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14.05.2012, 11:34
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Unbeschwert Reiten: ein vergessener Traum? Beitrag #553
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Jungpferd
Registriert seit: 31.12.2011
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Hallo Strassenpiratin. Dein Beitrag ist sehr interessant und irgendwie möchte ich dir zustimmen. Zum unbeschwerten Reiten gehört auch der unbeschwerte Umgang und die Haltung. Allerdings bin ich nicht sicher, ob es überall so gewollt wird, dass die Schwachen eben sterben. Manche haben halt ein schwächliches Exemplar. Sie haben es gern und die Möglichkeit es gut durchzubringen kann man nutzen. Es gibt noch Länder in denen auch schwache Menschen eben sterben. So wünschenswert ist das nicht. Die hierzulande üblichen Reitweisen kann man belächeln. Tu ich auch in gewisser Weise. Noch nie habe ich akzeptieren können, dass die FN für jedes Pferd die exakt vorgeschriebene Haltung von Reiter und Pferd als gesund definiert. Niemals werde ich z.b. einen Fjord oder einen Traber in die definierte Haltung zwingen, die einem hochgezüchteten Dressurwarmblut eher leicht fällt. Aber was ist gesund? Mittlerweile bin ich der Meinung, dass Reiten ohne dem Pferd gesundheitlich übermäßig zu schaden völlig unabhängig von der Reitweise ist. Da spielen ganz andere Faktoren eine Rolle. Das Pferd des Onkels ist nur ein Einzelbeispiel. Wie mein Pony auch. Meine Reitweise ist für sämtliche deutsche Reiter garantiert eine einzige Katastrophe. Läuft mein Pony über den Rücken? Keine Ahnung. Er läuft von A nach B. Ich zeige ihm nicht den Weg in die Tiefe, ich zeige ihm den Weg, den er gehen soll usw. Neulich ritt ich mit einer FN Profi-Bereiterin aus. Ihr gruselt es bei meiner Reitweise, aber sie meint mein 19jähriges Pony läuft super elastisch, in guter Haltung und total taktklar. Den reite ich seit 17 Jahren und er hatte noch nicht ein einziges Problemchen mit seinem Bewegungsapparat. Er hatte noch keine Krankheit, keine Lahmheit, kein dickes Bein oder sonst was. Aber eine Frage bleibt ewig unbeantwortet: Ist er gesund und fit WEIL ich so reite, oder ist er es TROTZ DEM ich so reite? Deswegen kann ich niemandem sagen: „mach das so wie ich und dein Pferd bleibt ewig fit und gesund“
Er hatte nur einziges gesundheitliches Problem als ich ihn bekam. Er war Ekzemer. Einige Jahre bei mir entwickelte sich das in der üblichen Art. Bis ich einen etwas schrägen Gedanken umsetzte. Seitdem ist er ekzemfrei. Aber auch hier wieder die unbeantwortete Frage: Ist er er ekzemfrei, WEIL ich xy gemacht habe, oder TROTZ DEM ich xy gemacht habe? Es gibt ja auch etliche Spontanheilungen. Deswegen kann ich auch nicht propagieren „mach das so und dein Pony ist geheilt“.
Und wie du das Pferd deines Onkels kennst, kenne ich hier ein Pferd das 25 Jahre lang nur und ausschließlich in einer Box gehalten wurde, dessen einzige Bewegung unter dem Reiter auf Platz, Halle oder an eine Longe und gelegentliches Freilaufen in der Halle statt fand. Auch dieses Pferd war 25 jährig topfit und klar auf den Beinen. Es wurde dann an einen Schulbetrieb verkauft. Soll man jetzt sagen „Leute macht das so und euer Pferd bleibt ewig fit und gesund“
Unter unbeschwert Reiten versteht jeder wohl etwas anderes. Gedankenlos aufsteigen und loslegen ist vielleicht genauso ungünstig, wie das Kaputtdenken mancher grandioser Bedenkenträger. Für dich kannst du entscheiden wie du es handhabst. Nur bitte nicht unbedingt sagen. „ SO ist es richtig“.
