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08.04.2012, 21:32
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Tölt beim Antraben Beitrag #1
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Trainer B Western
Registriert seit: 26.08.2009
Ort: 24983
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Hallo!
Ich habe bisher nie Gangpferde geritten oder gearbeitet, habe nun aber eine Reitschülerin, die eine Traberstute hat, die zwar mal auf der Bahn angetestet wurde, aber wohl nicht schnell genug war bzw. in den Galopp ging.
Viele Traber haben ja auch eine Töltveranlagung, so auch diese Traberdame. Auf der rechten Hand zeigt sie beim Antraben sehr oft einen halben Tölttakt, bevor sie den Trab findet.
Auf der linken Hand neigt sie zu Taktfehlern im Trab, die ich als erfahrener Reiter aber durch gleichmäßige Anlehnung und gutes Arbeitstempo verhindern und korrigieren kann. (Ihre Hinterhand fällt aufgrund ihrer bisher kaum korrigierten Schiefe deutlich nach links)
Nur das Antölten macht mir Kopfzerbrechen, weil ich mit Gangpferden keine Erfahrung habe- welche Dinge fördern das Tölten, was kann man tun, um den Tölt "schwieriger" für das Pferd zu machen?
Die Reitschülerin ist älteren Semesters, Ende 50 und Spät angefangen, allzu komplizierte Bewegungen kann sie noch nicht, den Taktfehler linke Hand bemerkt sie nicht, wenn ich es ihr nicht sage.
Ist es besser, auf gerader Linie Anzutraben oder verhindert eine gebogene Linie eher den Tölt? Ist es besser, die Zügel ganz lang zu lassen (Tölt muss ja mit einer gewissen Grundspannung geritten werden, hab ich mal gehört) lieber auf die Anlehnung verzichten, aber dafür auf richtiges Antraben hoffen?
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09.04.2012, 12:15
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Tölt beim Antraben Beitrag #2
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Jungpferd
Registriert seit: 01.08.2009
Ort: 53604 Bad Honnef
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Hallo Kaijsa,
zu deinem Problem habe ich in meinem Blog folgenden Artikel verfasst:
"Es soll nur noch einmal betont werden, dass es Gangpferde mit sehr geringen bis nicht vorhandenen Töltanlagen gibt. Wenn man das vermutet sollte man ernsthaft überlegen, ob man ein solches Pferd mit Tölt-Übungen quälen möchte, um endgültige Gewissheit zu bekommen oder ob es nicht besser ist, ihm anstelle von Tölt den langsamen und bequem zu sitzenden Trab wie ihn die Westernreiter als Jog kennen anzutrainieren. Selbst ein gebrochener und flacher Trab ist eine durchaus bequeme Gangart für einen Reiter ohne Turnierambitionen.
Beim taktklaren Schritt und beim taktklaren Tölt fußen die Hufe in der Reihenfolge “hinten-links”, “vorn-links”, “hinten-rechts”, “vorn-rechts” in exakt gleichen zeitlichen Abständen auf.
Beim Trabtölt spürt man ein nach oben werfen , weil dabei ähnlich wie im Trab eine Schwebephase enthalten ist, während der alle vier Hufe den Boden verlassen haben. Diese Schwebephase ist aber kürzer als beim taktklaren Trab, weil die Hufe (der einen Diagonalen) “hinten-links” und “vorn-rechts” fast gleichzeitig auffußen, danach eine kleine Pause kommt bevor die Hufe (der anderen Diagonalen) “hinten-rechts” und “vorn-links” ebenfalls fast gleichzeitg auffußen und danach wieder eine kleine Pause kommt.
Lösung: Beim Trabtölt korrigieren kann unterschiedlich geneigtes Gelände kaum Hilfe leisten wie dies beim Passtölt der Fall. Allenfalls abhängig von der Tagesform des Pferdes geht es an einem Tag besser bergauf und an einem anderen Tag besser bergab. Eine pferdeschonende Methode ist, den taktklaren Tölt über einen schnellen kurzen Schritt zu suchen.
Man reitet also immer anstelle von Schritt den schnellen kurzen Schritt und nimmt das Pferd immer wieder zurück, sobald es trabig wird oder sogar in den Trag umspringt. Trab ist absolut tabu! Erlaubt sind nur taktklarer Tölt, schneller kurzer Schritt oder Galopp. Und zwar monatelang, sofern nötig. Diese Methode verlangt dem Reiter absolute Aufmerksamkeit und schnelles reagieren und korrigieren ab. Dafür hat das Pferd genug Zeit, den taktklaren Tölt ohne Hilfsmittel wie Glocken, Gewichtsringe, unterschiedlich schwere Beschläge an Vor- und Hinterhand zu begreifen und zu erlernen.
Mit der beschriebenen Methode habe ich unsere schwach töltveranlagte Isländerstute innerhalb von einem Jahr zum zwar langsamen aber taktklaren Tölt geführt. Sie töltet ohne Gebiss, mit auf dem Hals liegenden Zügel, ohne Gerteneinsatz, ohne angezogenes Reiterkreuz und mit locker herabhängenden Reiterbeinen. Und dies selbst dann, wenn sie mir als Führpferd bei der Ausbildung von Jungpferden im Handpferdreiten hilft.
Auf Turnieren würde ich damit keinen Blumentopf gewinnen, aber ein entspannt unter mir töltendes Pferd ist mir diese Einschränkung allemal wert."
