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Voltigieren / Therapeutisches Reiten Voltigieren als Einsteig ins Reiterleben? Wie kann man auf Voltiturnieren starten? Was passiert beim therapeutischen Reiten? Wie wird ein Pferd zum Therapiepferd? Hier gibt es Fragen und Antworten rund ums Voltigieren und therapeutische Reiten!

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Umfrageergebnis anzeigen: Voltitraining mit Helm oder ohne?
Mit Helm 48 25,95%
Ohne Helm 90 48,65%
Anfänger mit, Fortgeschrittene ohne Helm 47 25,41%
Teilnehmer: 185. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen

Antwort
Alt 08.09.2011, 11:31   Voltigieren mit Helm? Beitrag #49
Frekja
Jährling
 
Benutzerbild von Frekja
 
Registriert seit: 29.06.2005
Ich glaube, die meisten, die hier posten haben etwas "verquere" Vorstellungen vom Voltigieren.
Ich bin seit 20 Jahren Voltigierausbilder und reite noch viel länger. Und ich gehöre auch zu den Leuten, die immer mit Helm unterwegs sind, egal ob beim Reiten, Radfahren, Skaten oder auf Skiern. Aber beim Voltigieren trage weder ich einen Helm noch erlaube ich das den Voltigierern. Auch dann nicht, wenn ich ein unerfahrenes/junges Pferd das erste Mal ausprobiere. 1. ich probiere nur Pferde aus, die ich mir vorher genau angesehen habe und auch geritten bin. 2. wenn ich ein Pferd ausprobiere oder ausbilde, interessiert es niemanden, ob meine Beine gestreckt sind oder ob ich mich bei den Übungen nun festhalte oder nicht. Somit habe ich immer die Möglichkeit, mich ganz darauf zu konzentrieren auch bei einem gelegentlichen Buckler o.ä. oben zu bleiben. Und warum dieser Unterschied? Ich bin nicht der Meinung, dass die Aussagen: das war schon immer so, der Helm ist so unbequem, diese Übungen kann man mit Helm nicht turnen ausreichend sind. Natürlich spielen diese Argumente eine Rolle, aber es sind für mich nicht die entscheidenden. Auch Rad- und Skifahrer haben sich lange gegen ein generelles Helm tragen gewehrt mit den oben genannten Argumenten, aber gerade bei diesen Sportarten ist es häufig zu schweren, wenn nicht gar tödlichen Kopfverletzungen gekommen. Aber warum muss es nun bei diesen Sportarten (genau wie beim reiten) nun ein Helm sein?
Bei allen Posts, die ich hier gelesen habe und bei denen den Reitern beim Sturz etwas passiert ist, endeten an einem Baum, der Bande oder auf einem großen Stein. Genau diese Hindernisse hat man beim Voltigieren nicht, bzw. der Ausbilder hat dafür zu sorgen, dass es sie nicht gibt.
Wie passieren denn schwere (Reit-)unfälle mit Kopfverletzungen?
Meistens dann, wenn das Pferd unkontrolliert losrennt und der Reiter/Sportler mit einem harten Gegenstand (Bande, Bäume. Hindernisständer, Steine bzw. Bordsteinkanten Asphalt usw.) zusammenprallt. "Einfache" Stürze, bei denen der Reiter lediglich im Sand landet, verlaufen doch zumeist harmlos (von Verletzungen an Armen und Beinen jetzt mal abgesehen, bei denen ein Helm ja eh nicht helfen würde).
Ein Helm schützt nur den Kopf bei Stürzen gegen harte Gegenstände. Daher wird er auch bei allen Sportarten, bei denen die Sportler zwar den Boden verlassen, aber sich doch in mehr oder weniger geschütztem Umfeld (Turnen, Akrobatik, Rock´n´Roll, Eislaufen) aufhalten auf einen Helm verzichtet.
Und da haben wir die Parallele zum Voltigieren:
Das Pferd (selbstverständlich gut ausgebildet, "voltigiererprobt", usw.) läuft auf einem ordentlichen Platz oder in der Halle mit genügend Sicherheitsabstand zu Bande oder Zaun. Steine und Bäume gibt es dort auch nicht. Also fallen diese Verletzungsgefahren schon mal weg. Fällt ein Voltigierer jetzt trotzdem einmal, landet er in der Regel ganz einfach im Sand, größter Schwachpunkt dabei: die Bänder in Knie- und Fußgelenken.. Helm nutzlos.
Im Gegensatz zu vielen (jungen) Reitern, die einfach alleine und ohne Anleitung durch die Gegend düsen ohne jedes Gefahrenbewusstsein, sind Voltigieranfänger immer "unter Aufsicht", schließlich braucht man zum Voltigieren einen Longenführer. Und dieser trägt die Verantwortung, dass die Voltigierer nur Übungen turnen, denen sie körperlich und auch geistig gewachsen sind.
Werden neue und/oder schwierige Übungen die ersten Male ausprobiert, wird immer auf eine Hilfestellung geachtet, im Zweifelsfall auch innen und außen und wenn nötig auch vom Pferd aus.
Turnen mehrere Voltis zusammen, werden die Übungen erst einmal intensiv auf dem Holzpferd geübt, bis alle Handgriffe blind funktionieren. Bei allen Übungen mit jungen/kleinen Obermännern ist es die Aufgabe der (erfahrenen) Untermänner/frauen diese erst sicher zu Boden zu bringen, bevor sie sich selbst „retten“ dürfen. Meist sitzt dabei noch ein Voltigierer auf dem Hals/Rücken und kann den Untermann auch noch zusätzlich sichern und sicher zu Boden bringen.
Turne ich alleine, weiß ich eigentlich immer, wo mein Gurt ist, an dem ich mich zur Not festhalten kann bzw. der mir die Möglichkeit gibt, dass ich mich so positioniere, dass mein Füße zuerst am Boden aufkommen.
Ich denke, den meisten Nicht-Voltigierern ist nicht bewusst, wie groß diese Griffe tatsächlich sind und wie gut man sie im Notfall auch greifen kann, ganz im Gegenteil zu den Maria-Hilf-riemen oder der Sattelkammer. Vielleicht kann ich den Unterschied an folgendem Beispiel verdeutlichen.
Die Griffe der heutigen (guten) Gurte entsprechen in einem Geländer an der Treppe, groß, stabil, unbeweglich und im Notfall leicht zu greifen. Den Maria-Hilf-Riemen kann man sich jetzt als kleines Bändchen an der Wand vorstellen und die Kammer des Sattels als kleine Kuhlen in der Wand. Beides bietet im Notfall wohl kaum den gleichen Halt wie das Geländer.
Warum gibt es jetzt aber so viele Leute, die Voltigieren nur mit Helm anbieten?
Meine Antwort: weil man so versucht der Verantwortung als kompetenter Ausbilder zu entgehen oder einfach aus Unwissenheit.
Leider sieht man häufig, wie ein braves, gerne mal auch schon (zu) altes/plattes Pferd (kommt leider wirklich häufiger vor) mit einem Billig-Gurt aus dem Versandhandel oder dem großen Auktionshaus mit den 4 Buchstaben auf einer simplen Schabracke, auf einem Mini Zirkel im Kreis laufen gelassen wird und die Kinder mit (meistens auch noch schlecht sitzenden) Helmen und festen Schuhen auf dem armen Pferd „turnen“ und das viel zu oft ohne Rücksicht auf das Pferd. Das hat dann nichts mit Voltigieren zu tun, sondern ist einfach nur grausam. Der Helm soll die „Ausbilder“ dabei nur in Sicherheit wiegen, damit man im Falle eines Unfalls immer sagen kann: „aber er hat doch einen Helm getragen“. Dass es bei einer korrekten Ausbildung von Voltigierern und Pferd und mit einer vernünftigen (!!!) Ausrüstung deutlich seltener zu Unfällen und Verletzungen kommt, ist vielen gar nicht bewusst und wäre viel wichtiger als immer nur zu sagen: Es geht nur mit Helm!


