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Antwort
Alt 07.02.2010, 08:43   Wie starte ich am besten (neu)? Beitrag #1
TanjaT
Fohlen
 
Registriert seit: 07.02.2010
Ort: 45145 Essen
Guten Morgen allerseits,

habe mich eben frisch angemeldet, nachdem ich die ganze Nacht hindurch hier im Forum gelesen habe und dachte, ich frage hier mal nach Meinungen zu meinem Plan/Problem.

Ich möchte 2011 wieder mit dem Reiten beginnen, habe davon aber recht genaue Vorstellungen. Ich beginne mal mit meinen Reiterfahrungen (bin aktuell 32 Jahre alt):

Wie wohl die meisten Mädchen war ich als Kind unheimlich in Ponys/Pferde vernarrt. Angefangen hat es mit so Ponyhöfen, wo man Ponys mieten konnte, das die Eltern dann eine halbe Stunde oder so im Schritt durch die Gegend führten.
Mit 8 Jahren (das war 1985) haben meine Eltern mich dann endlich in einem Reitverein angemeldet, in dem ich ca. 2,5 Jahre Mitglied war und im Schnitt einmal pro Woche reiten durfte. Danach haben meine Eltern mich abgemeldet, weil ich den Reitstall wechseln wollte, der andere ihnen aber zu teuer war. Klingt und war recht schräg, ist aber eine zu lange Geschichte und an der Stelle auch nicht so spannend, denke ich.

Warum ich wechseln wollte, hängt mit meiner Ursprungsfrage recht dicht zusammen, weil es eben um meine Erfahrungen und mein Erleben damals ging.
Die Stunden (ich war immer in den Anfängerstunden) verliefen immer gleich: Zahlen, Pferd zugeteilt bekommen, zu den Schulpferdeboxen gehen, von unfreundlicher Pflegerin das Pferd gezäumt und gesattelt bekommen, in die Halle führen, aufsitzen und mit ca. 10 anderen Schulpferden nach Kommando in der Halle reiten. Der Ton war ziemlich feldwebelig, so dass "Kommando" es schon sehr gut trifft. Es gab dann immer so Anweisungen wie "Hacken runter", "Gerte nehmen", "Zügel kürzer" usw. Die Pferde reagierten fast allesamt auf die Stimme der Reitlehrerin, selbst musste und konnte man auf Gangart und Co. praktisch nicht einwirken. Einzelunterricht gab es nicht, spätestens ab der 3. Stunde musste man mitgaloppieren, von Hilfen (abgesehen von Waden, Füßen, Zügeln) war da nie die Rede.
Am Ende Pferd rausführen, an der Box bei der Pflegerin abliefern, fertig.
Ich hab das Ganze zudem als sehr schickimicki empfunden. Oft bekam ich die schlechte Laune der Pflegerin ab ("Toll, der ist erst vor einer Stunde draußen gewesen und jetzt muss er sich wieder eine Stunde lang so ein unfähiges Ding gefallen lassen - Hauptsache, es kommt Geld in die Kasse" ... da konnte ich doch nichts dazu!) und oft standen eben jene Pflegerinnen während der Stunde an der Bande und kommentierten die - aus ihrer Sicht eigentlich nie vorhandene - Eignung der ReiterInnen, was ähnlich negativ war.
Nachdem dann auch noch eine hohe Fluktuation bei den Schulpferden einsetzte nach ca. 1-1,5 Jahren, verlor ich gänzlich die Lust am Reiten dort.
Bei einem anderen Stall, zu dem ich wechseln wollte, war ich zum Tag der Offenen Tür und hatte auf Anhieb einen positiveren Eindruck, aber der war halt auch weiter weg und eben auch einige Mark teurer je Stunde.

Also habe ich zukünftig nach Möglichkeit im Urlaub an Ausritten teilgenommen, Center Parcs, Tunesien und so ... einfach, um hin und wieder auf einem Pferd zu sitzen ...