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09.04.2012, 20:26
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Tölt beim Antraben Beitrag #3
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Moderator
Registriert seit: 26.11.2009
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Kaijsa, bist Du sicher, dass es sich um Töltschritte handelt, nicht Paß?
Sie fällt aber nach ein paar Schritten in den Trab? Ist das Ganggewurschtel immer vorhanden, also wirklich bei jedem Antraben ausnahmslos. Oder spielt da ggf. Anspannung/Verspannung mit eine Rolle?
Ich habe mir selbst unwissentlich eine 5-Gang-Traberstute damals zugelegt, da ich vom 4. und 5. Gang keinen blassen Schimmer hatte/habe, habe ich mich dazu entschlossen, die Zusatzgänge zu ignorieren und das Pferd ganz normal nach der Ausbildungsskala auszubilden. Wir kommen ganz gut damit klar, offiziell ein 3-Gänger zu sein. Manchmal schenkt sie mir inzwischen nach einem Geländegalopp einen schönen Tölt, nehme ich so an und större möglichst wenig.
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09.04.2012, 21:48
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Tölt beim Antraben Beitrag #4
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Trainer B Western
Threadersteller
Registriert seit: 26.08.2009
Ort: 24983
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Hallo, danke für die ersten Rückmeldungen.
Ich bin mir sicher, dass es eine Töltverschiebung ist, da es erstmal aussieht, als würde der Schritt schneller werden, während die Schritte schneller werden, sortiert die Stute irgendwie ihre Beine und ist dann im Trab. Es ist keine Gleichseitigkeit wie im Paß sichtbar (der Schritt ist auch taktklar und mit deutlichem "/V\" der Beine)
Das dauert höchstens eine Pferdelänge und fühlt sich sehr weich an, kein gerumpel und kein "kamelgeschaukel". Ich behaupte mal, dass ich ein ganz gutes Gefühl im Hintern habe, wann in den Grundgangarten welcher Fuß oben und unten ist, kann ich sofort sagen und Fußsalat im fliegenden Wechsel bekomme ich korrigiert (bzw. ich kann auch im Kreuzgalopp sagen, ob es vorne falsch oder hinten falsch ist :-) )
Ich bin auch schon mal eine Islandstute geritten, die klaren Tölt hatte und eine Quarterstute, die verrückterweise einen "Flatfoot-Walk" oder so, eine Art gebrochener Trab, das Nacheinanderfußen der Diagonalen konnte ich deutlich und problemlos fühlen.
Den Tölt will ich bei dieser Stute nicht herausreiten, die Reiterin ist dazu gar nicht in der Lage, so fein zu differenzieren. Ich hoffe auf Ideen, wie ich das Antraben sauberer kriege.
Ja, definitiv spielt eine Anspannung/Verspannung eine Rolle, vor allem, da es nur auf der linken Hand so auffällig ist. Die Stute setzt vom Schritt in den Trab die Hilfen verzögert um, im Schritt oder Trab ist die Stute nicht triebig, sondern sehr angenehm und gefallsüchtig. Ich bilde mir ein, dass es sich, als ich sie geritten bin, nicht verändert hat, sondern immer auftrat. Angaloppieren kann diese Stute sauber und mit gutem Durchsprung.
Ich würde gerne wissen, was ich an "Bedingungen" der Reihe nach Verändern könnte, damit ich herausfinde, was bei diesem Pferd den Tölt (und die Verwirrung :p ) steigert und vor allen Dingen: was sie verringert.
Würde es z.B. helfen, im Schritt in den leichten Sitz zu gehen zum An-traben? Kann es helfen, auf dem falschen Fuß leichtzutraben? Kann es funktionieren, den Tölt über verwahrende Schenkelhilfen zu erschweren- wenn ja, eher innen oder außen? (müsste ich dann machen, damit die Reitschülerin es nachreiten kann) Wenn das Pferd sich sortieren lernt, würde ich es gerne mit einem stimmkommando "absichern", damit das Pferd auch bei unklaren Hilfen eine Idee bekommt- bloß um es zu bestätigen, brauch ich ja erstmal sauberes Antraben.
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09.04.2012, 22:31
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Tölt beim Antraben Beitrag #5
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Gnadenbrotpferd
Registriert seit: 09.06.2009
Ort: 51515 Kürten
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Das "Gangpferdetypische" antraben mit entlasten und Zügel würde ich gar nicht erst anfangen. Das zieht meistens mehr Probleme hinterher, als es behebt. Auf dem falschen Fuß Leichttraben könnte euch helfen. Spontan würde ich behaupten, das sich dieses Problem bei weiterer Ausbildung und Geraderichtung des Stütchens irgendwann von selber gibt. Es kann gut sein, das es ihr aufgrund Ihrer Schiefe leichter fällt, im Tölt schneller zu werden, um dann um zu springen. Das würde auch die Taktfehler auf der einen Hand erklären.
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10.04.2012, 20:51
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Tölt beim Antraben Beitrag #6
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Sekretariat von Herr Pony
Registriert seit: 03.12.2007
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Ich würde einfach weiterarbeiten wie bei jeden anderen Pferd und mit besserer Gymnastizierung des Pferdes sollte auch das Antraben sauberer werden 
Das Zügel lang lassen würde ich auch sein lassen eben weil man dem Pferd die Möglichkeit der Anlehnung und Hilfestellung nimmt. Euer weg hört sich doch schon sehr gut an und da würde ich weiter arbeiten. Schliesse mich Isa an dass es mit weiterer Graderichtung immer besser werden sollte
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