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Erkrankungen des Bewegungsapparats und Hufe ACHTUNG: Dieses Diskussionsforum ist kein Ersatz für eine fachlich qualifizierte Beratung durch geprüfte Hufbearbeiter. Im Zweifelsfalle ist immer sofort ein solcher oder direkt ein Tierarzt hinzuzuziehen!

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Antwort
Alt 18.08.2011, 22:27   Strahlbeinbruch Strahlbeinfraktur Tagebuch Beitrag #1
Dajana
Jungpferd
 
Registriert seit: 28.03.2008
Im I-Net sind nur sehr wenige Berichte zu finden. Hoffe, dass der ein oder andere seine Erfahrungen beiträgt.

Werde hier mal in lockeren Abständen über Benina (Schimmel, Ponymix von 1,35 m, 9 Jahre alt, ca. 350 kg Lebendgewicht, eher hippig und bewegungsfreudig) berichten.

Benina



Am Sonntag, den 17.07.2011 um 1:10 Uhr sind auf einem Turnier sämtliche Übernachtungs-Hottis aus ihren Paddocs entfleucht und durch die Lüner Innenstadt gerast. Benina raste mit 2 anderen Pferden ca. 4 km im teilweise sehr hohem Tempo über den Asphalt. Die Polizei hat bis zu 60 km/h gemessen!

Ca. 1 h nach dem Einfangen war sie hinten links stockelahm.
Sofortige Untersuchung von dem TA ergab, dass es was unterhalb des Fesselgelenkes ist.

Zu Hause wurde sie im OS separat mit Paddoc und Weidestück gestellt. Die Beine wurden gekühlt und sie bekam stündlich Traumeel.

--------------------------------------------------

Montag
Ninchen lahmt sehr stark und belastet h. l. kaum das Bein.
Schwellungen sind nicht zu entdecken. Abdrücken der Sehnen war ergebnislos.
Sie hat nicht gelegen, macht aber insgesamt einen fitten Eindruck.

------------------------------------------------

Dienstag
Ninchen stöhnt, wenn sie h. l. belastet, kurz vor dem Abfußen, nimmt aber Ballast auf, wenn der Huf unter dem Körper steht.
Sie macht aber ansonsten keinen leidenden Eindruck und humpelt durch ihr Reich. Sie ist schon recht hart im Nehmen...
Ansonsten unverändert: Keine Schwellungen und nix, was auf eine bestimmte Verletzung hinweisen würde. Ich kann nur ausschließen, was es ist.

-------------------------------------------------

Mittwoch
Benina belastet nur die Zehenspitze und kann/will die Fessel nicht durchdrücken, außerdem sind die Gallen dick geworden.
Sie hat aber nachts in der Box gelegen... endlich!

Die THP musste den angekündigten Besuch leider absagen. Auf Grund meiner Schilderung rat sie mir aber dringend sofort zum Röntgen zu fahren, da sie einen Hufbeinbruch oder Sehnenab-/-anriss befürchtete.

Mittags wurde Benina dann hängend (um das Bein zu entlasten) im Anhänger zum Notfall-Ta - der auch schon Sonntagnacht da war - zum Röntgen gefahren. Ich hatte mich für ihn und nicht meiner TÄin entschieden, da ihm Zustand von direkt nach dem Unfall bekannt war.

Diagnose: Eindeutig kompletter Bruch des Strahlbeins von oben nach unten (sagittal), ungefähr zu 1/3 nach innen gelegen (also nicht mittig).
Leider habe ich die 4 Röbis nicht.

Mit Gipsbinden wurde ihr ein Keil unter dem Huf anmodelliert und mit Castverband - super eng um den Huf gelegt - fixiert. Drüber kam noch ein Wattepolster und Teertape. Der Huf steht jetzt so steil, dass er fast überkötet. Hiermit humpelte sie sofort deutlich besser und stöhnte auch nicht mehr auf.

