@sam2:
Wir machen eigentlich nicht soviel anders nur, dass ich eine höhere Hand habe und eine breite Zügelführung. Also keine Beizäumung und von hinten treiben, sondern mit so wenig und feinen Hilfen wie nur möglich auskommen.
Damit suche ich den Kontakt vorsichtig zum Pferdemaul, der Druck geht nicht auf die Zunge, sondern auf die Mundwinkel, das Pferd beginnt plötzlich die Lade zu öffnen und sich zu mobilisieren. Das allein ist ein langer Prozess, lohnt sich aber. Ich habe sehr lange gebraucht um allein diesen Kontakt erstmal zu finden.
Beim Reiten selber dirigiere ich mein Pferd über mein Gewicht, treibe aber nicht mit den Schenkeln und halte nicht vorne fest oder reite mit tiefer Hand. Seltsamerweise brauche ich auch gar nicht zu treiben, mein Pferd geht auch von selbst, ich beschäftige sie mit Volten und Achten, das Abwenden geschieht über eine leichte Drehung der Hüfte, minimalen Schenkelkontakt und einer inneren, steigenden Hand, die leicht vibriert (mit dem Schenkel zusammen). Das Pferd beginnt nach einer Weile von selbst nachzugeben, macht es dies, belohne ich es mit langen Zügeln und einem Stimmenlob. Das Nachgeben meines Pferdes bedeutet, dass sie nicht wünderschön "am Zügel geht", sondern das Gewicht mit der Hinterhand aufnimmt und an das Gebiss herantritt, den Kontakt auch hält, aber durchaus mal vor der "Senkrechten" geht. Ich bin damit schon so unendlich zufrieden, weil es vor drei Monaten einfach sehr schwer war überhaupt noch Kontakt aufzunehmen.
Ich hoffe ich konnte überhaupt irgendwas deutlich machen. Gestern wollte sich jemand für eine
RB vorstellen und beim probereiten konnte ich gar nicht richtig erklären wie das Konzept jetzt funktioniert *schäm*. Ich mach das auch noch nicht so lange, bin aber überzeugt davon. Das Buch von Philippe Karl "Irrwege des modernen Dressurreitens" hat mir dabei übrigens sehr geholfen, weil ich dort noch mal mit Bildern erklärt bekam, was ich eigentlich machen sollte, wenn ich den Unterricht bereits wieder längst vergessen hatte.
Zu deinem Problem: gute Frage...