Giftige Pflanzen mit tödlicher Wirkung
Ziergärten, Wälder, Waldränder und Bachufer beherbergen viele tödliche Giftpflanzen in ihrer Gräser- und Sträucherwelt. Um gar nicht erst die Gefahr einer Pflanzenvergiftung zu riskieren, sollten Pferde während eines Ausrittes grundsätzlich an keinem Grünzeug fressen dürfen. Dies erfordert eine konsequente Erziehung durch den Reiter, schützt aber das Pferd sicher vor einer schweren oder gar tödlichen Erkrankung. Vergiftungsgefahren bestehen auch dann, wenn Pferdebesitzer ihren Pferde selbst gepflückte Blumen, Gräser oder Äste als Futterleckerei anbieten, deren Inhaltsstoffe und giftige Wirkungen jedoch nicht bekannt sind. Nachstehend sind jene Pflanzen aufgelistet, deren giftige Wirkstoffe innerhalb weniger Stunden zum Tod eines Pferdes führen :
- Aronstab ( Arum maculatum)
( Der Aronstab wächst überwiegend an Waldrändern und in Laub- und Mischwäldern. Er enthält neben dem Aroin auch geringe Mengen Blausäure. Die gesamte Pflanze ist sehr stark giftig. Sie erzeugt Schwellungen der Schleimhäute und Durchfall, einhergehend mit Magen-Darm-Blutung und Lähmung der Darmperistaltik (Darmbewegung).
- Bärenklau, Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum)
( Diese Imposante Pflanze kann eine Höhe von bis zu 3,50 Meter erreichen und ist somit leicht erkennbar. Alle Pflanzenteile, vor allem aber der Saft, sind sehr giftig. Bei Berührungen der Haut des Reiters oder des Pferdefells mit der Pflanze in Verbindung mit Sonnenlicht kann es zu Schwellungen und Blasenbildung, ähnlich einer Verbrennung, kommen. Daher beim Ausritt die Berührung dieser Pflanze vermeiden. Beim Fressen dieser Pflanze kommt es zu lebensgefährlichen Schleimhautreizungen)
- Bilsenkraut, schwarzes (Hyoscyamus niger)
( Das schwarze, sehr unangenehm riechende Bilsenkraut, auch Tollkraut genannt, wächst an Weg- und Straßenrändern. Alle Teile der Pflanze sind durch den Akloidgehalt hochgiftig und können je nach gefressener Menge den Tod des Pferdes innerhalb weniger Stunden herbeiführen. Eine Vergiftung äußert sich in beschleunigtem Herzschlag, Krämpfen, Lähmungen und schweren Koliken.)
- Buchsbaum (Buxus sempervirens)
( Der Buchsbaum gehört ebenfalls zu den tödliche wirkenden Pflanzen, 750 Gramm der kleinen Blätter reichen aus, um ein Pferd zu vergiften. Bei der Begrünung von Reitanlagen ist in der Auswahl von Pflanzen und Sträuchern auf deren Giftigkeit unbedingt zu achten. Trotzdem gibt es unverständlicherweise immer wieder Ställe, auf deren Gelände die immergrünen, hochgiftigen Pflanzen wie Eibe oder Buchsbaum zu finden sind. Auf solchen Anlagen muss der Pferdebesitzer sehr auf sein Pferd Acht geben. Buchsbaum erzeugt schwere Koliken und eine Lähmung des Nervenzentrums, der Tod tritt durch Herz- und Atemstillstand ein.)
- Bucheckern
(Im Herbst finden sich in den Wäldern viele Bucheckern, doch sollte das Pferd von dem Verzehr dieser Früchte abgehalten werden, ein Kilogramm Bucheckern enthält bereits eine für ein Pferd gefährliche Dosis Gerbsäure.)
- Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)
( Der Blaue Eisenhut gehört zu den giftigsten Pflanzen Europas. Alle Pflanzenteile sind hochgiftig, besonders jedoch die Wurzeln und der Samen, sie enthalten das tödliche Gift Aconitin. Bei einer akuten Vergiftung tritt der Tod bereits nach ein bis drei Stunden ein. Die Folgen sind schwere
Kolik, Durchfall, Nierenentzündung bis hin zum Nierenversagen.)
- Eibe (Taxus baccata)
( Die Eibe gehört zu den absolut tödlichsten Giftpflanzen für Pferde. Nur wenige Zweige ( 100 Gramm Nadeln) reichen aus, ein Pferd zu vergiften. Das gefährliche an der Eibe ist, dass sie leicht mit den harmlosen Tannen und Fichten verwechselt werden kann. Sie unterscheidet sich jedoch in der Struktur ihrer Nadeln: Eibennadeln sind sehr weich, flach und glänzen auf der Oberseite, die Eibe trägt zudem rote Früchte.
Die Eibe enthält die Gifte Taxin, Ameisensäure und Blausäure in hoher Dosierung. Diese Pflanzengifte erzeugen zuerst Erregungszustände mit beschleunigtem Pulsschlag und im weiteren Verlauf entsteht eine Lähmung der Atemwege. Der Tod tritt sehr plötzlich durch Herzstillstand ein. Eine Rettung ist nur in wenigen Fällen bei sofortiger tierärztlicher Hilfe möglich.)