Der TA erklärte: Dieser "Stöckelschuh" ist notwendig, damit die tiefe Beugsehen keinen Druck auf das Knöchelchen des Hufrollenkomplexes ausüben kann. Nur so kann der Bruch überhaupt abheilen und ohne dass er sich verschiebt.

Seine Prognose: Sehr ungünstig!

Behandlung, bzw. Anordung vom TA (classischer Sportpferde-TA):
- Stramme Boxenruhe in gut eingestreuter Boxfür ca. 3 Monate,
- Gipsverband ca. 2 - 3 Wochen drunter lassen, danach Spezialbeschlag mit Keil
- keine Medikamente
- in 3 Tagen noch mal zur Kontrolle kommen (wegen Überlastung des anderen Beines!).

oookkkeyyy...
Durch meine jahrenlagen Erfahrungen mit diversen Erkrankungen, bei denen (nach Meinung vieler TAs) die Boxenruhe unabdingbar ist (zu letzt Kreuzbandanriss), habe und werde ich mich aber daran nicht halten!
Homöophatika scheinen ihm gänzlich unbekannt zu sein, außer Traumeel.
Ebenso findet er Kräuter sehr zweifelhaft.

Zum Aufbau und Lage des Strahlbeins und weitere Infos: http://www.gnhcp.de/Podotrochlose_Strahlbeinzyste.pdf

---------------------------------------------------

Donnerstag, 21.07.
Morgens hang ich am Telefon...

THP angerufen: Sie erstellte eine Liste von Homöos und Biomineralien für Ninchen. Wurde sofort bestellt.

Mein Hufschmied (war allerdings schon seit 2 Jahren nicht mehr zum Beschlagen da gewesen) war nicht erreichbar...

Telefonierte dann mit Andreas (Ausbilder der BESW und erfahrener Hufschmied) und Iris (meine HPfin, auch BESW). Beide bestätigten mir, dass diese extreme Steilstellung absolut notwendig ist und auch das Ausschalten des Hufmechanismus, welcher sich aber schon durch die Steilstellung fast ganz erledigt.
Iris erklärte mir noch einmal ausführlich Aufbau und Wirkungen in dem Strahlrollenkomplex.

Meine langjährige TÄin, die meine Tiere, Haltung und vor allem mich kennt, bestätigte meinen Entschluss zu No-Box. Schließlich hatte ich erst vor kurzem einen Kreuzbandanriss mit No-Box auskurriert! Wir besprachen noch Risiken und weitere Behandlungen (Hufeisen vs. alternative Möglichkeiten, Hufbearbeitung, "Verbandswechsel" usw.).


Nachmittags:
Benina´s linkes Bein ist durch die Stöckelschuhstellung rund 5 cm länger!



Die Hüfte stand dermaßen schief... :nein: Kein Wunder, dass der TA da eine Überlastung oder Überlastungsrehe des gesunden Beines befürchtet. Ich befürchtete von Anfang an, dass diese "Hüft-Schrägstellung" für den ganzen Rumpf Kacki ist. Dieser Längen-/Höhenunterschied belastet den gesamten Körper extrem und verursacht zusätzlich noch eine verstärkte Gewichtsbelastung des kaputten Beins. :shock:
Das sah man nun ganz deutlich. Benina war auch nach nur einer Nacht komplett verspannt!

So geht das nicht!
Da musste ganz schnell Abhilfe her.
Einer ihrer Easyboots (Gr. 00, Modell 2007) mit Trotters und Keilen (hatte ich grad zur Hand - Leihgabe von Stallkolleginda) versehen, so dass ein Plateau-Hufschuh von 3 cm Höhe entstand. Da sich der Polsterverband bereits verabschiedete, bekam das kaputte Bein auch ein Hufschuh verpasst. Das wurde etwas komplizierter... Der Easy (Gr. 1/2005) von Netty passte über den Cast-Gips-Stöckelschuh. Ein Gaiter (Gr. 2/2007) von Asti passte daran und verleiht so dem Ganzen zusätzlich Halt und Sicherheit vorm abflutschen. Der Cast-Gipsverband saß schon nicht mehr so pralle fest, wie der TA auf Grund der geringen Trachtenhöhe (normal bei Barhufpferden!) befürchtet hatte.
Wie dem auch sei... nun sitzt der C-G-V sicher im Easy und der gesichert am Huf. :mrgreen:



Fast grader Hüftstand...