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03.07.2012, 01:53
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Unbeschwert Reiten: ein vergessener Traum? Beitrag #554
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Fohlen
Registriert seit: 03.07.2012
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ok, jetzt werde ich mich mal "outen"
habe im alter von 46 jahren das reiten wieder angefangen (wobei ich sagen muss, dass meine einzigen reitstunden mit mässigem erfolg gute 32 jahre zurückliegen) - natürlich auch mit viel angst und ganz anderen gedanken, als als jugendliche..konnte meinen mann auch überzeugen, ein hobby zu finden, bei dem man "entspannen" kann und so sind wir frohen mutes zu reitstunden gekommen - erst auf isis (war gar nicht mein ding), dann auf trakehener-schulpferden ...inzwischen haben wir 2 hessische warmblutstuten und ich zumindest (bei meinem mann magelt es an der zeit) entwickele mich weiter ...ich liebe die beiden, aber unsere kleine ( 8 jahre) ist so sehr "guckig" im gelände - sie ist eine seele von pferd, aber ich vermag sie draussen nicht einzuschätzen - mit mir ist noch nie was passiert, aber sie ist letzten sommer mit meinem mann so durchgegangen, dass ich (und er mindestens genau so) jetzt echt angst haben, mit ihr ins gelände zu gehen - sie ist so sehr, sehr bezogen (besonders auf mich, da ich eben mehr zeit mit ihr verbringe)auf unsere liebe und fürsorge, hat nie einen von uns abgebuckelt, will immer "die beste" sein, aber auch ich habe angst, mit ihr ins gelände zu gehen - ich sollte lernen, ihr zu vertrauen (was ich bei meiner anderen stute tue), aber ich habe immer die bileder vor augen, wie sie mit meinem mann durchgegangen ist und sich nicht hat bremsen lassen - würde so gerne wieder mit ihr los, weil sie eine tolle maus ist, aber wie bekommt man die angst weg ????
bin für jeden rat dankbar !!!!
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03.07.2012, 08:04
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Unbeschwert Reiten: ein vergessener Traum? Beitrag #555
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Wanderreiter
Registriert seit: 12.03.2009
Ort: Gauting
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sondra, da hilft nur konstant dranbleiben und positive Erfahrungen sammeln. Nehmt ihr beiden denn RU? Viele Reiter machen ja den Fehler bei einem durchgehenden Pferd immer mehr zu ziehen. Tja, Pech gehabt - bei meinem Traber wäre das das Signal noch mehr Gas zu geben. Hat man mir aber auch erst gesagt als mir das passiert ist. Zum Glück habe ich damals (41, gerade ein Jahr RU) irgendwann gesagt: Dann lauf doch, doofer Gaul! und habe die Zügel nachgelassen und schon wurde er langsam und trabte wieder ganz normal 
Es stört doch nicht zunächst mal ein halbes Jahr nur im Schritt unterwegs zu sein, dann drei Monate nur im langsamen Trab, sobald sie schneller wird: Schritt.
Gönne Dir (Euch) diese Zeit, es rentiert sich. LG und viel Erfolg
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13.07.2012, 10:24
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Unbeschwert Reiten: ein vergessener Traum? Beitrag #556
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Gnadenbrotpferd
Registriert seit: 16.05.2006
Ort: 63801
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"Spielkram" muss auch mal sein
Also reiten ist ein tolles Hobby.
Finde ich wirklich, auch wenn es mal harte Zeiten gibt und nach langer KrankheitpPause (war 1 jahr plus dann nochmal kurze Auszeit fürs Pferd) ist halt nicht immer alles nur rosa Sonnenschein bis so ein Pferd wieder auftrainiert und in Form ist und auch wieder ausgegelichen.
Nachdem wir diese Woche zwei super Reitstunden hatten - ich bin da wirklich auch gerne fleissig, da smacht auch Spaß - hatte ich aber so ein bisschen die Unlust auf ernsthafte Arbeit. Also vorgestern etwas locker an der Longe bewegen wie Pferd mag oder nicht mag.
Nur leider sind im gelände die Wege bei dem Gruselsommer einfach bescheiden ... hatte gestern zwar Glück und eine Regenpause als ich im Stall war ... aber Halle -> doof. Im Feld blies der Wind so unangenehm, da sich auf dem großen Reitplatz dann doch nicht bleiben wollte ... also doch der etwas windgeschütze am Stall.
Der ist schön griffig, auch wenn er unter Wasser steht ... und gesch... darauf wenn hinterher die Ausrüstung geputzt werdne muss.
Ich sag euch: ein Traum !!!
Locker im Leichttraben und im leichten Sitz im Galopp durch die Pfützen plantschen - mein Pferd ist der Knaller, das hat sie nicht nur brav sondern rchtig mit Spaß durchgezogen ohne zu zucken.
Ich glaube, so eine Plantsch-Stunde machen wir jetzt regelmäßig wenn es weiter so verregnet bleibt
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29.08.2012, 16:07
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Unbeschwert Reiten: ein vergessener Traum? Beitrag #557
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Labradorpony
Registriert seit: 31.10.2008
Ort: Hamburger Umland
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Schöner Thread, ich habe gerade am Freitag über dieses Thema nachgedacht.
Ich bin in meiner Kindheit auch noch auf blanken Ponyrücken durch das Gelände geritten. Das war normal, und auch das eine oder andere Baumstämmchen wurde so überwunden. Ok, Kappe war Pflicht.