1996/97 hatte ich einen Urlaub mit angeblich angeschlossenem Reitstall gebucht. Den gab es nicht, sondern im Nachbarort gab es einen über 70 Jahre alten Mann, der einige Dressurpferde hatte. Unterricht gab der allerdings gar nicht, sondern lediglich die Dorfjugend durfte die Pferde reiten gegen einen kleinen Obolus. Ich hab aber wohl so enttäuscht geguckt, als ich das erfuhr, dass ich an einem Ausritt teilnehmen durfte, den ich allen gründlich verdorben habe. Nach einer Dreiviertelstunde war ich fix und fertig (und die Stute vermutlich auch ...) und alle mussten wegen mir umkehren.
Warum auch immer bot der Herr mir dennoch an, mir für die Dauer meines Aufenthaltes Unterricht auf dem Platz zu geben, was ich natürlich liebend gern angenommen habe.
Fakt ist: Ich habe in den 8 Tagen, die ich zu ihm gefahren bin, mehr gelernt als vorher in der ganzen Zeit im Reitstall. Ich durfte mich selbst unter Aufsicht am Aufsatteln und -zäumen versuchen und die Pferde waren (zumindest aus meiner Sicht damals) gut ausgebildet. Was ich auch tat: Das Pferd reagierte darauf! Meist reagierte es auf Aktionen, die ich nicht bewusst gemacht habe *hüstel*, aber erst dadurch habe ich gelernt, dass Reiten nicht in erster Linie was mit Hacken und Zügeln zu tun hat ... war damals sehr beeindruckend für mich und ich war echt traurig, als der Urlaub vorbei war.

Seit damals bin ich nicht mehr geritten - und 2011 will ich halt wieder anfangen.
Ich möchte aber nicht mehr so eine stupide und sinnlose (da lernbefreite) Reiterei, ich möchte sowas wie in dem Urlaub. Ich möchte ein freundliches Miteinander, ich möchte alles vernünftig von Anfang an lernen, meinetwegen gern auch eine Weile erst mal nur putzen und aufsatteln und führen und all sowas und dabei vielleicht auch lernen, worauf man alles so achten sollte, wie man was beeinflussen kann etc.
Mir geht es also nicht in erster Linie darum, auf dem Pferderücken zu sitzen (obwohl ich mich darauf natürlich auch sehr freue ), sondern auch die Theorie und das Drumrum zu erlernen, den Umgang mit Pferden außerhalb des Sattels. Und ich möchte das gern allein oder in kleinen Gruppen, also so, dass ich mich da auch weiterentwickeln kann und man Fehler sieht und mich darauf aufmerksam macht - und das möglichst nicht im Feldwebelton.

Als Randbemerkung an dieser Stelle noch kurz der Einwurf, dass ich aktuell eh zu schwer zum Reiten bin und darum auch damit erst 2011 anfangen will (mit oder unter 90kg).

Wenn ihr ich wärt: Wie (und/oder wo) würdet ihr denn rangehen, um meine Wünsche zu erfüllen?
Ich nehme mal an, Reitställe sind in etwa generell so, wie ich ihn damals kennen lernte? Und das fand ich halt blöd aus o.g. Gründen und weil man da überhaupt keine Theorie hatte und immer das "fertige" Pferd bekam und wieder "ablieferte".

Da ich halt mittlerweile als Anfängerin/Wiedereinsteigerin (kommt ja hier etwa auf dasselbe raus) schon älter bin als die meisten Anfänger, wie ich annehme, und da ich dann nicht als Fliegengewicht starte, weiß ich nicht, wo und wie ich was zum Wohlfühlen finden könnte.
Geld spielt natürlich schon auch eine Rolle. Ich möchte mich schon häufig mit Pferden beschäftigen können, aber mehr als ca. 70€ darf es dann monatlich nicht kosten.

Ihr habt sicher Ideen und Vorschläge?

Grüße,
Tanja
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Alt 07.02.2010, 10:50   Wie starte ich am besten (neu)? Beitrag #2
feuernelke
Gnadenbrotpferd
 
Registriert seit: 13.09.2008
Bilder: 1
Ich würde Dir einen Kurs im Freizeitreiterzentrum Reken empfehlen. Die machen genau den Umgang mit Pferden und beim Reiten, den Du bei dem alten Mann kennenlernen durftest. Hier gibt es für jeden Geschmack speziell abgestimmte Kurse. Nicht billig- aber verdammt gut !
Danach würde ich empfehlen, im Islandpferdebereich oder Westernbereich einzusteigen. Hier wirst Du kaum einen Kasernenhofton finden
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Alt 07.02.2010, 11:06   Wie starte ich am besten (neu)? Beitrag #3
eifelpony
Forstponys unterwegs
 
Benutzerbild von eifelpony
 
Registriert seit: 16.12.2008
Ort: in der Nähe vom Nürburgring
Bilder: 5
Hallo!