Behandelt wird Ninchen mit Wasser-Angüssen,
25%igem Isoprophylalkohol mit Arnika, Ruhs Tox. und Syphitum Umschlägen halbtags,
das heile Bein wird zwischendurch auch eingelegt.
Außerdem sofort mit Traumeel, Arnika D6 und C30 und Schaette Aufbaupräparat (gut, wenn man einiges parat hat ).

---------- Automatische Beitragszusammenführung ----------
---------- Beitrag hinzugefügt: 22:58 ----------

Freitag:
Benina hat sich gewälzt... :fröhlich:
Mein Opa sagte immer, wenn Pferde sich wälzen... dann geht es ihnen gut.
Wie auch immer... ich hatte endlich mal ein richtig gutes Gefühl.

Hatte Stunden im I-Net verbracht... Vet-Literatur, Berichte von HS und HPf, Erfahrungsberichte gesucht.
Leider nicht sehr viel gefunden.
Zusammenfassend:
- traumatische Frakturen sind was anderes als "hufrollengeschädigte" Frakturen
- habe lediglich 1 Erfahrungsbericht mit traumatischer Fraktur gefunden
- betroffen sind überwiegend Rennpferde (die gehen meistens direkt in die Wurst),
-sind Sportpferde betroffen, wird meistens der Nervenschnitt bevorzugt, der das Pferd für einige Zeit nutzbar macht
- Nutzung als Zuchttier noch möglich

---------------------------------------------------------

Samstag, 23.07.2011

Endlich war die THP da.

Leider kann ich Ninchen im Moment nix weiter Gutes tun.
Hatte gedacht, iwelche gymnastischen Übungen, Massagen, Dehnungen oder so, könnten ihr unterstützend helfen.
Besser ist aber, nix zu machen und abwarten (kann ich gaaanz schlecht!).
:weißnicht:

Zufällig mussten wir noch mal für ein anderes Hotti am Stall auf den Notfall-TA zurück greifen, weil meine TÄin kein Wochendedienst hatte.
Er schaute auch nach Ninchen und... war überrascht!
Er schaute sich alles an: Stall und Hufschuhe und wie sie ging... und meinte: "Die läuft aber erstaunlich gut! Gutes Gesamtpaket!"

Ich bemerkte, dass Ninchen - natürlich - Schmerzen hat: Sie zieht den Bauch ein und wölbt den Rücken auf.
Da kann ich aber leider nix gegen tun :cry: :
1. weiß ich nicht, ob es aus dem Bruch kommt oder durch die höher gestellte Hinterhand oder aus dem kaputten Bein, dass jetzt ja super steil steht und das Hufkronen- und Fesselgelenk unnatürlich belastet, und
2. wenn ich ihr Linderung durch Schmerzmittel verschaffe, springt sich nachher lustiger durch die Gegend, als gut für sie wäre... :?

Allerdings guckt sie verschmitzt wie immer aus.
Da sie sich z. Z. im und auf dem Anbindeplatz bewegen darf, ist sie ständig am schäkern, um sich Leckerchens zu erbetteln und sich den Hals kraulen zu lassen (ihre Lieblingsstelle). Sie durchsucht in unbeobachteten Momenten die Taschen der Kids, verfolgt einen fast bis in den Bauwagen rein und durchstöbert neugierig dem für Hottis ausgezäunten hinter-dem-Stall-Bereich.

