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Alt 06.02.2012, 22:11   Wie reagieren, wenn ein Jockey direkte Anweisungen missachtet? Beitrag #1
fintan
Klepper
 
Benutzerbild von fintan
 
Registriert seit: 19.08.2008
Ort: nahe dem Curragh
OK, ich weiß hier sind auch Jockey`s und die Frage ist auch nicht generell gegen Jockey`s.

Also ich mag die meisten.

Aber im Augenblick habe ich häufiger das Glück Jockey`s zu bekommen die jegliche Anweisungen missachten.

Kleine unterernährte Götter bei denen der drohende Hungertod offenbar schon das Hirn aufgezehrt hat. Homer Simson der alles besser weiß aber offenbar so clever ist, das es kein anderer versteht.

Gestern wieder so ein Vollpfosten.

Ich sage das Pferd muss nicht um jeden Preis vorne laufen, er soll nur abfragen was freiwillig kommt.
Das Pferd wird gerade aufgebaut Und war übrigens vor 2 Wochen 2.ter.

Aber es hat eine Historie und ich will nicht das Ihm die Lust an der Arbeit versaut wird.

Was macht dieser "Jockey"? Er schafft dermassen auf dem Pferd und bringt es aus dem Takt, versucht es dann wieder durch unangemessene Einwirkung zu motivieren und landet logischerweise auf dem letzten Platz.

Eine zusätzliche Anweisung war zudem, wenn er nicht läuft (wobei er anfänglich gut gelaufen ist) dann zieh Ihn raus.

Ich brauche keinen unnötigen Verschleiss und keine dummen Risiken.

Jetzt sind die Jockey`s hier sehr "clany" also eine eingeschworene Sippe. Legt man sich mit einem an, so legt man sich mit Vielen an und das wiederum hat Auswirkungen auf künftige Starts.

Aber dieser Vollpfosten gestern ritt nicht nur völlig unfähig, er ritt auch mehr als unangemessen grob.

Was macht man in Deutschland in einem solchen Fall?
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Alt 06.02.2012, 22:20   Wie reagieren, wenn ein Jockey direkte Anweisungen missachtet? Beitrag #2
recall
Galopperoma
 
Registriert seit: 08.03.2007
Blog-Einträge: 13
Zitat:
Zitat von fintan Beitrag anzeigen
Was macht man in Deutschland in einem solchen Fall?
Naja; am simpelsten: denjenigen nicht mehr drauf setzen!
Es stimmt schon... wenn Du einen Reiter (auch zu recht) rund wie einen Buslenker machst, forderst Du eine gewisse Solidarität heraus.

Auch auf Jockeys trifft zu, was gesamtgesellschaftlich zu beobachten ist... sie werden immer blöder.
Also versucht man sich diejenigen heraus zu picken, mit denen man "kann" oder halbwegs auf eine Wellenlänge schwimmt.

Was das Nichtbeachten der Reitorder angeht... da stehst du auch in Deutschland auf verlorenem Posten.
Nur bei äusserst auffälligen Fällen von "Nichtwahrnehmung der Gewinnchancen" kommst Du da (eventuell) zu Potte.
Schädigung des Ansehens des Rennsportes geht auch noch, aber auch da muss es recht heftig sein.

Also... vom Mund abwischen und nicht so doll ärgern (oder es zumindest versuchen).
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Alt 06.02.2012, 22:54   Wie reagieren, wenn ein Jockey direkte Anweisungen missachtet? Beitrag #3
Chillon
Rennsemmel
 
Benutzerbild von Chillon
 
Registriert seit: 15.04.2006
Zitat:
Zitat von fintan Beitrag anzeigen
Was macht man in Deutschland in einem solchen Fall?
Nieniemalsnicht mehr draufsetzen. Auf KEIN Pferd, auf dem man die Hand hat. Und das auch so sagen. Vorher tief durchatmen und langsam bis zehn zählen. Mehr kann man (leider) nicht tun. Und abends in die Kneipe gehen und sich stilvoll besaufen...

Meinen Alten haben wir damals nach einer Fesselbeinfissur und der entsprechenden Pause sauber wieder aufgebaut. Er sollte dann ein, zwei Rennen auf Sand laufen (kannte er noch nicht) zum Konditionsaufbau und dann auf Gras direkt los. Das erste Rennen auf Sand ("Probeballon") war ein kopfstarkes Altersgewichtsrennen gegen sehr gute Pferde, wo wir realistisch gesehen keine Chance hätten haben dürfen... Order war mitlaufen und gucken was geht. Er sprang gut ab aber verlor zunächst den Anschluß, kam aber im Laufe des Rennens zumindest wieder ran. Als der Jockey ihn in der Geraden ein, zwei mal aufforderte, konnte er noch ein Schippchen drauflegen und lief noch locker auf den 4. und das war eine verdammt gute Form, mit der so keiner gerechnet hätte und mit der er uns zeigte, dass er auf Sand zurechtkommt.

