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Alt 14.06.2007, 13:19   Wissenswertes Rund um Sättel und Zubehör Beitrag #1
Simönchen
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Egal welchen Sattel man benutzt: Der Sattel muss dem Pferd passen!
Pferde haben die unterschiedlichsten Rückenformen. Ein unpassender Sattel macht dem Pferd das Leben unter dem Reiter schwer. Es kommt zu Verspannungen und Druckstellen welche auf Dauer zu ernsthaften Erkrankungen führen können. Es treten reiterliche Probleme auf die zunächst nicht auf den Sattel schließen lassen.

Zu den verschiedenen Sätteln

Pferdesättel lassen sich in zwei Gruppen aufteilen, Trachtensättel und Pritschensättel.
Zu den Pritschensätteln gehören alle englischen Sättel und auch die Rennsättel. Alle andere Sättel gehören zu den Trachtensätteln.

Trachtensättel
Trachtensättel haben eine größere Auflagefläche auf dem Pferderücken. Dadurch verteilen sie das Gewicht besser wie ein englischer Sattel.

Die bekanntesten Trachtensättel :
- Westernsattel
- Wanderreitsattel
- Distanzsattel
- Stocksattel
- Töltsattel

Westernsättel

Westernsättel wurden zur tagelangen Arbeit auf dem Pferd entwickelt. Durch seine große Auflagefläche verteilt er das Gewicht optimal. Die Sitzform ist für den Reiter ebenfalls bequem. Bei den Westernsätteln gibt es je nach Nutzung Unterschiede:

Der Reiningsattel hat ein niedrigeres Horn um eine gute Zügelführung zu ermöglichen. Die Rückenlehne ist ein wenig erhöht um bei einem Stop halt zu geben. Außerdem ist die Bügelführung auf die Hilfengebung ausgelegt. Der Reiningsattel ist der Allrounder unter den Westernsätteln und eignet sich bestens für Einsteiger. Zum Cutting und Roping ist er aber ungeeignet.

Der Cuttingsattel hat einen flachen Sitz und ein sehr hohen Vorderaufbau. Beim Cutting darf der Reiter keine Zügelhilfe geben. Das hohe Horn mit den massiven Forks ist bestens dafür geeignet sich daran fest zu halten.

Im Vergleich zu allen anderen Westernsätteln hat der Ropingsattel ein sehr stabiles Horn. Nur er ist für die Arbeit mit dem Lasso ausgelegt um z.B. ein Rind daran zu befestigen.

Wanderreitsättel/Distanzsättel

Wanderreitsättel/Distanzsättel haben ebenfalls eine große und bequeme Auflagefläche. Außerdem habe sie viele Befestigungsmöglichkeiten für Packtaschen und Zubehör. Besonders an Distanzsätteln werden hohe Anforderungen, bezüglich Gewicht und Bequemlichkeit fürs Pferd, gestellt.

Stocksättel
Der Stocksattel ist die australische Variante zum Westernsattel. Seine Auflagefläche ist groß. Der Reiter sitzt im Stocksattel sehr tief und eingefasst, die aufgesetzten Kniestützen bieten sehr guten Halt. Dennoch hat der Reiter genügend Bewegungsfreiheit. Ein Stocksattel hat im Ursprung kein Horn wie der Westernsattel, jedoch gibt es heute einige Modelle mit Horn.

TöltsattelDer Töltsattel wurde für Gangpferde entwickelt. Oftmals sieht er einem englischen Sattel sehr ähnlich, sein Schwerpunkt ist aber weiter nach hinten gelegt. So wird dem Pferd das tölten erleichtert. Meistens haben diese Sättel einen Rippsitz

Englische Sättel

Die englische Sättel lassen sich aufteilen in Dressursättel, Springsättel, Vielseitigkeitssättel und Rennsättel. Alle unterscheiden sich in der Form nicht aber im Aufbau.
Die englischen Sättel sind für längere Ausritte nicht geeignet. Sie sind eigentlich reine Sportsättel speziell für die verschiedenen Richtungen. Die englischen Sättel haben so ihre Eigenschaften die sich positiv auf die Arbeit zu Pferd auswirken. Sie setzen den Reiter in Position. Ihre Auflagefläche ist aber verhältnismäßig klein. Sie sind nicht dafür geeignet um den ganzen Tag auf dem Pferd zu liegen. Reitet man sehr oft mehrstündig ins Gelände sollte man sich Gedanken über einen Trachtensattel machen

Dressursattel

Dressursättel haben ein gerades langes Sattelblatt was ein langes Bein erlaubt. Durch den Sitz und die Polsterung ist der Sattel so geformt das der Reiter einen tiefen Sitz im Pferd hat. Beides vereinfacht die Hilfengebung. Heute haben Dressursättel oft Keilkissen und die Auflagefläche des Sattels zu vergrößern. Leider passt diese Art Kissen nicht auf jedem Pferderücken.