Insgesamt macht sie also keinen leidenden Eindruck eher das Gegenteil: Sie ist lebensfroh und aufgeweckt wie immer. Mental ist sie also gut drauf!

-------------------------------------------------------

Sonntag, 24.07.2011
Alles unverändert.

Keine Scheuerstellen am Gaiter. C-G-V sitzt.

Ninchen ist allgemein gut drauf, zeigt aber noch Schmerzen.
Gallen sind noch immer angelaufen, andere Beine o. B.

Bino (rangniedriges, ruhiges Shetty und auch angeschlagen vom Unfall beim Ausbruch) war heute bei ihr.

-----------------------------------------------------

Montag

Volles Paket an Homöos:
Arnika D6 + C 30
Rhus tox. D6
Symphytum D6
Citrokehl
Schüsslersalze: Calzium carb., Silicea, Calzium phos.
und bis auf weiteres noch Traumeel.

Die Schmerzen scheinen seeehr erträglich geworden zu sein. Benina zeigte heute Abend nur einmal durch Baucheinziehen an, dass was zwackt.
... und sie ist rossig... da läuft sie weniger rum und macht mehr die Hottis auf der anderen Zaunseite an.

------------------------------------------------

Mittwoch, 27.07.

Benina verhält sich ruhig und scheint sich mit der Einzelhaltung abgefunden zu haben. Sie ging heute ohne zu humpeln.
Sie ist aber seeeehr neugierig und aufdringlich geworden.
Sobald was am Anbindeplatz los ist, steht sie da und guckt zu.
Sobald jemand ihr Reich betritt kommt sie an und gibt Küsschen (Leckerchenbetteln ).

Sie hat am heilem Fuß mit dem Easyboot einen Stinkefuß... wie Menschen in Gummistiefel (habe ich aber schon mit gerechnet). Hufsubstanz sieht aber gut aus. Im Strahl hatte sie zwei Löcher (hatte anderes Hotti auch vom Ausbruch). Beim Ausschneiden musste ich dann auch bei ihr feststellen, dass diese Löcher recht großflächig, aber nicht tief sind. Kann nur vermuten, dass sich der Strahl durch die Belastung iwie schält.
Gründlich die Sohle noch abgewaschen und sicherheitshalber mal ´ne halbe Stunde zum Abtrocknen am Anbindeplatz stehen gelassen (man, ist das eine Schrägstellung im Becken, wenn der Plateau-Hufschuh am heilen Huf fehlt!) und dann mit Klausan eingesprüt.
Wie es unter dem Gips aussieht...
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Alt 18.08.2011, 23:36   Strahlbeinbruch Strahlbeinfraktur Tagebuch Beitrag #2
Dajana
Jungpferd
 Threadersteller 
 
Registriert seit: 28.03.2008
Donnerstag, 28.07.2011

Da habe ich es wohl zu gut gemeint... :roll:
Ninchen zum Wälzen auf dem Reitplatz gebracht (ihr Labyrint ist dazu zu eng und neben dem Steinweg in ihrem Reich wälzen finde ich nicht so pralle).
Sie springt auf, buckelt los... und der Hufschuh samt C-G-Verband fliegt davon... :? Die Mädels haben direkt am Reitplatz (damit sie nicht ohne Keil geht) mit Handtüchern und Panzertape improvisiert und damit den Huf steil gestellt.

Abends habe ich dann einen ihrer Easyboots mit Holzkeil und den inzwischen gelieferten Trotters ausgestattet und angezogen... und sie ging gut. Zum Glück scheint sie sich nicht nachgeschrottet zu haben.

