Hallo,
in letzter Zeit fällt mir immer mehr auf, dass es irgendwie nurnoch (oder fast ausschließlich) komische Pferdeleute gibt
1. Die reinen Freizeitreiter
Meinen das Rad neu erfunden zu haben mit Offenstallhaltung, gebissloser Zäumung und baumlosen Sätteln.
Lassen ihr Pferd meistens am langen Zügel durchs Gelände latschen und haben kein Problem mit einem zünftigen Galopp.
Gymnastizieren ihr Pferd nicht im Gelände, weil das Pferdchen soll sich frei entfalten können und weiß schon was es macht...
Tierarzt wird nicht gerufen bei "Kleinigkeiten" der Jägermeister wirkt bei vielen Dingen Wunder
2. Die Freizeitreiter mit Turnierambitionen
Reiten ihr Pferd vergleichsweise regelmäßig auf dem Platz oder in der Halle.
Holen alle Naselang den Osteopathen, weil der kleine sich mal wieder was ausgerenkt haben könnte - er läuft so schlecht.
Kommen nicht auf den Gedanken, dass das Pferd Probleme mit dem Reitstil hat.
Stopfen Zusatzfutter in die armen überfütterten Pferde, damit sie mehr Power bekommen.
Gehen 2x im Jahr aufs Turnier, kommen mit 5er Noten wieder und schieben dann alles auf die anderen Reiter und die bekloppten anderen Gäule und sowieso waren die Richter unfair
3. Die, die sich Turnierreiter nennen
Selten vertretene Spezies, aber man findet sie doch noch.
Trainieren ihr Pferd tagtäglich, stopfen futter ohne Ende in den armen Gaul, der nur ein paar Stunden mit Gamaschen und Glocken und Fliegendecke und Fliegenhaube auf die Weide darf wenn überhaupt.
Sind meistens zweimal am Tag im Stall zu finden und verdienen ihr Geld anscheinend nachts beim schlafen.
Osteopathen, Gurus usw. kommen regelmäßig und korrigieren die angerittenen Blockaden oder sonstiges
Dressurreiter: Meistens ziemlich arrogant, Hilfsbereitschaft meistens gleich null - gerade wenn es auf Turnieren um vergessenes Zubehör wie Gerten, Kopfnummer oder sonstiges geht. Schabracken und Trensen mit Strasssteinen sind total in
Springreiter: Meistens ziemlich Kollegial und ein bisschen bescheuert. Immer nach der devise: Der schnellere gewinnt und "Mein Alkoholverein hat ein Reitproblem"
4. Die Westernreiter
Ziehen sich eine alte Jeans an mit labberigen Fransen Chaps. Dazu ein kariertes Baumwollhemd, gekrönt von einem uralten zerschlissenen Cowboyhut.
Werfen einen Westernsattel auf ihre Pferde drauf und meinen sie wären die tollsten, weil sie mit sich einen Strick ums Sattelhorn hängen.
Galoppieren wie die verrückten durch die Halle und bringen ihren Pferden Stops bei indem sie sie vor die Bande rennen lassen.
Tun immer auf total gechillt und haben 30cm lange Sporen an den Füßen hängen
5. Die Barockreiter
(Seit der Pferd-Rhein-Ruhr habe ich leider eine kleine Abneigung gegen sie...)
Fühlen sich in ihren Samtkleidern total toll und jedem überlegen. Der Pudel (auch Friese genannt) der unterm Sattel geht glänzt meist vor Fellglanzmittel.
Ganz beliebt sind zirzensische Lektionen, die meistens nur minder klappen.
Oftmals sind die Reiter Mitte 40 und meinen die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, denn sie lassen keine andere Meinung zu
Was meint ihr dazu?
Wie seht ihr das?
Verkommt der Reitsport in unwissenden oder snobistischen Menschen?
Gibt es wirklich nurnoch dieses Schwarz/Weiße Bild?