Springsattel

Der Springsattel hat einen flacheren Sitz und nach vorne gehende Sattelblätter. Die dicken Pauschen sollen bei der Landung guten Halt geben. Im Springsattel wird mit wesentlich kürzeren Bügeln geritten wie im Dressursattel. Ein Springsattel ist breiter und besser gepolstert als ein Dressursattel. Das soll dem Pferd mehr Freiheit geben da auf feinste Hilfen weniger Wert gelegt wird als im Dressursattel.

Vielseitigkeitssattel
Der Vielseitigkeitssattel ist eine Mischung aus Dressur- und Springsattel. Seine Pauschen sind kürzer wie beim Dressursattel und gehen mehr nach vorne. Mit diesem Sattel kann man sowohl Dressur reiten als auch springen. Dieser Sattel ist der Allrounder unter den englischen Sätteln.
Trotzdem bleibt der VS-Sattel ein Kompromiss. Sollte man sich dafür entscheiden in Dressur oder Springen tuniermäßig zu reiten, liegen die Vorteile buchstäblich auf dem Pferderücken. Doch als Allrounder hat fast jeder Englischreiter eine VS-Sattel im Spind.

Rennsattel

Zu den englischen Sätteln gehört auch der Rennsattel. Er wurde speziell für Rennpferde konzipiert. Der Rennsattel ist sehr klein und leicht. Darin sitzen ist nahezu unmöglich. Diese Sättel wurden nicht für die Bequemlichkeit von Reiter und Pferd entwickelt sondern um dem Pferd größtmögliche Bewegungsfreiheit zu bieten was zum erreichen von hohen Geschwindigkeiten nötig ist. Zum reiten ist er ungeeignet.

-------
Damensattel
Eine heute außergewöhnliche Sattelform ist der Damensattel. Der Damensattel hat eine lange Entwicklung hinter sich. Bereits im Altertum gab es Menschen die im Seitsitz ritten.
Der erste Damensattel war ein aus Stroh gepolstertes Reitkissen mit einer Lehne und Fußstütze. Man saß wirklich quer zu Pferd. So wurde fast nur im Schritt geritten weil man in schnelleren Gangarten keine Halt hatte. Bei schnelleren Ritten saß man weiterhin „normal“ auf dem Pferd.
Später wurde der Sattel so verändert das man mit dem Oberkörper in Bewegungsrichtung saß. Im Gabelsattel schlug man sein rechtes Bein zwischen eine Gabel während der linke Fuß im Steigbügel stand. Der Sitz wurde dadurch sicher, durch das nach vorne gerichtete sitzen war die Einwirkung wesentlich besser und man konnte schneller reiten und sogar kleine Sprünge nehmen. Doch es blieb schwer im Damensattel korrekt zu sitzen. Man saß leicht zu weit rechts und der Halt war immer noch recht schlecht.
Mit der Entwicklung des Drei-Horn-Sattels verbesserte man die Sicherheit. Ein weiteres Horn gab dem linken Bein zusätzlichen Halt.
Beim modernen Damensattel fiel das rechte der drei Hörner weg, da es keine Funktion hatte. Der Sattel wurde leichter und die Lage verbessert. Trotzdem war der Damensattel dem normalen englischen Sattel weit unterlegen. Die rechte Hilfengebung fehlte und es gab einige Unfälle bei denen die Reiterinnen nicht aus dem Sattel kamen. Der Sattel wurde immer mehr verdrängt und für große Springen sogar verboten.

Heute gibt es wieder Dressurprüfungen im Damensattel als Show-Highlights in typischen Kostümen zur Vorstellung von Barockpferderassen.
 
Alt 14.06.2007, 13:21   Wissenswertes Rund um Sättel und Zubehör Beitrag #2
Simönchen
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Sattelzubehör

Steigbügel

Es gibt viele verschiedene Arten von Steigbügeln.
Wichtig bei jeder Art ist das die Größe passt.
Ein zu schmaler Steigbügel bietet zu wenig Halt. Wenn man nicht weit genug in den Steigbügel treten kann besteht auch die Gefahr das man den Steigbügel zu schnell verliert.