Vorteil, dass der C-G-Verband ab war... ich konnte alles genau ausmessen : Sohlenstärke und Keilhöhe gut 4 cm, zuzüglich Polsterverband von ca. 1 cm/bzw. Easyboot = ca. 5 cm Höhenunterschied

Ich habe nun die Zehe ca. 0,5 cm von unten abgeraspelt (waren eh etwas lang) und einen 4,5 cm hohen Holzkeil benutzt = 4 cm Erhöhung des linken Beines. Hinzu kommen noch 1 cm Trotter (Lauffläche) und ca. 0,5 cm Easybootsohle = total 5,5 cm. Am rechten heilen Huf sind 0,5 cm Easybootsohle und 2 Trotters = 2,5 cm.
Unterm Strich also ca. 3 cm Unterschied... und keine 5 cm wenn es nach dem TA gegangen wäre.

Schade, man kann nicht gut erkennen, wie schief sie im Becken ist, wenn sie nur unter dem kaputten Huf einen Keil hat. Sie entlastet dann sofort.


Der Huf mit Easyboot, Gaiter, Holzkeil und Trotters Kunststoffhufeisen = maximale Entlastung der tiefen Beugsehen, Entlastung der Huf-Kronbeinbänder und somit kein Druck, bzw. Zug, auf das Strahlbein


Plateau-Hufschuh rechts und Holzkeil-Hufschuh links (etwas mit der Zehe nach außen gedreht)


Foto von ihrer Anti-Renn-Weide


Da sind die Wendungen so eng, dass nix ist mit Rennen. :wink:

-----------------------------------------------------

Sonntag, 31.07.2011

Das kaputte Bein ist leicht angelaufen, nicht nur die Gallen sind dick.

Ob das durch die Steilstellung und die daraus resultierenden "Fehlbelastungen" im Hufkronen- und Fesselgelenk kommt?

----------------------------------------------------

Dienstag

TÄin und HPf fanden meine Easyboot-Lösung genial. :fröhlich:

Hatte beide zusammen bestellt, damit sie mit mir Vorgehensweise und Verbesserungen durchgehen können. Beide sagten, dass ich es dabei belassen soll, also keinen Beschlag und so extrem steil lassen. Ist leider nötig, auch wenn es die Gelenke sehr belastet.

Beide waren sich auch einig, dass Benina nun keine oder nur geringfügige Schmerzen hat, so wie sie steht und geht.

Die Schwellung an Fesselgelenk (Gallen) und Sehnen kann sowohl von der jetztigen Steilstellung als auch durch eine Sehnenverletzung herrühren.
Jedenfalls gibt es dagegen weiterhin Umschläge mit Iso+Homöos.
Ein traumatischer Bruch des Strahlbeins geht immer mit einer Verletzung der tiefen Beugsehene einher!

Das heile Bein - steht auf 2 cm Plateausohle am Easyboot - soll ich aber ruhig noch erhöhen, damit die Höhe vom Keil/durch Steilstellung am kaputten Huf ausgeglichen wird und Ninchen noch grader in der Hüfte kommt.
Ist übrigens von beiden der erste Strahlbeinbruch, den sie mitmachen und kennen auch nur die Schulmedizinbuch-Geschichten, die größtenteils schlechte Prognosen abgeben... wie beim Kreuzbandanriss. :wink: Kann mich also nicht wirklich erschüttern und von dem Versuch abhalten es ein Jahr lang durchzuziehen.
Außerdem bestätigten sie mir, dass bei einem durch Traumata hervor gerufenen Bruch die Heilungsschancen anders aussehen, als bei einem vorgeschädigtem Hufbein, nämlich wesentlich besser. *superfreu!*

Auf weitere Untersuchungen, wie Szintigrafie um Schäden an Kronen-Hufbein-Bänder und tiefer Beugsehne abzuklären, verzichte ich. Würde an der Therapie eh nix ändern.
Falls sich zwischen Strahlbein und tiefer Beugsehen Narbengewebe bildet, kann man das:
1. nicht ändern und
2. eh erst nach Monaten definitiv sagen, ob es stören und Schmerzen verursachen wird oder nicht.