14 Tage später nannten wir ihn in einem günstig ausgeschriebenen und unterdurchschnittlich besetzten Handicap unter Grundgewicht auf bevorzugt weiter Distanz und rechneten uns schon was aus, zumal er dazwischen wirklich gut gearbeitet hatte. Wir brauchten einen Jockey, der das niedrige Gewicht reiten konnte und dieser kannte das Pferd nicht. Der Trainer und ich haben ihm vorgebetet, dass das Pferd als Speedpferd unter allen Umständen auf Warten geritten werden muss, OBWOHL er gut abspringt (verhaften und verstecken) und dass er zwischen den Pferden nicht galoppiert, besonders, wenn es eng ist (im Finish war das komischerweise nie ein Problem, nur unterwegs).

Der Rennverlauf gestaltete sich folgendermaßen (ich rege mich heute noch auf, wenn ich dran denke, obwohl das ein paar Jahre her ist, das Pferd ist jetzt 24): Sie sprangen ab, meiner war vorne mit dabei und der Jockey lässt ihn seelenruhig mit zwei anderen Pferden rechts und links da vorne mitbrettern, ohne auch nur irgendeinen Versuch zu machen, da ordergemäß was zu ändern - was im übrigen nicht schwierig gewesen wäre, da er kein Puller war. Anfang der Geraden nahmen die beiden Jungs rechts und links ihn mal etwas enger, und er schmiß (erwartungsgemäß) den Anker (später stellte sich raus, dass er dabei auch noch angaloppiert wurde) und nix ging mehr.

Die "Erklärung" des Jockeys war, das Pferd wäre sooo gut abgesprungen, er hätte diesen "Vorteil" nicht verschenken wollen *arghhhhhh*. Ich hätte ihm ins Gesicht springen können, wenn ich nicht das Pferd am Strick gehabt hätte. Der Trainer hat ihm zwar nachher das Wort zum Sonntag noch gelesen, geändert hat es aber nix. Und nein, das war kein Nachwuchsmann oder Lehrling, das war ein erfahrener, älterer Leichtgewichtsjockey, der sogar einmal das Derby gewonnen hatte!!!

Das Pferd hatte aufgrund der Verletzung durch das Angaloppieren danach wieder eine mehrmonatige Pause
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Alt 07.02.2012, 00:23   Wie reagieren, wenn ein Jockey direkte Anweisungen missachtet? Beitrag #4
fintan
Klepper
 
Benutzerbild von fintan
 Threadersteller 
 
Registriert seit: 19.08.2008
Ort: nahe dem Curragh
@ Recall

Das mit dem vom Mund abwischen ist so ein Ding. Da schlagen 2 Herzen in meiner Brust. Sieg oder Platz ist schön, aber nicht so wichtig.
Aber irgendwie bin ich auch der Anwalt des Pferdes, auch wenn ich im Rennsport aktiv bin, ....Horse first ..... und da kann ich zum Mörder werden.

So Idioten können einem den Spaß am Sport verderben.

Die eine Stute die ich weiter unten in einem Fred beschrieben hatte und die ich eigentlich in der Zucht einsetzen will, sie will noch gar nicht aufhören.

Wir haben sie letzte Woche in einem Bumper (Flat über Hurdles) über 2 Meilen eingesetzt, sie war erste und rannte am nächsten Tag wieder buckelnd über die Koppel.
Da geht einem das Herz auf und gleichzeitig denke ich was wenn sie auch so einen Kasperpiloten bekommt?

Freeny, der von gestern hatte in der Vergangenheit Knochenbrüche am Kopf, man munkelt es wäre ein Stallunfall gewesen (kann es nicht nachvollziehen).
Vor 2 Wochen survend über die 3 Meilen P2P zweiter, zwei Tage danach wieder top fit.

Und gestern?

Nun der Jockey kommt mit Sicherheit nicht mehr auf eines unserer Pferde. Und ich denke ich werde Ihm auch ein paar andere Rennen versauen.

Ich habs heute mit einem alten "Vormann" von Prendergast gehabt, er meint auch das man in der Zukunft besser Affen reiten läßt, da kommt mehr bei raus. Auch er beklagt heute mangelndes Einfühlungsvermögen und eine grundtiefe Ignoranz bei den Jockey`s.


Eventuell haben wir hier noch mit den Überresten aus der Boom Zeit zu kämpfen, die Zeit also in der es hier so viele Pferde gab das man alles was das Gewicht hatte aufs Pferd setzen musste.

@ Chillon

Dann brauche ich dir über die Wut nichts zu erzählen. Ich finde es nur bedauerlich das man A dem Tier gegenüber so ignorant sein kann und das obwohl das Tier der eigentliche Arbeitgeber ist.

