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22.05.2012, 09:04
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Unterschiede FN <-> Klassisch-Barock Beitrag #19
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Gnadenbrotpferd
Registriert seit: 11.04.2007
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Zitat:
Zitat von Fussele
Klassisch wird von Anfang an mehr Gewicht auf Seitengänge gelegt und so versucht das Pferd in Anlehnung zu bekommen. Ein junges Pferd, das nach FN ausgebildet wird, wird mehr über Takt und Schwung (als vorwärts) und so versucht an den Zügel zu stellen (über Paraden).
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Guten Morgen,
so, so: Seitengänge. Beim jungen Pferd? Was aufgrund seiner natürlichen Schiefe mit der HH noch nicht korrekt spuren kann? Und aufgrund der gleichen Tatsache auch noch gar keine korrekte Biegung leisten kann? Was das bringt, hat Steinbrecht mal wunderbar auf den Punkt gebracht. Zitat: "Je stärker die schiefe Richtung ist, umso mehr wird aber auch die Schubkraft der Hinterbeine beeinträchtigt, und diese Lektionen erfordern deshalb sehr richtiges Gefühl von seiten des Reiters, wenn sie nicht missbraucht werden und hindernd oder nachteilig auf den Gang einwirken sollen. Wir finden dies auch in der Praxis bestätigt, da die meisten jungen Pferde durch frühzeitige und falsche Seitengänge verdorben werden, indem man ihnen dadurch zunächst den Gang raubt und sie dann durch vortreibende Hilfen eigensinnig macht. Die Seitenstellung des Pferdes kann nur unter zwei Bedingungen eine richtige Schule auf zwei Hufschlägen werden: erstens müssen die Schultern durch richtige Biegung stets vorgerichtet bleiben, d.h. die Vorhand in die Richtung der Seitenbewegung der Hinterhand so viel vorschreiten, dass sie gleichzeitig durch deren Bewegung den nötigen Antrieb nach vorwärts erhält, zweitens müssen die Hinterbeine durch entsprechende Versammlung der vorhand näher gebracht und daher auch beide parallele Linien einander genähert werden. Nur durch die stärkere Stütze, die die Hinterhand der Vorhand gewährt, können Nachteile einer schiefen Richtung beider zueinander aufgehoben werden, und daher muss sich der Grad der Seitenstellung stets danach richten, wie stark man sein Pferd zu sammeln, nämlich seine Hinterhand vorzuschieben und zu belasten vermag."
Gerade die viel zu früh herangenommenen Seitengänge führen in meinen Augen nämlich zu einer der größten Schwächen der klassischen Reiterei – dem Verlust jeglichen Schwungs. Und spätestens dann, wenn aus dem Schritt- SH ein Trab- SH werden soll, rächt sich genau das.
Darüber hinaus verstehe ich nicht so wirklich, warum man ein junges Pferd "ko" reitet, wenn man es nach der SdA ausbildet. Denn dort steht nirgendwo, dass Vorwärts hohes Tempo bedeutet. Im Gegenteil wird eine Remonte erst mal in ihrem Vorzugstempo geritten. Darüber hinaus haben die Zwerge meistens mehr als genug damit zu tun, ihre Balance unter dem Reiter zu finden, ohne dass ich sie noch irgendwie von schräg nach quer taumeln lassen muss. 
@Rickmaniac: Natürlich gibt es auch innerhalb der FN solche Rl wie Deine. Aber das Gros scheint mir doch eher reitpraxis-orientiert.
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Folgende 3 Benutzer finden den Beitrag von Cubano hilfreich:
-.HeNrY.-,
Briechen,
Safarie
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22.05.2012, 09:16
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Unterschiede FN <-> Klassisch-Barock Beitrag #20
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Sportpferd
Registriert seit: 16.03.2006
Ort: Essen
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@ cubano
Kann deinem Beitrag nur voll zustimmen. Genau das ist es nämlichwas man so oft sieht... durchhängender Rücken, schluffende HH, aber das Pferd kann ganz toll SH und Travers 
Ich denke auch nicht, dass die Richtlinien etwas von ko reiten erzählen. Ich für meinen Teil denke, dass ein junges Pferd ein gewisses Grundtempo braucht. Man sieht es doch oft genug... umso "langsamer" ich reite, desto mehr Probleme zieht das mit sich. Entweder schluffen die Pferde (oftmals auch noch taktunrein) da lang oder sie haben den nötigen Versammlungsgrad hierzu erreicht, was ich bei einem 4jährigen aber mal ausschließen möchte. Also benötige ich schon etwas Tempo damit sich das junge Pferd schwungvoll bewegen und somit auch besser ausbalancieren kann.
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22.05.2012, 09:29
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Unterschiede FN <-> Klassisch-Barock Beitrag #21
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kleiner Durchbruch :)
Registriert seit: 21.11.2006
Ort: Karlsruhe
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Nun ja,
langsam reiten heißt ja nicht in der Gegend rumschlurfen...
Ich kann nun mal Lektionen einfacher reiten, wenn ich das langsam mache. Und es gibt einen Unterschied zwischen langsamen rumschlurfen und (Zitat meiner RL) langsam aber mit Energie zu reiten. lg
mag bei einem jungen Pferd schwieriger gehen, als bei einem Älteren, zugegeben. Aber unter richtiger Anleitung geht das auch bei einem Jungspund.
Geändert von Gillingur (22.05.2012 um 09:31 Uhr)
Grund: mal wieder die Hälfte vergessen ;)
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22.05.2012, 09:32
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Unterschiede FN <-> Klassisch-Barock Beitrag #22
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Sportpferd
Registriert seit: 16.03.2006
Ort: Essen
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Zitat:
Zitat von Flanna
Nun ja,
langsam reiten heißt ja nicht in der Gegend rumschlurfen...