Ende September ist dann das erste Nachröntgen angesagt. Bis dahin müsste sich zeigen, ob zumindest eine Knochenbildung eingesetzt hat oder nicht.
Die Verknöcherung ist wohl das größere Problem, also, dass das Knöchelchen wieder zusammen wächst, die Sehnen-/Bändergeschichte ist eh zweitrangig.

Die HPf hat die Hufe noch bearbeitet, vor allem Zehen gekürzt, da die Trachten vom Asphalt-Rennen extrem abgewetzt waren (wie bei allen Hottis).

Werde nun das 2. Paar Easyboots mit kürzeren Trachtenriemen ausstatten, da durch die Zehenkürzung etwas viel Spiel im Hufschuh in der Länge entstanden ist.


Ninchen entlastet sich selbst und stellt sich immer wiede waagrecht...

Hinterbeine tiefer gelegt, oder Vorderbeine höher, indem sich sich halb auf die Wege stellt, die höher liegen.
Schlaues Pony!

----------------------------------------------------

Ein HS, den ich zufällig kennen lernte und konkret fragte, ob er schon einen Strahlbeinbruch begleitet hatte, gab mir keine genaue Anwort (was mich schon stutzig macht ), sagte aber dann ganz allgemein, dass das nix gibt, ewig lahmendes Pferd und nur Geldschneidereien von denen, die Behaupten das heilen zu können. Der Dös hatte mich im Vorfeld aber nicht gefragt, wie und wer Ninchen behandelt... Sonst hätte er sich den letzten Satzt zumindest sparen können. :wink:

Er - so gab er an - mache aber auch nur vorwiegend Sportpferde im hohen Turniersport und die sind dann halt allenfalls noch eine Weile mit Nervenschnitt einsetzbar. "Ist mir schon bekannt..." dachte ich nur.
Nach ´nem Nervenschnitt kann das Pferd noch Monate laufen... heimst Erfolge für Stute und Erzeugerhengst ein oder einige Geldprämien und fördert so die Decktaxe für den Erzeugerhengst oder wird als Zuchstute noch weiter genutz...
Muss halt alles schnell gehen! 1 Jahr pausieren und unnutzen Fresser mit ungewisser Zukunft duchziehen ist da nicht.

Ist aber echt interessant, was für Meinungen man erhalten kann, wenn man in allen Richtugen nachfragt. :wink:

Im Netz habe ich eine Dokumentation gefunden, wo ein Schecke - nach knapp einem Jahr Karenz - nach 2 Jahren Aufbau sogar wieder Distanzen geht!

Und DAS ist es, was für mich zählt... und Hoffnung gibt! Ein schmerzfreies Pony. :ja:

-------------------------------------------------

Donnerstag

Hufschuh vom heilem Huf höher gelegt... jetzt sieht es sogar für mich abenteuerlich aus:

3 Trotters sind drunter geschraubt.
Sie strackelte anfangs etwas. Hat also den 1 cm mehr sofort gemerkt. Hoffentlich bricht sie sich damit nicht die Haxen... :roll:

Von der Höhe her (Fesselgelenke auf einer Höhe), damit die Hüfte/Kuppe grade ist, kommt es jetzt aber ungefähr hin.


Ninchen steht aber nie geschlossen.
Denke mal, das kommt von dem "künstlichen Bockhuf".

Habe ihr heute Schafgabe gegeben (auf ihrem Wiesenstück wächst keine).
Hat sie auch dankend angenommen. Dost (Hustenkraut) und Johanniskraut (Antidepressiva, leider verstärkt es auch die Lichtempfindlichkeit, daher mit Vorsicht zu geben) mochte sie nicht.
Die Weidenäste hat sie gut abgenagt.

