Guten Morgen allerseits,
habe mich eben frisch angemeldet, nachdem ich die ganze Nacht hindurch hier im Forum gelesen habe und dachte, ich frage hier mal nach Meinungen zu meinem Plan/Problem.
Ich möchte 2011 wieder mit dem Reiten beginnen, habe davon aber recht genaue Vorstellungen. Ich beginne mal mit meinen Reiterfahrungen (bin aktuell 32 Jahre alt):
Wie wohl die meisten Mädchen war ich als Kind unheimlich in Ponys/Pferde vernarrt. Angefangen hat es mit so Ponyhöfen, wo man Ponys mieten konnte, das die Eltern dann eine halbe Stunde oder so im Schritt durch die Gegend führten.
Mit 8 Jahren (das war 1985) haben meine Eltern mich dann endlich in einem Reitverein angemeldet, in dem ich ca. 2,5 Jahre Mitglied war und im Schnitt einmal pro Woche reiten durfte. Danach haben meine Eltern mich abgemeldet, weil ich den Reitstall wechseln wollte, der andere ihnen aber zu teuer war. Klingt und war recht schräg, ist aber eine zu lange Geschichte und an der Stelle auch nicht so spannend, denke ich.
Warum ich wechseln wollte, hängt mit meiner Ursprungsfrage recht dicht zusammen, weil es eben um meine Erfahrungen und mein Erleben damals ging.
Die Stunden (ich war immer in den Anfängerstunden) verliefen immer gleich: Zahlen, Pferd zugeteilt bekommen, zu den Schulpferdeboxen gehen, von unfreundlicher Pflegerin das Pferd gezäumt und gesattelt bekommen, in die Halle führen, aufsitzen und mit ca. 10 anderen Schulpferden nach Kommando in der Halle reiten. Der Ton war ziemlich feldwebelig, so dass "Kommando" es schon sehr gut trifft. Es gab dann immer so Anweisungen wie "Hacken runter", "Gerte nehmen", "Zügel kürzer" usw. Die Pferde reagierten fast allesamt auf die Stimme der Reitlehrerin, selbst musste und konnte man auf Gangart und Co. praktisch nicht einwirken. Einzelunterricht gab es nicht, spätestens ab der 3. Stunde musste man mitgaloppieren, von Hilfen (abgesehen von Waden, Füßen, Zügeln) war da nie die Rede.
Am Ende Pferd rausführen, an der Box bei der Pflegerin abliefern, fertig.
Ich hab das Ganze zudem als sehr schickimicki empfunden. Oft bekam ich die schlechte Laune der Pflegerin ab ("Toll, der ist erst vor einer Stunde draußen gewesen und jetzt muss er sich wieder eine Stunde lang so ein unfähiges Ding gefallen lassen - Hauptsache, es kommt Geld in die Kasse" ... da konnte ich doch nichts dazu!) und oft standen eben jene Pflegerinnen während der Stunde an der Bande und kommentierten die - aus ihrer Sicht eigentlich nie vorhandene - Eignung der ReiterInnen, was ähnlich negativ war.
Nachdem dann auch noch eine hohe Fluktuation bei den Schulpferden einsetzte nach ca. 1-1,5 Jahren, verlor ich gänzlich die Lust am Reiten dort.
Bei einem anderen Stall, zu dem ich wechseln wollte, war ich zum Tag der Offenen Tür und hatte auf Anhieb einen positiveren Eindruck, aber der war halt auch weiter weg und eben auch einige Mark teurer je Stunde.
Also habe ich zukünftig nach Möglichkeit im Urlaub an Ausritten teilgenommen, Center Parcs, Tunesien und so ... einfach, um hin und wieder auf einem Pferd zu sitzen ...
1996/97 hatte ich einen Urlaub mit angeblich angeschlossenem Reitstall gebucht. Den gab es nicht, sondern im Nachbarort gab es einen über 70 Jahre alten Mann, der einige Dressurpferde hatte. Unterricht gab der allerdings gar nicht, sondern lediglich die Dorfjugend durfte die Pferde reiten gegen einen kleinen Obolus. Ich hab aber wohl so enttäuscht geguckt, als ich das erfuhr, dass ich an einem Ausritt teilnehmen durfte, den ich allen gründlich verdorben habe. Nach einer Dreiviertelstunde war ich fix und fertig (und die Stute vermutlich auch ...) und alle mussten wegen mir umkehren.
Warum auch immer bot der Herr mir dennoch an, mir für die Dauer meines Aufenthaltes Unterricht auf dem Platz zu geben, was ich natürlich liebend gern angenommen habe.
Fakt ist: Ich habe in den 8 Tagen, die ich zu ihm gefahren bin, mehr gelernt als vorher in der ganzen Zeit im Reitstall. Ich durfte mich selbst unter Aufsicht am Aufsatteln und -zäumen versuchen und die Pferde waren (zumindest aus meiner Sicht damals) gut ausgebildet. Was ich auch tat: Das Pferd reagierte darauf! Meist reagierte es auf Aktionen, die ich nicht bewusst gemacht habe *hüstel*, aber erst dadurch habe ich gelernt, dass Reiten nicht in erster Linie was mit Hacken und Zügeln zu tun hat ... war damals sehr beeindruckend für mich und ich war echt traurig, als der Urlaub vorbei war.
Seit damals bin ich nicht mehr geritten - und 2011 will ich halt wieder anfangen.
Ich möchte aber nicht mehr so eine stupide und sinnlose (da lernbefreite) Reiterei, ich möchte sowas wie in dem Urlaub. Ich möchte ein freundliches Miteinander, ich möchte alles vernünftig von Anfang an lernen, meinetwegen gern auch eine Weile erst mal nur putzen und aufsatteln und führen und all sowas und dabei vielleicht auch lernen, worauf man alles so achten sollte, wie man was beeinflussen kann etc.
Mir geht es also nicht in erster Linie darum, auf dem Pferderücken zu sitzen (obwohl ich mich darauf natürlich auch sehr freue

), sondern auch die Theorie und das Drumrum zu erlernen, den Umgang mit Pferden außerhalb des Sattels. Und ich möchte das gern allein oder in kleinen Gruppen, also so, dass ich mich da auch weiterentwickeln kann und man Fehler sieht und mich darauf aufmerksam macht - und das möglichst nicht im Feldwebelton.
Als Randbemerkung an dieser Stelle noch kurz der Einwurf, dass ich aktuell eh zu schwer zum Reiten bin und darum auch damit erst 2011 anfangen will (mit oder unter 90kg).
Wenn ihr ich wärt: Wie (und/oder wo) würdet ihr denn rangehen, um meine Wünsche zu erfüllen?
Ich nehme mal an, Reitställe sind in etwa generell so, wie ich ihn damals kennen lernte? Und das fand ich halt blöd aus o.g. Gründen und weil man da überhaupt keine Theorie hatte und immer das "fertige" Pferd bekam und wieder "ablieferte".
Da ich halt mittlerweile als Anfängerin/Wiedereinsteigerin (kommt ja hier etwa auf dasselbe raus) schon älter bin als die meisten Anfänger, wie ich annehme, und da ich dann nicht als Fliegengewicht starte, weiß ich nicht, wo und wie ich was zum Wohlfühlen finden könnte.
Geld spielt natürlich schon auch eine Rolle. Ich möchte mich schon häufig mit Pferden beschäftigen können, aber mehr als ca. 70€ darf es dann monatlich nicht kosten.
Ihr habt sicher Ideen und Vorschläge?
Grüße,
Tanja