Am besten alle Reitmöglichkeiten in deiner Umgebung der Reihe nach abklappern.So bekommst du einen guten Eindruck von den dortigen Pferden und Leuten.
Bei einem netten Reitbetrieb hat man Verständnis für deine Fragen und erklärt dir gerne alles.
Du kannst dort auch mal bei einer Reitstunde zusehen und merkst so ob dir der Reitstil, Umgangston etc. gefällt.
Wünsch dir viel Spaß bei deinem Wiedereinstieg!
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Alt 07.02.2010, 11:15   Wie starte ich am besten (neu)? Beitrag #4
Nordsterne
***************
 
Benutzerbild von Nordsterne
 
Registriert seit: 25.09.2009
Ich würde dir eine Reit-und Pflegebeteiligung in deiner Nähe empfehlen.

Allerdings glaube ich nicht, dass du da mit 70 Euronen auskommst, da du ja auch Unterricht nehmen musst.

daggy
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Alt 07.02.2010, 11:20   Wie starte ich am besten (neu)? Beitrag #5
LaFroggie
Nilpferd
 
Benutzerbild von LaFroggie
 
Registriert seit: 11.12.2007
Erstmal: super, dass du dir da so viele Gedanken drum machst und nicht einfach in die nächstbeste Reitschule rennst! Top!

Ich würde auch Reken empfehlen. Ist zwar durchaus ein teurer Spaß, aber wenn du eh noch bis 2011 warten musst, dann kannst du ja jetzt schonmal anfangen die 70€ im Monat dafür zu sparen.
Dafür bringt ein Kurs in Reken aber auch was, zumindest was man so hört, ich war selber noch nie da. Aber man hört und sieht nur Gutes und das was auf der Homepage steht hat auch Hand und Fuß. Evtl. solltest du dir mal den Fresh up-Kurs angucken http://www.fs-reitzentrum.de/pferde-reitkurs-22.html Ich denke, der könnte gut für dich passen.

Ansonsten hast du leider Recht, wirklich gute Reitschulen sind extrem selten. Viele Tipps kann man dir da im Grunde nicht geben, außer suchen und immer kritisch bleiben dabei, bis du was gutes gefunden hast. Auch wenn du dafür vielleicht eine längere Fahrt auf dich nehmen musst.
Hast du nicht vielleicht irgendeine Bekannte oder Arbeitskollegin oder sonstwas, die reitet oder besser noch ein eigenes Pferd hat? Grade Pferdebesitzer oder allgemein bessere Reiter sehen den Schulbetrieb meist sehr distanziert und objektiv und kennen sich vorallem auch in der Gegend in der Reiterszene aus und können dir da sicherlich gute Tipps geben.

Eventuell wäre es ja auch noch eine Möglichkeit, einen Kurs in Reken zu machen (oder zwei) und sich dann direkt eine RB zu suchen. Denn mit zwei Kursen in Reken kannst du warscheinlich genau so viel oder sogar mehr wie Leute aus durchschnittlichen Reitschulen nach mehreren Jahren. Und wenn du keine RB willst, dann hast du in Reken warscheinlich zumindest genug gelernt, um bei dir zuhause eine gute Reitschule von einer schlechten oder mittelmäßigen unterscheiden zu können.
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Alt 07.02.2010, 11:27   Wie starte ich am besten (neu)? Beitrag #6
mission momo
Gnadenbrotpferd
 
Benutzerbild von mission momo
 
Registriert seit: 26.03.2007
Ort: In der Pfalz
Blog-Einträge: 35
Bilder: 43
Aus welcher Ecke kommst du denn? Vielleicht können dir dann gezieltere Tipps im Bezug auf eine brauchbare Reitschule (gleich welcher Reitweise) gegeben werden.
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