Ihre RB hat ihr einen Bananenleckstein mitgebracht, was sie auch direkt beschäftigte. :lol:


---------- Automatische Beitragszusammenführung ----------
---------- Beitrag hinzugefügt: 23:48 ----------

Donnerstag, 18.08.2011

Goldrute mag sie gerne und Brennessel, also bekommt sie diese auch fast täglich neben der Scharfgabe und Weidenäste. Den Beifuß hat sie auch direkt vertilgt, dabei steht der in keinem Zusammenhang zu der Verletzung... so weit ich weiß.
Vogelknöterich, Löwenzahn, Ackerschachtelhalm, verschiedene Lattichsorten und noch so einiges anderes wächst ja in ihrem Weidelabyrint.
Die Tage wird es Birke geben. Mal gucken, wie sie darauf abfährt.

Ansonsten ist alles unverändert: Gallen noch dick, Bein zeitweise etwas angelaufen, sie sieht aus wie schmerzfrei und hat immer Apettit.
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Alt 20.08.2011, 02:14   Strahlbeinbruch Strahlbeinfraktur Tagebuch Beitrag #3
Genaro
Reitpferd
 
Benutzerbild von Genaro
 
Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Bayern
Ich finde deinen Einsatz und Ideenreichtum ganz toll!!!

Wünsche euch weiterhin alles Gute und dass es deinem Pony bald wieder besser geht! Halte uns doch auf dem Laufenden...
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Ciartan, Nordsterne
Alt 20.08.2011, 09:32   Strahlbeinbruch Strahlbeinfraktur Tagebuch Beitrag #4
michaela_merlin
Ponymami
 
Benutzerbild von michaela_merlin
 
Registriert seit: 20.08.2010
Ort: Irgendwo in Bayern :)
ich drück euch fest die Daumen das es wieder wird. Respekt das Ihr da die Nerven behaltet und das so durchzieht find ich toll...
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Nordsterne
Alt 21.08.2011, 04:13   Strahlbeinbruch Strahlbeinfraktur Tagebuch Beitrag #5
Dajana
Jungpferd
 Threadersteller 
 
Registriert seit: 28.03.2008
Danke euch beiden.
Nerven? Welche Nerven?

Freitag, 19.08.2011

Ninchen hat in den vergangenen Tagen ihren Hufschuh 2 x ausgezogen.
Zum Glück immer nur dann, wenn jemand grad am Stall war. Weil sie es durch die Fangriemen gewohnt war, bei Schuhverlust stehen zu bleiben, blieb sie auch jetzt jedes Mal stehen. Der Hufschuh hang ja noch am Gaiter an ihrem Bein.
Der Gaiter ist bei der extremen Steilstellung einfach wirkungslos und verhindert das Ausziehen nicht.

Ihr Gang war danach jedesmal unauffällig... zum Glück bis heute. Also offensichtlich nix passiert am Knochen.

Ninchen hat einen neuen Hufschuh gebastelt bekommen:
Easyboot 2005, (vom Shetty mal eben geklaut) Gr. 000 - statt 2007 Gr. 00 - mit Gaiter vom Modell 2007 in Gr. 00. Der Gaiter Gr. 000 passte nicht dran.
Da das alte Hufschuhmodell vorne an der Rolle genietet ist, habe ich kurzerhand den Überstand vom Gaiter (der wird ja eigendlich mit 3 Schrauben befestigt) abgeknipst. Der Gaiter ist nun nur mit 2 Schrauben befestigt, dürfte aber ausreichend sein.
Einen Holzkeil haben wir auch wieder gemeißelt, geraspelt... wie auch immer... jedenfalls ist ein 4 cm Holzkeil drunter und ein Trotter Kunststoffeisen (hatte noch ein Paar bestellt).
Boot sitzt nun spackeeng, trotz Huferaspeln. Bekomme sie selbst kaum an (und ich bin kräftig und geübt darin , geschweige denn, wieder aus. *sosollssein*
Der Gaiter sitzt nur ein wenig besser. Kommt daher, weil das alte Modell im Ballenbereich weiter raus steht. Denke aber, der Gaiter ist jetzt fast überflüssig... zumindest z. Z.
Langfristig streben wir einen steilen Huf mit hohen Trachten an, damit wir auf Hufschuhe in ein paar Monaten verzichten können und barhuf langsam durch beraspeln des Trachtenbereiches die alte, normale Hufwinklung wieder herstellen können.
Ist zumindest so geplant...
Jedenfalls kann es sein, dass der Hufschuh in 2, 3 Wochen durch die langen Trachten so, ohne passenden Gaiter, nicht so gut hält... oder vielleicht doch?
Wie auch immer, so lange der Gaiter an der Fessel nicht scheuert, kann er nicht schaden.