Mein erstes Pferd habe ich mit 16 bekommen, sehr unbedarft und unausgebildet. Wir gingen erst ins Gelände und begannen dann, Unterricht zu nehmen. Ich ritt ihn am Ende bis Kl. L in der Dressur, habe mir den Geländespaß (auch mal ohne Kappe oder nur in Jeans) nie selbst verdorben. Er durfte auch fetzen und wir sind einfach durch den Fluß geritten. W8r hatten Turniere, Geländeritte, Ringreiten, Rallyes, alles zum Spaß.
Mit meinem jetzigen halte ich es genauso. Ok, ich bin seine Ausbildung etwas konsequenter angegangen und zum Geländespringen trage ich eine Sicherheitsweste (das ist der Tribut an die heutige Zeit  ), aber ansonsten werde ich mir auch jetzt diese Leichtigkeit nicht nehmen lassen. Ausritte mit Fremden? Kein Thema. In der Gruppe? Gern. Stoppelfeld? Prima. Ich genieße das sehr. Am Freitag war ich mit einer Miteinstellerin ausreiten, die mich, als wir auf das Stoppelfeld ritten, schockiert fragte, warum ich keine Weste und Kappe tragen würde. "Er ist entspannt heute" war meine Antwort. Mag leichtsinnig sein, aber ich kenne ihn und kann es einschätzen. Beide Male, die ich nun in 4 Jahren von meinem Pferd fiel, habe ich mir den Po / die Hüfte geprellt und da hätte mich auch weiteres Schutzequipment nicht geschützt.
Mir ist aufgefallen, daß sehr viele nicht ohne Gamaschen longieren und nicht ohne Gamaschen / Bandagen / Hufglocken ihr Pferd ins Paddock stellen oder ins Gelände reiten. Im Gelände muß auch ein Martingal her; zum Springen sowieso. Die Möhren werden klein geschnitten, die Äpfel auch.  Klar, bei einigen mag das eine oder andere notwendig und sinnvoll sein, aber ich denke, die Autorin hat das ganz gut beschrieben, als sie den Vergleich mit den verweichlichten Touristen angeführt hat...  Viele sind übervorsichtig und haben das Grundvertrauen verlernt.
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Folgender Benutzer findet den Beitrag von Meaniebrit hilfreich:
KlaK
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19.09.2012, 15:59
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Unbeschwert Reiten: ein vergessener Traum? Beitrag #558
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Absetzer
Registriert seit: 22.02.2011
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Ich muss sagen, das vermiss ich auch bei mir - diesen angst-und stressfreien Umgang mit Pferden - ich denke aber das das nicht an mir liegt, wie auch bei anderen Freizeitreitern die beim Gallopp auf fremden Pferden Herzklopfen kriegen, sondern an der Art und Weise wie wir heutzutage (teilweise aber auch früher) ans Pferd herangeführt werden/ reiten lernen!!!
Ich denke früher war das schlimme an Reitschulen die Haltung der Pferde und auch das teilweise Desinteresse an ihrem Wohlbefinden (drückenes Geschirr/Sattelzeug). ABER da wurde halt auch son Mist gemacht, wei Ohne-Sattel-reiten und mit den Pferden baden.
Heute werden Kinder in Reitschulen von dominanten Reitlehrerinnen auf "abgedroschenen" und "abgestumpften" lustlosen Schulpferden - oft mit unpassendem Sattel (das war früher ja auch oft der Fall) - unterrichtet. Dabei lernt man meist weder Vertrauen zum Pferd, noch Horsemanship, sondern schlicht und ergreifend "sich durchzusetzten" - meist mit Gewalt gegen das Pferd (auch wenn dieses bereits 2 Reitstunden hinter sich hat) in Form von Gerte, Tritten in die Seite und Schlägen aufs Maul.
Dazu kommen "Unarten" der Schulpferde, die für manchen Anfänger zum Trauma werden - Sattelzwang, nicht stillstehen (gerade für Kinder ist es beängstigend, wenn sie beim Putzen andauernd Gefahr laufen auf den Fuß getreten zu werden) und teilweise sogar beißen. Manche Pferde buckeln auch im Gallopp.
Ich denke, das, wenn man reiten lernen früher und heute, mit einem Punktesystem bewertet, keine große Differenz bleibt (also mal abgesehen von der Pferdehaltung) ...
Ich will nicht alle Reitlehrer - und schulen über einen Kamm scheren, aber ich muss sagen bei mir wars so ! Ich kann noch heute nicht ohne zittrige Knie ein mir neues Pferd von der Weide holen, wenn andere Pferde auch darauf stehen, weil ich als Kind schonmal fast getroffen wurde, als ein großes Pferd "mein" Pony getreten hat, weil ich es zu nah an ihm vorbeigeführt habe....
Aus diesem Grund möchte ich eine Reitbeteiligung oder ein eigenes Pferd, weil ich zu dem dann Vertrauen aufbauen kann.
So, das war viel :-)
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