- Engelstrompete (Datura suaveolens)
(Bei der Engelstrompete, im Volksmund gerne als Trompetenbaum bezeichnet, sind alle Pflanzenteile giftig, sie gehört zu den Nachtschattengewächsen. Überwiegend findet man diese Pflanzen in Zier- und Wohngärten. Bereits geringe Mengen erzeugen schwere Magen- und Darmkrämpfe und Koliken und bedeuten eine erhebliche Lebensgefahr für das Pferd.)
- Fingerhut (Digitalis purpurea)
Dieses zweijährige, sehr bitter schmeckende Kraut wächst in lichten Wäldern und wird auch als Zierpflanze gehalten. Das sehr starke Gift des roten Fingerhutes wird im Herzen gespeichert, und 100 Gramm frische Blätter können ein Pferd umbringen.
Jedoch ist diese Pflanze auch im getrockneten Zustand im Heu hochgiftig. Heftiges Schwitzen, Herz- und Kreislaufstörungen sowie Herzlähmung sind die Folgen einer Fingerhutvergiftung.)
- Gartenbohne, Grüne Bohne (Phaseolus coccineus)
(Die rohen Bohnen und besonders der Samen sind sehr giftig. Einige Stunden nach dem Fressen kommt es zu blutigem Durchfall, schwerer
Kolik und erhöhtem Pulsschlag. Die Gefahr des Fressens dieser Gemüsepflanze besteht dann, wenn Pferdeweiden direkt an Nutzgärten angrenzen und die Tiere über den Zaun hinweg an die Bohnenpflanzen gelangen.)
- Goldregen ( Laburnum anagyroides)
( Den Goldregen findet man häufig als Zierstrauch in den Gärten von Wohngebieten. Bereits 200 Gramm des Samens enthalten eine für Pferde tödliche Menge Gift. Eine Vergiftung durch Goldregen zeigt sich im Speichelfluss, hastigem Atmen, Krämpfen und Durchfall. Der Tod tritt durch Atemlähmung- und Stillstand ein.)
- Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
( Die Herbstzeitlose ist ein sehr giftiges Knollengewächs und trägt im Volksmund den Ruf einer Selbstmordpflanze. Man findet sie auf feuchten Wiesen und Waldlichtungen. Sie bewirkt heftiges Schwitzen, Krämpfe und
Kolik mit blutigem, schleimigem Durchfall. Der Tod erfolgt durch Atemlähmung- und Stillstand.)
- Liguster (Ligustrum vulgare)
(Wenn ein Pferd nur 100 Gramm Liguster frisst, reicht dies aus, es zu töten. Liguster ist eine weit verbreitete Heckenpflanze, die Reiter und Pferd häufig in allen Landstrichen, besonders in Wohngebieten mit Einfamilienhäusern und Ziergärten antreffen.)
- Oleander (Nerium oleander)
(Nur zehn Blätter Oleander genügen, um ein Pferd zu töten. Das in den immergrünen Blättern am stärksten konzentrierte Gift erzeugt im Anfangsstadium Durchfall und
Kolik. Da sich jedoch hinter diesen Symptomen auch viele andere Ursachen verbergen können, ist diese Vergiftung äußert tückisch und schwer zu erkennen. Das Pferd stirbt letztendlich an Herzstillstand und Atemlähmung.)
- Seidelbast (Daphne mezereum)
( Der Seidelbast wächst eher auf trockenen Gebieten und Heiden. Bereits 30 Gramm dieser Pflanze können für Pferde tödlich sein, da alle Pflanzenteile das scharf schmeckende Gift Mezerin enthalten. Er verursacht starke Maulschleimhautschwellung und Darmentzündung.)
- Schöllkraut (Chelidonium majus)
( Das Schöllkraut ist eine sehr anspruchslose Pflanze, die an Mauern, Hecken und Schuttplätzen besonders auf kalkhaltigem Boden zu finden ist. Das ganze Gewächs, aber vor allem der Milchsaft, ist sehr stark giftig. Es treten vor allem beschleunigter Atem und blutiger Durchfall auf.)
- Stechapfel (Datura stramonium)
( Hochgradig giftig sind die stark alkaloidhaltigen Samen, aber auch alle anderen Pflanzenteile sind sehr giftig. Hat das Pferd nur wenige Gramm dieser Pflanze gefressen, tritt nach starkem Schwitzen eine Lähmung des Zentralnervensystems ein, die das Pferd im fortgeschrittenen Stadium sehr schwächt und zum Taumeln bringt. Die Vergiftung kann einen tödlichen Atemstillstand zur Folge haben.
- Tollkirsche (Atropa belladonna)
( Die Blätter und der Samen der Tollkirsche sind hochgiftig, und nur 125 Gramm des Samens enthalten für ein Pferd eine tödlich wirkende Giftmenge. Überwiegend enthält die Pflanze Atropin, dies erzeugt beschleunigten Puls, starkes Schwitzen und Magen-Darm-Beschwerden.
- Wasserschierling , Sumpfgift ( Cicuta virosa)
( Dieses sehr stark giftige Gewächs findet man an Bachufern, Sumpfgebieten und Teichrändern. Es hat einen unangenehmen Geruch und der Stängel ist mit einem gelben Saft gefüllt, der sehr stark giftig ist. Bereits 10 Gramm sind eine für Pferde tödliche Dosis. Eine Vergiftung äußert sich in Gleichgewichtstörungen, der Tod tritt durch Atemlähmung ein.
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