Beim alten Keil-Hufschuh (Gr. 00 Modell 2007) werde ich den Trachtenriemen verkürzen, die Krallen weiter raus biegen und den Krallenschutz drüber stulpen. Dann haben wir den wenigstens als Ersatz am Stall, sollte der jetzige kleinere, engere Keil-Schuh kaputt gehen (was Gott verhüten möge).


Samstag

Heute haben wir Heu und Stroh bekommen.
Ninchen musste sich gaaanz genau angucken, wie der Bauer mit dem Greifer die Heulage stapelte. So einen komischen Traktor mit Fingern hatte sie noch nie gesehen.

Sie "quatscht" immer mehr. Wenn man sie anspricht antwortet sie, mal brummelnd, mal laut wiehernd. Manchmal steht sich am Zaun, fixiert einen Menschen und ruft ihn, damit er kommt und krault, was leckeres bringt (wenn Mensch was essbares hat... egal was) oder ihr den Zaun versetzt.

Bei der Haltung habe ich nix geändert, ist alles wie gehabt.

Ninchen hat mittlerweile eine seeehr lange Labyrint-Weide, schätze mal so rund 100 m Weg.

Brennessel und Goldrute mag sie noch immer sehr gerne. Weideäste waren vorgestern noch toll, heute uninteressant.

Beim Ablaufen der Wiese fiel mir auf, dass sie alles an Breitwegerich abgenagt hatte, bis auf die Blütenstengel. Die stehen noch rum. Breitwegerich ist mir nur als Wund-Mittel bekannt.
Vogelknöterich hat sie nicht so stark abgefressen. Dabei hätte ich darauf getippt, wegen der Kieselsäure.

Die Gallen sind noch etwas dick am kaputten Bein und die tiefe Beugsehe bis knapp über die Fessel noch angelaufen. Beine werden also auch weiterhin noch täglich eingerieben.

Alles in allem... es sieht zufriedenstellend aus. Ninchen fühlt sich jedenfalls wohl.

Montag kommt die THP. Mal gucken, was an Homöos umgestellt wird. Denke mal, dass die Mittel jetzt auf 2 x täglich runter gefahren werden können.
Bisher bekam sie einiges 4 x täglich, was mir zahlreiche Stallaufenthalte bis 23 Uhr beschert hatte.
Bin auch gespannt, ob sie iwo vom Bewegungsablauf Negatives feststellen kann. Mir ist nix aufgefallen, was eigendlich erstaunlich ist, so "überbaut" wie sie nun ist und dann der plötzliche "Bockhuf".
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Alt 21.08.2011, 21:31   Strahlbeinbruch Strahlbeinfraktur Tagebuch Beitrag #6
Ballina
Zickenbesitzerin!
 
Benutzerbild von Ballina
 
Registriert seit: 19.10.2009
Ort: zwischen Mainz u. Kaiserslautern
Respekt!
Ehrlich! Ich bin faziniert wie Du das meistert!
Und das mit den Hufschuhe ist echt phänomenal!
Ich hab zwar auch welche aber auf so eine Idee zu kommen ist genial!

Ich drück dem Hottie die Daumen und Dir wünsche ich gaaanz starke Nerven!

LG
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