Ist der Steigbügel zu weit rutscht man durch den Bügel und kann sich mit den Schuhen festklemmen. Das ist gefährlich das man bei einem Sturz darin hängen bleiben kann und mitgeschliffen wird. Die Schuhe sind auch von Bedeutung: Die Schuhe sollten Absätze haben was die Gefahr des Durchrutschen verhindert.

Die Steigbügelriemen bestehen nahezu immer aus Leder. Bei englischen Sättel sind sie Gürtelähnlich wodurch die Länge variiert wird. Beim Kauf von neuen Steigbügelriemen sollte man vorher die Länge abmessen. Nicht nur damit die Beinlänge stimmt sondern auch das man das Ende der Steigbügelriemen durch die dafür vorgesehene Lasche am Sattel schieben kann. Das verhindert Scheuerstellen beim Reiter und am Sattel.

Steigbügel und Riemen sehen im Westernsport ganz anders aus. Grundsätzlich haben Westernsättel ähnliche Steigbügelriemen, genannt Bügelleder. Die Längeverstellung geschieht über Metallverschlüsse die für einen Neuling verwirrend aussehen, aber eine Verstellung in Sekunden möglich macht. Über dem Bügelleder findet man den Fender. Dieser funktioniert wie das Sattelblatt beim englischen Sattel, welches das Reiterbein vor Pferdeschweiß schützen soll.
Bügelleder und Fender gibt es in verschiedenen Breiten. Dabei gilt. Umso schmaler umso mehr Bügelfreiheit.
Die Steigbügel sind meist aus Holz und mit Leder umkleidet. Bevorzugt werden breite Steigbügel da sie bequem sind. Dadurch besteht die Gefahr das man durchrutscht und bei einem Sturz hängen bleiben kann. Dafür gibt es sogenannte Tapaderos. Dabei wird der Steigbügel vorne mit Leder verschlossen was ein durchrutschen bis zu einem gewissen Grad verhindert.
Je nach Nutzung haben die Steigbügel verschiedenen Formen und Gewicht.

Sattelgurt

Wichtigstes Zubehör für einen Sattel ist außerdem noch der Sattelgurt. Ohne ihn bleibt kein Sattel wo er soll.
Die Vielfalt der Sattelgurte ist nahezu unendlich.
Am bekanntesten ist eigentlich der Schnürensattelgurt. Er besteht aus mehreren dünnen Seilen. Heute wird es noch selten genutzt da mittlerweile ganz neue Materialien und Formen auf dem Markt sind.
Der Sattelgurt besteht aus Leder oder speziellem Kunststoff der den Schweiß aufsaugen und/oder nach außen transportieren soll. Weit verbreitet sind Neopren-Sattelgurte.

Neopren ist dehnbar und passt sich dem Körper gut an.
Leder ist ein geschmeidiges und haltbares Material. Leder ist zwar fast Wasserundurchlässig dafür aber atmungsaktiv. Dabei ist die Lederqualität entscheidend.
Kunststoffgurte sind meist sehr großporig damit der Schweiß direkt nach außen getragen wird.

Viele Sattelgurte haben heute eine Art Gummizug. Durch das Material sind diese Gurte flexibler. Auch Gurte mit Geleinlagen sollen es dem Pferd angenehmer machen. Sattelgurte mit Gummistrupfen haben den Vorteil das man sie gleichmäßig nachziehen kann. Ein „starrer“ Sattelgurt ist entweder fest oder los. Bei Pferden mit Gurtzwang kann das sehr gut helfen. Jedoch besteht bei diesen Sattelgurten immer die Gefahr das man sie zu fest zieht. Damit sollte also vorsichtig umgegangen werden, sonst können Probleme auftauchen oder sich sogar verschlimmern.

Welche Länge und Form man beim Sattelgurt braucht wird auch durch den Sattel beeinflusst.
Dressursättel brauchen durch die längeren Strupfen einen Kurzgurt.
Bei Springreitern in den höheren Klassen sieht man Gurte die unter dem Pferdebauch eine Art Latz haben. Dadurch wird verhindert das sich die Pferde mit den Hufeisen - Stollen über dem Sprung verletzen am Bauch verletzen.
Mittlerweile gibt es anatomisch geformte Sattelgurte. Sie sollen optimal in der Gurtlage liegen und das Pferd in der Bewegung nicht stören.

