Ich habe jetzt seit einem Jahr eine neue
RL, die sehr stark auf den Sitz eingeht.
Mein Sitz hat sich seitdem absolut verbessert und stark verändert.
Für mich das positivste überhaupt.
Ich ritt vorher schon jahrelang. Mit vielen Sitzfehlern...aber das Reiten klappte zu dem Zeitpunkt in meinen Augen trotzdem "ganz gut". Die Pferde erfüllten meist brav was ich mochte und wir machten langsam Fortschritte.
Meine Gedanken waren insgeheim ein bisschen "ach...der perfekte Sitz. Ist er vielleicht doch etwas überbewertet? Es funktioniert doch auch so!"
Genau diese Gedanken höre ich oft von anderen Reitern die diverse Probleme haben sitztechnisch, aber passabel mit ihrem Pferd zurecht kommen.
Seit meine
RL meinen Sitz auf den Kopf gestellt hat, merke ich wie falsch diese Einschätzung war.
Der Sitz ist in der Tat elementar.
Ich denke diese Gedanken damals rührten daher, dass ich einfach nie das Gefühl hatte, wie viel besser es klappen kann, wenn der Sitz stimmt

Wenn man nicht weiß wie gut es sein könnte, wieviel besser es sich anfühlen kann, wieviel besser man harmonieren kann, dann misst man es auch nicht

Seitdem habe ich deutlich gemerkt, es geht nichts ohne den guten Sitz.
Ich merke wie ich mit Leichtigkeit aussitzen kann. Ich konnte das auch früher...aber wie fest ich eigentlich war, merkte ich erst rückblickend.
Wenn man einmal das Geühl erlebt, wirklich aus dem Sitz heraus jeden!!! einzelnen Tritt des Pferdes vorgeben zu können..ohne Bein oder Zügelhand zu verändern, dann möchte man das immer haben

Es ist auch erstaunlich wie sich die ganze Haltung des Pferdes mitverändert.
Wie man überhaupt erstmal wirklich! einwirken kann.
Man muss das aber erstmal erfühlen.
Zum thema starker Trab...ja den finde ich bequem. Ich durfte letztens auf dem Pferd meiner
RL einige Male Verstärkungen bis in den starken Trab reiten..und dachte vorher insgeheim "nun wirds unbequem".
Wurde es aber nicht. Und das obwohl das Pferd eine mords Mechanik hat.
Der ist aber wie gummi und war durchlässig. Und die Bewegung nahm einen so mit. Bei lockerer Hüfte wurde die automatisch von der Pferdebewegung mitgenommen.
Unbequem empinde ich dies nu bei Pferden die nicht durchlässig sind, oder sobald man als Reiter fest wird...oder eben Pferde, die nicht korrekt verstärken, sondern nur schneller werden und sich "in den 'Boden laufen".
Mein persönliches Sitzhighlight war auch erst vor kurzem. Diesem Gefühl reite ich nun hinterher und versuche es immer öfter zu "erhaschen".
Ich hatte immer Probleme das Pferd mit genügend "Zug" zu reiten. Nett und brav, schöne Anlehnung schönes mittreten klappte. Aber die gewisse positive Spannung und den Zug von hinten, der für gewisse Lektionen dann notwendig ist, der viel mir schwer. Ich verkrampfte dann gerne. Durch das verkrampfen kam das Treiben nicht mehr durch.
Meine
RL spornte mich ran. Sie sagte immer wieder "lass das Pferd unter dir arbeiten, verkrmapf nicht. Verspann dich nicht. Aber schieb den mit go zusammen".
Nach einigen Einheiten war dann der Tag. Es maqchte klick. Ich ritt ür mich und versuchte alles so umzusetzen. Go, go, go ins Pferd (ohne dabei vermehrt schneller zu werden).
Es war ür mich erstmal unheimlich anstrengend. Bis der Moment kam, wo ich losließ. Richtig losließ. In jedem Muskel.
Es war...wie die perfekte Welle.

Das Bein lag automatisch lang und federte in die Tiefe..obwohl es sich anfühlte als hätte ich keinerlei Gewicht im Bügel....es hing einfach runter.
Ich musste nur die Wade minimal anlegen und das Pferd zündete sofort. Und wie.
Ich saß einfach nur noch. Ich saß..und dachte. Meine Zügel gebrauchte ich nicht mehr. Die waren an ihrer Stelle...atmeten mit...das wars.
Lektionen wie Traversal, Schulterherein etc...alles ohne Zügel..nichtmal dran denkend was ich jetz mit meinem Gewicht mache.
Einfach denkend: ich reite jetz mal Traversal. Schwupp. Liefen wir traversal. Und des Sitz so locker, so unklemmend. Leichtigkeit. absolute Leichtigkeit.
Das war mein absolutes Highlight. Nach 10 Minuten stieg ich ab. Man soll aufhören wenns am schönsten ist. Leider.
Und diesem Gefühl hechte ich hinterher. Auch wenn ich ansonsten mittlerweile schon einen sehr guten Sitz habe.
Aber das war das wo ich mir dachte "Jetz weißt du, mit welchem Gefühl die "ganz großen" da oben auf dem Pferd sitzen."
Von daher...früher ja, da habe ich den Sitz als wichtig, aber nicht ganz so wichtig angesehen.
Heute...ist er für mich das absolut elementarste.
Ich glaube aber, man muss es einmal erühlen. Um zu wissen wo man hinwill.
Sitzschulungen...absolut empfehlenswert.