichte das würde ja auch schon weiter helfen!!! Bin auch der Meinung vielleicht erstmal in den Urlaub schicken und dann weiter sehn. Sollte er top fit sein also nix Gesundheitliches sollte man langsam mit ihm von ganz unten wieder anfangen! Sonst kann das echt mal Gefährlich werden gerade auch wegen den Kidis!!! Lg
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