mini Voltis ohne Helm
Voltigieren ohne Helm
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Folgende 3 Benutzer finden den Beitrag von Frekja hilfreich:
BlueWonder, Javaria1991, mr.birdie1956
Alt 08.09.2011, 12:28   Voltigieren mit Helm? Beitrag #50
clofoefe
Jährling
 
Registriert seit: 23.03.2007
Ort: erlangen 91056
Frekja : ich finde, dass hast du sehr gut erklärt!
Eins möchte ich noch sagen : der Voltigierer muss ja nur an sich denken, bzw. an seine Mitvoltigierer, muss aber nicht auch noch das Pferd beruhigen, lenken, an die Hindernisse und andere Pferde/Reiter denken...Verliert der Voltigierer das Gleichgewicht, und sei es weil das Pferd buckelt oder durchgeht, was selten passiert, muss er ja sich nur auf sich selbst konzentrieren, was ja weniger gefährlich ist als beim Reiten.
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Alt 08.09.2011, 23:31   Voltigieren mit Helm? Beitrag #51
tinkyw
Absetzer
 
Benutzerbild von tinkyw
 
Registriert seit: 17.07.2006
Ort: Niedersachsen
ich finde, dass frejka das sehr passend und gut erklärt hat.
genauso sehe ich das auch und vertrete das vor den eltern meiner voltis!
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Alt 26.09.2011, 16:25   Voltigieren mit Helm? Beitrag #52
Doro :)
Fohlen
 
Registriert seit: 26.09.2011
Ort: Freiburg
Wir voltigieren auch nie mit Helm, der behindert einen nur bei den Übungen....
Wie will man denn Rolle rückwärts und vorwärts mit Helm machen und auch bei den Hebefiguren ist der einfach nur unpraktisch....
Der Unterschied zwischen reiten und Volti ist meiner ansicht nach dass man beim Volti ja nicht selbst das Pferd "lenken" muss und man mit dem Voltigurt auch bessere Möglichkeiten hat sich abzurollen oder abzufangen bzw. festzuhalten!
Außerdem werden abrolltechniken und so weiter auch eher im Volti als beim reiten trainiert...

