Ich hatte mich die ganze Zeit recht bewusst aus der Zuchtdiskussion rausgehalten, da sie erstens nichts mit dem Thema zu tun hat und zweitens es auch schon 101x diskutiert wurde...
@Maya
Für mich ist Zucht eine Wissenschaft. Schaut man sich die Fohlen auf den großen Ranches in
USA an, wird man recht schnell feststellen, dass auch ein guter Züchter einiges an "Ausschuß" produziert, da eben nicht immer genau das herauskommt, was man denkt. Es gibt Hengste und Stuten, die immer das gleiche vererben. Das sind in meinen Augen gute Zuchttiere. Da weiß man, was man bekommt. Und dann gibt es Pferde,die selbst mit der gleichen Anpaarung mal so ein Fohlen bekommen und mal so eins. Eine Freundin von uns ist Breeding Managerin bei einer großen Ranch in USA. Die macht 365 Tage im Jahr nichts anderes, wie sich mit der Zucht zu beschäftigen. Und selbst die sagt, dass es teilweise schwierig ist. Woher soll also der Pferdebesitzer, der mal eben seine Stute hinterm Haus decken lässt, diese Erfahrungswerte nehmen, die große Zuchtbetriebe haben? Selbst wenn er sich eine Weile mit der Sache beschäftigt, er muss ganz genau wissen, welche Pferde im Stammbaum produzieren welche Fohlen usw. Nehmen wir mal Custom Pistol. Der Custom Chrome Sohn ist kleiner als sein Halbbruder und produziert nur große Fohlen! Während Custom Legend eher kleinere Fohlen bringt. Sowas muss man wissen und nicht einfach denken: Kleiner Hengst, kleine Stute, muss auch ein kleines Fohlen dabei rauskommen. Auch bei großen Züchtern gibt es Fohlen, die nicht so sind, wie sie sein sollten, weil es z.b. das erste Fohlen von Stute X ist und man nicht wusste wie sie vererbt. Die Stute wird dann in der Regel wieder aus der Zucht genommen. Ebenso gibt es Hengste, die selbst spitzenklasse sind und absolut keine guten Fohlen machen. Vor Jahren gabs hier mal einen Hengst. Für viel Geld aus USA importiert, hochpromotet, der Überflieger schlechthin. Nachdem der erste Fohlenjahrgang da war wurde es schlagartig still um ihn. Er brachte einfach keine guten Fohlen. Hatte keiner mit gerechnet. Das Pferd hatte ein Toppapier und war selbst erfolgreich geshowt worden.
Sofern man also keine Stute zuhause hat, bei der man weiß was sie für Fohlen bringt, ist das erste Fohlen immer auch etwas ein Glücksspiel - gerade für den Laien und das ist meinen Augen jeder, der sich nicht beruflich mit Zucht beschäftigt oder schon über viele Jahre erfolgreich Pferde züchtet. Ein Laie hat die Erfahrungswerte nicht und die kann man sich auch nicht in einem halben Jahr anlesen. Man muss sich wirklich intensiv damit auseinander setzen und wer macht das schon, der eigentlich nur einmal ein Fohlen aus seiner Stute ziehen will...