Und B finde ich es zum ****** das so ein Hanswurst mit einem Ritt von 7 Minuten völlig losgelöst von Sinn und Verstand die Arbeit von Monaten ohne Konsequenzen kaputt machen kann.
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Alt 07.02.2012, 08:52   Wie reagieren, wenn ein Jockey direkte Anweisungen missachtet? Beitrag #5
claustim
Gesperrt
 
Registriert seit: 27.04.2010


Ich weiß gar nicht, worüber Du Dich aufregst!
Das ist doch ein Phänomen, was wir im "normalen" Reitsport seit Jahrzehnten beobachten.

Wesentliche Voraussetzung zum Berufsreiter:

Männlich, 18 Jahre alt, Führerschen!
Schulabschluß?
Eher hinderlich!


So, nun Spaß beiseite!

Auch ein Jockey ist ein Berufsreiter.
Das heißt, er wird für seine "Leistung" bezahlt.
Das heißt aber auch, daß er sich an Anweisungen zu halten hat.
Gegen direkte Anweisungen zu verstoßen, geht gar nicht.

Vielleicht ist es dieser "Fachkraft" noch gar nicht aufgefallen, aber er ist auf die Pferdebesitzer angewiesen. Was natürlich auch umgekehrt gilt.
Es geht also nur im gegenseitigen Einvernehmen.

Du sagst, daß die Jockeys sehr gut organisiert seien.
Dann werden diese sich auch in einer Art "Organisation" zusammen geschlossen haben. Eine solche Organisation hat sicherlich einen Sprecher.
Mit diesem sollte man sich einmal zusammen setzen.
Ganz in Ruhe.
Aber erst dann, wenn die erste (und auch die zweite) Wut verflogen ist.

Vielleicht war es ja auch nur ein Kommunikationsproblem.
Vielleicht sind Deine Anweisungen nicht klar verständlich bei dem Berufsreiter angekommen.
Oft ist es notwendig, mit solch einer "Fachkraft" zu reden, wie mit einem Kleinkind!
Grund?
Mangelnde Intelligenz (s.o.)!

Also-
Klar beschreiben, was gemacht werden soll!
Klar beschreiben, warum das so und nicht anders gemacht werden soll.

Und-
Ganz wichtig!
Die Anweisung wie folgt zu beenden:
"Haben Sie das verstanden?"
"Wiederholen Sie!"

Bringt das alles nichts, hilft es nur noch, sich als Pferdebesitzer genossenschaftlich zu organisieren.
Eine solche Organisation hat dann auch genügend Gewicht, um bei der Ausbildung von Nachwuchs- Jockeys mitzureden.
Eine solche Organisation hat dann auch die Möglichkeit, gegen einzelne Jockeys vorzugehen.
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Alt 07.02.2012, 09:46   Wie reagieren, wenn ein Jockey direkte Anweisungen missachtet? Beitrag #6
recall
Galopperoma
 
Registriert seit: 08.03.2007
Blog-Einträge: 13
@fintan

Natürlich kann man schwerlich seinen Ärger abstellen oder unterdrücken und allumfassend "Mundabwischen" wird sowieso erst klappen, wenn die Wut verraucht ist.
Wenn man gar nicht damit umgehen kann, sollte man das mit dem Rennsport wahrscheinlich lassen... auch gut gesagt.
Die Anzahl der aktiven Rennreiter nimmt immer mehr ab, allein schon aus grössen- und gewichtstechnischen Gründen.
Früher hat sich das praktisch von alleine geregelt; da sind zahlreiche Lizensierte trotzdem nur in der Arbeit geritten oder alle Jubeljahre mal auf einer B-Bahn.
Heute musst du wohl oder übel aus dem vorhandenen Angebot die Rosinen raussuchen... und die suchen sich wiederum die besten Ritte aus und du bist mitunter Neese.
Mit den Jockeys ist es ein bisschen wie mit den Ärzten. Sie sind Konkurrenten, aber im Zweifelsfalle halten sie zusammen.
Ich finde es ja manchmal gar nicht so verkehrt, auf Nachwuchsleute, die lernwillig und motiviert sind, zurück zu greifen.
Natürlich heben sich da oft die Bemühungen, alles richtig zu machen und die Unerfahrenheit b.z.w. das (noch) nicht vorhandene Können auf.
Aber man spart sich u.U. eine gewisse Galligkeit, weil man sich verar... vorkommt.
Und auch wenn es wenig tröstet:
Eigentlich ist das Problem so alt wie der Rennsport selbst.
Früher sind viele Aktive für eigene Wettinteressen geritten (oder haben im Rennen zumindest so getan); diese angesagten Rennen sind seit der Einführung der Videotechnik doch deutlich weniger geworden.
Und dann noch:
Manchmal tun sie mir auch leid... da bekommen zehn Reiter in einem Zwölferfeld die Order gut abzuspringen und sich dann einen schönen Platz an zweiter, dritter Stelle zu suchen....
Also werden mindestens acht was falsch machen...
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