Noch mal etwas Grober obwohl die Erklärung oben genial ist

Grüßle!
Doro
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Alt 26.09.2011, 19:05   Voltigieren mit Helm? Beitrag #53
Juka
Gnadenbrotpferd
 
Registriert seit: 08.06.2010
kein helm beim volti, warum:
pferd wird von einer (hoffentlich) erfahrenen person an der longe kontroliert.
pferd ist speziel unerschrocken und ausgebildet.
zwei griffe zum schnellen festhalten. übungen zum absprung, abrollen.
generel wird so longiert das die reitplatzbegrenzung bzw. die hallenwand genug abstand hat.
der boden ist relative weich ohne steine ect.

die gefahr, beim sturz mit den riemen von helm hängen zu bleiben ist auch nicht zu unterschätzen.

siehe radhelme bei kindern...die dürfen auch nicht auf klettergerüsten beim rumturnen getragen werden. und so ein klettergerüst ist höher als ein pferd und der boden darunter härter als der hallenboden
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Alt 26.09.2011, 19:57   Voltigieren mit Helm? Beitrag #54
szelli
Fohlen
 
Registriert seit: 31.05.2011
Ort: Graz
Böse

Ich muss jetzt auch noch meinen senf dazugeben! Frekja hat das alles super zusammengefasst aber ich hab noch ein paar argumente gegen den helm(nur beim volti beim reiten hab ich immer einen auf!).Ich voltigiere seit 4 jahren und mich hat zuerst total veblüfft das es voltis gibt die mit helm turnen!dann hab ich die argumente von z.b. claustim (ist nicht böse gemeint bist nur ein gutes beispiel zum abreagieren!) gelesen und mir ist fast schlecht geworden!Der hat offensichtlich keine ahnung davon was voltigiren ist denn wer sich auch nur ein bisschen auskennt müsste verstehen das voltigieren mit helm eig. unmöglich ist! Die argumente von sahniebaerchen wisch ich schnell mal vom tisch.z.b. an die bande knallen das is doch wohl nicht dein ernst das ein voltipferd so nahe an der bande geht das ein volti eine reelle chance hat an die bande zu knallen! -Anfänger macht einen Grundsitz, Pferd erschrickt, rennt schnell los, kind fliegt im großen Bogen runter
halt ich auch für unwarscheinlich ein ordentliches voltipferd sollte 1. nicht so leicht erschrecken und schon garnicht einfach losrennen!!! und 2.wenn irgendetwas passiert (pferd muss nicht mal hüpfen kann ja auch sein das ein anfänger ins rutschen kommt) SOFORT und damit meine ich in sekundenschnelle zum stehen gebracht werden können!Unsre rammt auf "hoo-steh" aus dem galopp die beine in den boden als würde plötzlich ein LKW vor ihr stehn!!! Hängenbleiben oder verhaken mit der reitkappe ist auch nicht ungefärlich und wie soll man damit turnen?! zum thema runterfallen soll nur gesagt sein das voltis deutlich "besser fallen"(wirkt sich auch beim reiten aufs runterfallen aus) können ! falls man von fallen sprechen kann!Ich bin in meinen 4 jahren als volti noch nie gefallen höchstens mal runtergesprungen beim reiten bin ich bevor ich angefangen habe zu voltigieren einmal schlimm gestürzt gott sei dank htte ich eine schutweste an sonst hätt ich mir ein paat wirbel gebrochen.so war "nur" ein aussenband am knöchel durch seit ich voltigiere bin ich auch ein paar mal unfreiwillig abgestiegen aber das war dann einfach ein kleiner sprung und nicht mehr ! Heißt natürlich nicht das man als volti vor stürzen sicher ist soll bloß als beispiel dienen das man einfach viel sicherer ist da man sowiso immer "irgendwie" runtergeht! So jetzt muss claustim nochmal als beispiel herhalten und zwar wegen den balett schühchen! solln wir mit sicherheitsschuhen auf unseren pferdchen rumturnen? das ist garantiert tierquälerei stell dir mal vor jemand trampelt dir mit reitstiefeln im kreuz herum!sicherheitsschuhe sind da garantiert nicht besser!
So jetzt hab ich mich einigermaßen abreagiert entschuldigung an alle zu denen ich nicht so nett war ,war nicht persönlich gemeint ich war nur grad auf hundertachzig sonst bin ich nicht so bösartig!
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