Ich kann nun mal Lektionen einfacher reiten, wenn ich das langsam mache. Und es gibt einen Unterschied zwischen langsamen rumschlurfen und (Zitat meiner RL) langsam aber mit Energie zu reiten. lg
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Ja natürlich gibt es den. Schrieb ich ja auch. Aber das setzt zumindest eine Versammlungsbereitschaft voraus. Und die kann ich von nem 4jährigen ja wohl kaum erwarten.
Ach hat sich grade überschnitten. Ich denke wir reden auch son bisschen über zweierlei. Natürlich kann ich auch ein junges Pferd Tempiwechsel reiten und zurückholen. Aber immer nur soviel, wie das Pferd auch schafft. Und genauso wie ich in der FN oft junge Pferde über Tempo sehe, sehe ich Viele in der klassischen Reitlehre eben absolut unter dem Tempo was sie können.
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22.05.2012, 10:48
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Unterschiede FN <-> Klassisch-Barock Beitrag #23
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Fohlen
Registriert seit: 17.05.2012
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@Cubano:
stimmt schon was du sagst. Gibt natürlich die jenigen, die SH übertreiben und es somit den Takt einer GGA nicht erhalten können. Eine bei mir im Stall hatte das Problem auch... Warmblüter und duch Seitengänge absolut rückwärts geritten. Ich rede allerdings nicht davon, dass ein junges Pferd Seitengänge ohne Ende gehen muss. Wenn der Takt erhalten wird kann ich aber ohne Probleme ein paar Tritte übertreten lassen. Klar gibt es auch in der klassischen Ausbildung auch Ausbilder die Seitengänge über Seitengänge reiten und dabei den Takt und Schwung vergessen (der innerhalb der Seitengänge natürlich erhalten bleiben muss). Und etwas anderes habe ich nie behauptet. Ich finde es lediglich nicht sinnvoll ein junges Pferd am Anfang seiner Ausbildung viel vorwärts zu reiten (traben zu lassen), so dass es am Ende des Rittes durch geschwitzt ist und sich gewiss auf den nächsten Ritt nach dem Muskelkater freut :-). Da ist es meiner Meinung nach sinnvoll lieber mit Schenkelweichen anzufangen und später daraus das SH zu entwickeln und das Pferd so zu gymnastizieren. Mein Pferd hat durch Seitengänge nie einen Takt- oder Schwungverlust bekommen... liegt vielleicht auch daran, dass es ein Iberer ist und anatomisch bedingt einfach leichter in einer Art Versammlug geht. Bei einem Warmblüter mit einem extrem Schwung ist das gewiss nicht so einfach Takt und Schwung beizubehalten.
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22.05.2012, 15:29
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Unterschiede FN <-> Klassisch-Barock Beitrag #24
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Gnadenbrotpferd
Registriert seit: 11.04.2007
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Fussele… Du kannst ja nix dafür, aber da hast Du schon wieder ein Reizthema angeschnitten… 
Nach zehn Jahren in Spanien und etlichen Iberern unterm Hintern, plus unserer beiden eigenen kann ich nur sagen: In der "Art Versammlung" der Iberer liegt die größte Tücke bei der Ausbildung dieser Pferde. Das ist in jungen Jahren keine. Die können sich lediglich kurz machen. Und langsam.
Die müssen, sofern sie später versammelte Lektionen wirklich kadenziert können sollen, zunächst mal in die Länge - Dehnung, Dehnung, Dehnung. Und ich rede hier nicht von stundenlangem Rundenschrubben mit fallengelassenem Hals. Ich rede von einer wirklich korrekten Dehnungshaltung unter Einsatz der Muskulatur. Zweiter Punkt: Diese Pferde - und deshalb sind Seitengänge in meinen Augen gerade für sie zunächst mal tabu – sind in den meisten Fällen ultrafexibel in der Hals-Widerrist-Partie. Bevor man auch nur mit Übertreten auf dem Kreisbogen anfängt, müssen die vor Dir stabil gemacht werden. Will heißen: Keine Seitengänge ohne wirklich korrekte Anlehnung, bei der das Pferd auch wirklich ans Gebiss tritt – ebenfalls eine ziemliche Herausforderung, viele Iberer haben die Neigung, sich hübsch hinzustellen, dabei aber hinter dem Gebiss zu bleiben.
Deshalb habe ich mit meinem heute 7jährigen auch erst vor ein paar Monaten mit SH angefangen (allerdings nach einer kurzen Phase im Schritt) ausschließlich im Trab, weil man nach meiner Auffassung SH nur wirklich nutzen kann, wenn dabei Schwung im Spiel ist, der im Schritt fehlt.
WAS jedoch für diese Pferde absolut richtig ist: Schenkelweichen mit wirklich korrektem Übertreten. Das macht sie vorn gerade und bringt sie an den äußeren Zügel.
Wenn ich mich in der iberischen Szene hier in Alemania so umschaue, sehe ich erschreckend wenig Pferde, die wirklich schwungvoll (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) über den Rücken gehen. Dafür sehe ich sehr viele Iberer, die bis zur Unkenntlichkeit verbogen irgendwelche Lektionen abspulen. Das ist wirklich extrem schade. Gerade für diesen Pferdetyp ist die SdA (immer mal vorausgesetzt, sie wird vernünftig angewandt) das beste, mir bekannte Ausbildungssystem. Weil es die Schwächen der Iberer ausgleicht und man später ohne Rückschritte auf ihre Stärken eingehen kann.
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