In der Westernreitweise nutzt man die englischen Sattelgurte nicht. Westernsättel wurden mit einem langen Ledergurt befestigt. Der Gurt wurde an einer Seite mit einem speziellen Knoten, dem Krawattenknoten, befestigt. Heute hat man meist einen Sattelgurt mit zwei großen Schnallen. Mit gelochten Lederriemen, die links und rechts am Sattel befestigt sind, wird der Sattel gegurtet.

Sattelunterlagen

Jede Reitweise hat ihr verschiedene Sattelunterlage. Generell ist es so das die Sattelunterlage den Sattel vor dem Pferdeschweiß schützen soll. Wird das Leder ständig dem Schweiß ausgesetzt wird es angegriffen und wird spröde.
Die Sattelunterlagen variieren in der Form. So gibt es für die verschiedenen Sattelformen dementsprechend geformte Unterlagen.

In jeder beliebigen Farbe kann man sein Pferd einkleiden. Unterschiedliche Materialien sind auf dem Markt. Wichtig ist das der Schweiß gut aufgesaugt wird. Besonders beliebt sind Satteldecken und Schabracken mit Lammfellbesatz. Lammfell hat viele positive Eigenschaften die aber nur zum tragen kommen wenn das Lammfell direkt auf dem Pferderücken liegt.

Eine Sattelunterlage kann durch Einlegepads, Lammfellpads und Gelkissen kurzzeitig einen nicht richtig sitzenden Sattel ausgleichen. Doch grundsätzlich soll ein Sattel auch ohne jegliche Unterlage passen. Langfristig sollte man einen Sattel nicht ausgleichen.

In der Westernreitweise ist die Sattelunterlage hauptsächlich dazu da, den Sattel zu Polstern. Die Sättel haben keine direkte Polsterung wie ein englischer Sattel. Als Sattelunterlage dient meist ein rechteckiges Pad oder spezielle Decken die auf Größe und Dicke gefaltet wird. Die Pads sind meist rechteckig oder oval geformt. Manche Pads sind in der Dicke durch Einlagen veränderbar.

Die Pads bestehen meistens aus Baumwolle oder Filzstoff. Verschiedene Farben und Musterungen lassen keine Wünsche offen. Pads die auf Tunieren und Vorstellungen genutzt werden, so genannte Showblankets, sind dünner wie ein normales Arbeitspad.
 
Alt 14.06.2007, 13:22   Wissenswertes Rund um Sättel und Zubehör Beitrag #3
Simönchen
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Es gibt noch weiteres Zubehör was je nach Reitweise und Nutzen gebraucht wird.


Zum Beispiel das Vorderzeug was man vom Sattelgurt über die Brust links und recht am Sattel befestigt. Es soll den Sattel, besonders beim springen, daran hindern nach hinten zu rutschen.

Ein ähnlicher Nutzen hat der Schweifriemen. Er führt unter der Schweifrübe entlang und wird hinten am Sattel befestigt. Er soll den Sattel daran hindern nach vorne zu rutschen. Der Schweifriemen hat aber kaum noch viel Zuspruch da er für das Pferd unangenehm scheuern kann und Verspannungen auslösen kann.

Dann gibt es noch den Aufsteigriemen, bekannt als Mariahilf-Riemen. Befestigt über der Sattelkammer ist er als Aufstiegshilfe gedacht. Er wurde meist nachträglich angebracht und dient heute gelegentlich noch seinem Zweck. Häufig wird er doch von jungen oder unerfahrenen Reitern genutzt um sich im Sattel festzuhalten.

Von Distanz- und Wanderreitern werden häufig Satteltaschen genutzt. Westernsättel und VS-Sättel haben meistens, in jedem Fall Wander- und Distanzsättel, Ösen hinten und seitlich um Satteltaschen zu befestigen. Die Auswahl reicht von kleinen Taschen um im Notfall mit Handy und Verbandmittel gesegnet zu sein, bis hin zur großen Packrolle zur tagelangen Verpflegung.


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Der Sattel und sein Zubehör ist vielfältig. Wenn euch noch etwas einfällt oder ihr einen Fehler in meiner Zusammenstellung entdeckt schreibt mich bitte per PN an.
Gruß Simone
 
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